(openPR) Momentan sind die Kosten der Energiewende zwar in aller Munde, doch kaum jemand überschaut, was wirklich passiert. Die Unternehmen wurden im Sommer mit Schreiben über Hochlastfenster verwirrt, welche kaum einem Unternehmen wirklich Entlastung gebracht haben und in diesen Tagen erhalten die Unternehmen Schreiben über die Nachzahlung der EEG-Umlage für 2011 in Höhe von 0,106 Cent/kWh. Zumindest sind diese Kosten noch recht überschaubar und am Privatverbraucher gehen sie erst mal gänzlich vorbei.
Dies wird sich mit dem Jahreswechsel sehr deutlich ändern, denn so allmählich liegen alle Änderungen auf dem Tisch. Da die Auswirkungen für jedes Unternehmen je nach Netzversorger, Spannungsebene und Lastgang unterschiedlich sind habe ich mir als repräsentatives Beispiel mal den Grundversorgungstarif der E.ON Bayern exemplarisch vorgenommen. Privat sind wir schließlich alle Stromverbraucher und somit auch alle betroffen.
Nehmen wir als Beispiel einen kleinen Gewerbetreibenden mit 15.000 kWh Stromverbrauch im Jahr. Neben dem günstigen Grundbetrag von 24,50 Euro (29,16 incl. MwSt.)kostet heute die Kilowattstunde Strom im E.ON Grundversorgungstarif 21,67 Cent (25,79 Cent incl. MwSt) In diesen Preisen sind nun alle in 2012 geltenden Steuern und Abgaben enthalten. Dieses sind die Netzentgelte in Höhe von 5,63 Cent, 2,05 Cent Stromsteuer, die vieldiskutierte EEG-Umlage in Höhe von 3,592 Cent, die noch recht neue NEV-Umlage zur Entlastung der Großindustrie in Höhe von 0,151 Cent, eine Konzessionsabgabe für die Gemeinde von 1,32 Cent und eine geringe KWK-Umlage von 0,002 Cent. Für den reinen Strompreis bleiben in der Grundversorgung für E.ON also momentan grade mal 8,925 Cent je kWh übrig, was aber immer noch ein Aufschlag von über 70% auf den derzeitigen Börsenpreis von rund 5 Cent ist.
Wenn man nun auf 2013 schaut und den reinen Strompreis konstant hält, dann steigt der Preis durch die bereits angekündigten Abgabenerhöhungen um knapp drei Cent auf 24,533 Cent je kWh. Dies liegt zum einen an einer angekündigten Erhöhung des Netzentgelts um gut 10% bei Eon. Die EEG-Umlage steigt auf 5,277 Cent. Die in 2012 neu eingeführte NEV-Umlage, die bisher kaum in der Öffentlichkeit diskutiert wird, steigt um mehr als 100% von 0,151 auf 0,329 Cent (ab 100 MWh. 0,05 Ct. für Gruppe B, 0,025 Ct. für Gruppe C). Obendrauf gibt es dann noch eine ganz neue „Offshoreumlage“ von 0,25 Cent, weil der Netzausbau auf See nicht vorankommt.
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Für Privatverbraucher und nicht zum Abzug von Mehrwertsteuer berechtigte Verbraucher kommt dann auf alle Erhöhungen noch mal die Mehrwertsteuer dazu, wir kommen der 30-Cent-Marke also bedrohlich nahe. Der durchschnittliche Privathaushalt muss somit bei einem Durchschnittverbrauch von 4000 kWh mit einer jährlichen Zusatzbelastung von gut 130 Euro rechnen. Obiger Kleingewerbetreibender mit einem Verbrauch von 15.000 kWh würde danach mit rund 430 Euro zusätzlich belastet. In beiden Fällen liegt die Zusatzbelastung bei über 10%. Für größere Unternehmen stellt sich die Rechnung zwar etwas anders dar, gleichwohl liegt hier, sofern das Unternehmen nicht zu den wenigen privilegierten Ausnahmen zählt, in der Regel sogar höher als 10%. Dies ist für 2013 auf jeden Fall auf der Kostenseite zu budgetieren.







