(openPR) Verein für die Geschichte Berlins präsentiert Geschenk zum Stadtjubiläum „775 Jahre Berlin“
[VfdGB, 05.11.2012] Berlin entstand kurz vor dem Jahr 1200 im Zuge des Ausbaus der Mark Brandenburg zunächst als eine Kaufleute-Ansiedlung zu beiden Seiten des Havelnebenflusses Spree – als Doppelstadt. Die damalige Stadt Berlin lag östlich der Spree, die Stadt Cölln westlich.
Um 1280 wurde an der wichtigsten Straßenkreuzung, heute Rathausstraße Ecke Spandauer Straße, das Berliner Rathaus erbaut. Um 1320 war die Doppelstadt bereits mit einer Stadtmauer umgeben und das Rathaus um eine doppelstöckige Gerichtslaube als Zeichen städtischer Freiheit ergänzt.
Die Königstraße war nicht nur die Hauptverkehrsstraße und die Haupthandelsstraße Berlins, sondern auch die repräsentativste Straße vor der Anlage der Allee Unter den Linden. An ihr lagen Adelspaläste und wichtige öffentliche Gebäude. Sie war die Prozessionsstraße für die feierlichen Einzüge des Landesherrn in seine Residenz – zum Beispiel zog der erste Preußische König, Friedrich I., am 6. Mai 1701 vier Stunden lang durch sie hindurch; an jeder Kreuzung hatten die Gewerke und Zünfte hölzerne Tore aufgestellt und lange Lobreden auf den Landesherrn vorbereitet.
Die Straße wurde im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen und ihre zahlreichen Ruinen bis 1951 geräumt. In diesem Jahr wurde sie in Rathausstraße umbenannt und nach dem Abbruch aller unzerstörten Vorkriegsgebäude – mit Ausnahme des sogenannten „Roten Rathauses“ – zwischen 1966 und 1987 auf ihrer Südseite mit den Rathauspassagen und dem Nikolaiviertel bebaut. Die Nordseite dieses großen Freiraums in der Mitte der Stadt ist seit 1972 unbebaut.
Die Ausstellung zeigt vom 20. November 2012 bis Ende Januar 2013 zwei ca. zehn Meter lange Panoramafotos beider Seiten der Königstraße vom 1. April 1959 – mitten zwischen Krieg und Neugestaltung. Kurze Texte rufen die Geschichte und das Schicksal der Vorkriegsbebauung in Erinnerung. Sie ist einer der beiden Beiträge des Vereins für die Geschichte Berlins e.V., gegr. 1865 (VfdGB), zum Stadtjubiläum „775 Jahre Berlin“.
Der Kurator Dr. Benedikt Goebel hat im Jahr 2010 die erfolgreiche Ausstellung „Berlins vergessene Mitte“ im Palais Ephraim gestaltet. Die beiden Panoramen der Königstraße verdanken sich dem Fotografen Arwed Messmer, die Gestaltung der Ausstellung dem Graphiker Carsten Eisfeld. Messmer und Eisfeld haben zusammen mit der Autorin Annett Gröschner in den Jahren 2011 und 2012 für die Bücher „Aus anderer Sicht. Die frühe Berliner Mauer“ und „Berlin, Fruchtstraße am
27. März 1952“ jeweils den „Architectural Book Award“ des Deutschen Architekturmuseums und den „Deutschen Fotobuchpreis“ gewonnen.
Auskünfte zur Ausstellung erteilen:
Dr. Manfred Uhlitz (Vorsitzender des VfdGB), Tel. (0171) 520 12 01
Dr. Benedikt Goebel (Kurator der Ausstellung), Tel. (0174) 100 70 74













