(openPR) Steigende Energiekosten und sanierungsbedürftige Bauten wie Brücken und Gebäude stellen die Baubranche vor neue Herausforderungen. Alternative Lösungsansätze wie zum Beispiel der Einsatz von neuen Materialien bzw. Werkstoffen müssen gefunden werden. Ende September griff der Verein CFK-Valley Stade in Kooperation mit der hochschule 21 das Spezialthema Bauwesen/Architektur auf und stellte viele Praxisbeispiele und zukünftig mögliche Anwendungsgebiete von Faserverbundwerkstoffen im Bauwesen vor. Der 5. INNOVATION DAY aus der CFK-Valley Stade Veranstaltungsreihe mit dem Thema „Civil Engineering“ hob die Vorteile von Faserverbundwerkstoffen hervor und präsentierte in einem umfangreichen Vortragsprogramm wie der Ein-satz von CFK energieeffizientes und nachhaltiges Bauen ermöglichen kann. Eindrucksvolle, futuristische Gebäude aus Verbundwerkstoffen wie z.B. das Sidra Krankenhaus in Doha, mehrere Hotelkomplexe, eine Indoor Sport Arena und ein Fußballstadion zeigte das CFK-Valley Stade Mitglied Dr. Amer Affan von der Firma AFFAN Innovative Structures L.L.C., der für die Veranstaltung extra aus Dubai angereist war.
Prof. Dr.-Ing. Martin Betzler, Präsident der hochschule 21 gGmbH aus Buxtehude, sprach in seinem Eröffnungsvortrag über die „Perspektiven von CFK im Bauwesen“. Dabei erläuterte er, dass die Verkehrsbelastungen und der Schwerverkehr mit der Einführung des bis zu 76 Tonnen schweren Gigaliners zukünftig für Straßen und Brücken zunehmen werden. Diesen statischen und dynamischen Belastungen halten viele Brücken nicht stand, aber auch der natürliche Verschleiß erfordert Handlungsbedarf, so dass die vorwiegend in den Jahren 1965 bis 1985 erbauten Brücken saniert werden müssen. In Deutschland sind rund 300 Brücken sanierungsbedürftig, so Betzler. Der Werkstoff CFK bietet im Vergleich zu Stahl bei der Sanierung enormes Potential, denn CFK ist nicht nur besonders leicht, sondern brand- sowie korrosionsbeständig, d.h. CFK ist nicht entflammbar und rostet nicht. Zudem können sehr dünnwandige, aber hochtragfähige dauerhafte Bauteile hergestellt werden.
Mit Hilfe des Pultrusionsverfahren, bei dem faserverstärkte Kunststoffprofile in einem kontinuierlichen Verfahren hergestellt werden, lassen sich sogar komplette Brücken aus einem Stück oder z.B. Schiffanlegestegs konzipieren. Welche weiteren Möglichkeiten der Werkstoff im Bauwesen noch bietet, erläuterte Frederik Evers vom Faserinstitut Bremen e.V. in seinem Vortrag „Neue Entwicklungen für Bauteile aus Faserverbundkunststoffen im Bauwesen“. In seinem Vortrag erklärte er die guten Wärmedämmeigenschaften von CFK und präsentierte ein Fensterprofil bei dem nicht der Rahmen, sondern die Glas-scheibe das tragende Teil ist. Das Glas wird vollflächig aufgesetzt, um so bessere Dämmeigen-schaften zu erzielen. Der Rahmen aus glasfaserverstärktem Kunststoff ist wesentlich schlanker und fester als herkömmliche Kunststoffrahmen.
Dies sind lediglich einige Einblicke der Einsatzfelder im Bereich Bauwesen, da Faserverbundwerkstoffe eine große Bandbreite an Möglichkeiten bieten.
Abgerundet wurde das Vortragsprogramm im Anschluss mit einer Airbus-Werksbesichtigung in Stade, die den Teilnehmern eine praxisnahe Führung zur teilautomatisierten Composite-Verarbeitung von Großbauteilen bot.
Der zweimal jährlich stattfindende INNOVATION DAY mit Fokus auf unter-schiedliche Branchenanforderungen führt Experten zusammen und bietet eine ideale Plattform für den Branchenaustausch untereinander.










