(openPR) Das neuartige Coronavirus (Covid-19) zeigt schon jetzt deutliche Auswirkungen auf den Stromverbrauch in Deutschland. Während der Verbrauch in der freien Wirtschaft spürbar sinkt, steigt er in den privaten Haushalten umso mehr an. Doch was bedeutet das für die Verbraucher? Dürfen sie mit einem sinkenden Strompreis rechnen?
Seit dem Ende Januar 2020 der erste Corona-Fall in der Bundesrepublik aufgetreten ist, hat sich die Nachfrage am Strommarkt drastisch verändert. Da die deutsche Industrie mit einem Anteil von ca. 47 % als größter Stromabnehmer des Landes gilt, zeigt sich hier ein besonders großer Einfluss. Das liegt vor allem daran, dass spätestens ab Mitte März 2020 zahlreiche Industrien ihre Produktionen eingeschränkt, wenn nicht sogar eingestellt haben. So sind die Automobilindustrie und die Maschinenbaubranche stark von der Corona-Epidemie betroffen. In Folge dessen, ist hier ein klarer Rückgang des Stromverbrauches zu erwarten. Dieser wird sich im zweistelligen Bereich einpendeln, wobei sich die aktuelle Entwicklung bei Gewerben und Dienstleistungen ähnlich verhält.
Im Gegensatz dazu führen u. a. Kurzarbeit, Homeoffice, die heimische Kinderbetreuung sowie Ausgangsbeschränkungen zu einem höheren Stromverbrauch in den privaten Haushalten. Auch wenn dieser keineswegs mit dem Energieverbrauch von Unternehmen und Industriezweigen zu vergleichen ist, können dennoch hohe Mehrkosten entstehen. Hierzu ein einfaches Beispiel. Ein PC verbraucht durchschnittlich 135 Watt pro Stunde und läuft statt drei Stunden jetzt sechs Stunden täglich. So werden aus rund 400 Watt (0,4 kWh) jetzt 800 Watt (0,8 kWh) pro Tag. Auf ein Jahr gesehen, ergibt das einen Mehrverbrauch von ca. 146 kWh. Bei einem Strompreis von durchschnittlich 30 Cent pro kWh macht das Mehrkosten von 43,80 €, die allein für den erhöhten Stromverbrauch des PCs anfallen. Das heißt zusammengefasst, dass Mehrkosten für Strom im dreistelligen Bereich möglich sind.
Geringere Nachfrage: Sinkt jetzt der Strompreis?
Auch wenn die Großhandelspreise für Strom in Folge der geringen Nachfrage derzeit um bis zu 30 Prozent gesunken sind, bedeutet das nicht automatisch, dass auch der Verbraucherpreis sinkt. Das liegt daran, dass der Strom im Voraus eingekauft wird und es zudem entsprechende Versorgungsverträge gibt. So müssen private Haushalte letztlich den Strompreis bezahlen, der in ihrem Stromvertrag festgehalten ist. Doch unabhängig davon, können wir aktuell nicht von einem sinkenden Strompreis ausgehen. Die Preise sind und bleiben vorerst auf Rekordniveau.
Das einzige Mittel dem Strompreis unabhängig vom Verbrauch entgegenzuwirken ist ein Stromwechsel zum Ende der regulären Mindestvertragslaufzeit. Ein außerordentlicher Wechsel ist jedoch erst mit einer Strompreiserhöhung oder einem Umzug möglich.










