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Das Opferfest und der kleine Unterschied

26.10.201217:55 UhrKunst & Kultur
Bild: Das Opferfest und der kleine Unterschied
Der Hauptdarsteller beim Opferfest
Der Hauptdarsteller beim Opferfest

(openPR) Ein Blick auf die Geschichte hinter dem Opferfest



Das Opferfest und die Schafe

In der islamischen Welt wird heute das Opferfest begangen. Seit Tagen sehen wir in unserer unmittelbaren Nachbarschaft immer mehr Schafe auftauchen, in kleinen Herden auf Brachflächen oder neben dem Auto vor den Haus angebunden. Die paarhufigen Hauptdarsteller des Opferfestes (Idu I-Adha) machen sich auch akustisch bemerkbar, allerdings nur noch für kurze Zeit; das Schweigen der Lämmer steht kurz bevor. Die Stimmung hier in Tunesien und - mit traurigen Ausnahmen - sicher in der gesamten arabischen Welt ist am ehesten mit Weihnachten zu vergleichen. Denn das Opferfest ist der bedeutendste Festtag im islamischen Jahr, der Höhepunkt der Wallfahrt nach Mekka - des Haddsch - vor allem aber ist es ein großes Familienfest. Man fährt zu Verwandten, auf der Straße und in den Geschäften wünscht man sich "frohes Fest" und freut sich auf das abendliche Festmahl. Und - eben wie an Weihnachten - strömen am heutigen Tag des Opferfestes viele Menschen in die Moscheen, die dieses Gebot des Islam sonst nicht befolgen.

Ein Blick auf die Geschichte hinter dem Opferfest

Bekannter Weise geht das Opferfest auf eine gelinde gesagt martialische, familienpsychologisch höchst problematische Erzählung über Ibrahim (den biblischen Abraham) und seinen Sohn Ismael (Isaak) zurück, die im Koran in Sure 37 überliefert ist. Allah fordert Ibrahim danach auf, ihm seinen Sohn zu opfern. Dieser gehorcht, aber im letzten Moment hält Allah Ibrahim zurück. Der Gehorsamsbeweis ist erbracht, statt Ismaels stirbt ein Widder auf dem Altar und das Opferfest ist entstanden. In diesen Zeiten, in denen die Differenzen zwischen Judentum, Christentum und Islam wahlweise unsinnig verschwiegen, über Gebühr betont oder in einem globalisierten PR-Krieg mit Toten und Verletzten als Munition benutzt werden, bietet das Opferfest eine gute Gelegenheit. Immerhin ist die Geschichte vom beinahe-Sohnesopfer, das die Muslime zum Grund ihres Opferfestes nehmen, in allen Büchern der "Buch-Religionen" enthalten, schauen wir also einmal hin. Abgesehen von der Erzählweise und einigen Details sind Struktur und Inhalt der Erzählung in Thora/Bibel und Koran beinahe identisch. Der einzige Unterschied von Belang ist allerdings ein höchst beachtenswerter.

Der kleine Unterschied

In der biblischen Erzählung täuscht nämlich Abraham Isaak über sein Vorhaben, ihn Gott zum Opfer darzubringen. Als Isaak seinen Vater fragt, warum sie zur Opferstätte Holz und Feuer aber kein Opfertier mitgenommen hätten, antwortet Abraham in Luthers revidierter Übersetzung: "Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer." Eine glatte Lüge, wenn auch höchst verständlich. Zwar wird Abraham durch Gottes Handeln am Ende die Wahrheit gesagt haben, zu diesem Zeitpunkt konnte er das aber unmöglich wissen.
Ganz anders im Koran. Dort lesen wir (da übrigens gerade die Schafe ihr Blöken eingestellt haben und das Opferfest demnach auch in Taten begonnen hat) folgendes: "Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sprach er [Ibrahim]: «O mein lieber Sohn, ich habe im Traum gesehen, dass ich dich schlachte. Nun schau, was meinst du dazu?» Er [Ismael] antwortete: «O mein Vater, tu, wie dir befohlen; du sollst mich, so Allah will, standhaft finden.»“ Ein ziemlicher Hammer. Ibrahim sagt seinem Sohn offen, dass Allah ihm seine Tötung befohlen hat und fragt ihn nach seiner Ansicht. Eine - abgesehen von allen anderen Implikationen - zunächst erstaunlich diskursive Herangehensweise für einen alttestamentlichen Patriarchen. Ibrahim antwortet darauf mit der erstaunlichen Bekundung, keinen Widerstand leisten zu wollen. So geschieht es und Allah greift im letzten Moment ein.

Eigentlich wie Ostern

Der Koran erzählt also in der Geschichte zum Opferfest von zwei Glaubensprüfungen: Vater und Sohn reagieren auf eine ungewöhnlich perfide Prüfungssituation mit absolutem Gehorsam gegen Allah. Sie stehen dadurch in der Erzählung durchweg auf derselben Seite, werden gleichsam zusammengeschweißt. Ein angesichts der Situation beinahe harmoniesüchtig anmutendes Bild; überraschend allemal. Weihnachten ist also eigentlich der falsche Bezugspunkt für das Opferfest, wir müssten über Ostern sprechen. Aber dazu vielleicht ein andermal. Saha Aidkoum; frohes Opferfest.

Andreas Kellner


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