(openPR) Mit dem hochkarätig besetzten Drama „Zwei Leben“ von Georg Maas beginnt am 15. November das 23. Kinofest Lünen. Kinofestleiter Michael Wiedemann präsentiert ein kraftvolles Programm mit großen Namen und tollem Filmnachwuchs. Insgesamt 59 aktuelle deutschsprachige lange und kurze Filme sind in Lünen vom 15. – 18. November zu sehen. Auf die Filmschaffenden warten elf Preise im Wert von mehr als 30.000 Euro.
Juliane Köhler verkörpert in "Zwei Leben" die ehemalige DDR-Spionin Katrine Evensen, die sich in Norwegen unter falscher Identität ein neues Leben aufgebaut hat. Durch einen Zufall droht mehr als zwei Jahrzehnte später, alles aufzufliegen. Die norwegische Leinwandlegende Liv Ullmann spielt Katrines Mutter. Der Film basiert auf dem bisher unveröffentlichten Roman „Eiszeiten" von Hannelore Hippe. Regisseur Georg Maas wird den Film zur Eröffnung in Lünen präsentieren.
Wettbewerb LÜDIA
Ins Rennen um die mit 10.000 Euro dotierte LÜDIA gehen aktuelle deutschsprachige Lang-Filme von Nachwuchs-Filmemachern. In diesem Jahr sind dies sieben Spielfilme und drei Dokumentarfilme. Es sind Geschichten von großer Intensität, erzählt von Regisseuren und Regisseurinnen, die genau hinschauen und brillante Darsteller und Protagonisten an ihrer Seite haben. Zentral ist das Thema Familie, das stilsicher in allen Genres durchdekliniert wird.
"Staub auf unseren Herzen" ist die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung, die mit einer Wahrhaftigkeit erzählt wird, wie sie selten im Kino zu finden ist. In dem preisgekrönten Abschlußfilm der dffb-Absolventin Hanna Dose zeigt die verstorbene Susanne Lothar ein letztes Mal ihre große Schauspielkunst.
"Draußen ist Sommer" – drinnen aber, im neuen Haus von Familie Newers, herrscht auch bei ungewöhnlich hohen Außentemperaturen emotionale Kälte. Dabei sollte nach dem Umzug alles gut werden. Einfühlsam erzählt Regisseurin Friederike Jehn hier eine Familiengeschichte mit dramatischen Zügen – und offenem Ende. In den Hauptrollen: Maria Dragus, Nicolette Krebitz und Wolfram Koch.
Regisseur Felix Stienz wurde nie an einer Filmhochschule angenommen, aber seine Leidenschaft für den Film hat das nicht gebrochen. Im Gegenteil, sein Roadmovie "Puppe, Icke und der Dicke" ist die vor Außenseitercharme sprühende Geschichte einer Wahlfamilie, die der Kurierfahrer Bomber auf seiner letzten Fahrt nach Paris findet.
Würde man seinen Vater umbringen, wenn er einen darum bäte? Wenn dies die einzige Möglichkeit wäre, ein großes Vermögen zu erben? Und er sterbenskrank wäre? Jan Georg Schütte, der bereits 2009 mit „Die Glücklichen“ im Lüner Wettbewerb vertreten war, stellt jetzt mit "Leg ihn um" einen Familienfilm der etwas anderen Art vor. Mit Hans-Michael Rehberg, Stephan Schadt und Pheline Roggan.
Mit Humor und Offenheit erzählt David Sievekings Dokumentarfilm "Vergiss mein nicht" von der häuslichen Pflege seiner Mutter, die wie Millionen anderer Menschen an Alzheimer-Demenz leidet. Kein Krankheits-, sondern ein Liebesfilm, der mit melancholischer Heiterkeit erfüllt ist.
Alexandra Schmidts Debüt "Du hast es versprochen" ist ein psychologisch dichter Horrothriller, in dem der Urlaub zweier Freundinnen aus Kindertagen zu einer gefährlichen Reise in die Vergangenheit gerät.
Fragen von Moral und Schuld berührt Franziska Schlotterer in ihrem modernen Heimatfilm "Ende der Schonzeit". 1942, der Jude Albert findet Schutz auf einem Einsiedlerhof im Schwarzwald. Es bahnt sich eine außergewöhnliche Dreiecksgeschichte zwischen Albert, dem Bauern und dessen Frau Emma an. In den Hauptrollen glänzen Brigitte Hobmeier, Hans-Jochen Wagner und Christian Friedel.
Regisseur Stefan Hering konnte mit Bernadette Heerwagen, Christoph Bach, Fabian Busch und Heinrich Schafmeister ebenfalls eine exzellente Darstellerriege für seinen Film "Abseitsfalle" gewinnen. Die Geschichte des Untergangs des Bochumer Waschmaschinenwerks Perla ist eine Allegorie auf die Situation von Opel. Hering erzählt sie als Liebesgeschichte von Arbeitern, die sich mit Humor dagegen wehren, im Abseits zu landen.
Nordkorea ist ein totalitär regiertes Land und über das Leben der Menschen dringt wenig nach außen. In "Camp 14 – Total Control Zone" berichtet nun ein Flüchtling aus einem auf Gewalt und Unterdrückung gegründeten Regime. Nichts daran ist sensationsheischend, doch gerade durch den sachlichen Ton entfaltet Marc Wieses Dokumentarfilm seine enorme Wirkung. "Call it a Balance in the Unbalance" ist der dritte Dokumentarfilm des Wettbewerbs. Regine Lettners Porträt des Modeschöpfer Miguel Adrover: Visionär, Freigeist, Exzentriker. Die Geschichte vom mallorquinischen Bauernsohn, der auszog und als Shooting Star den New Yorker Mode-Olymp eroberte. Seine Vorliebe für die Einflüsse fremder Kulturen war nach dem 11. September sein Ruin.
Vier weitere Preise warten auf diese Wettbewerbsauswahl. Die Jury 16+ vergibt den Schüler-Filmpreis des Kreises Unna 16+ in Höhe von 2.500 Euro. Die Preise für die Beste Filmmusik und das Beste Drehbuch sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. In der Filmmusikpreis-Jury entscheiden Jörg Gerle (Journalist), Peter Timm (Regisseur) und Stefan Schulzki (Preisträger 2011), die Jury des Drehbuchpreises ist mit Melanie Andernach (Produzentin), Oliver Baumgarten (Filmpublizist) und Christian Granderath (NDR) besetzt. Sie vergibt auch den Berndt-Media-Preis für den besten Filmtitel, der Marketingleistungen in Höhe von 5.000 Euro beinhaltet.
Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr die Perle vergeben. Der Preis für Frauen in der Filmbranche, gestiftet vom Lüner „Netzwerk Frau e.V.“, ist mit 1.800 Euro dotiert und wird in diesem Jahr in der Kategorie Schnitt – Dokumentarfilm ausgelobt.
Erste Hilfe und Erster Gang – die Kurzfilmwettbewerbe
Elf kurze Filme unter 20 Minuten bewerben sich in Lünen um den Preis Erste Hilfe, der mit 1.600 Euro dotiert ist. Die mittellangen Kurzfilme haben sich in diesem Jahr erneut so stark präsentiert, dass es insgesamt acht Filme in den Wettbewerb Erster Gang schafften, die um einen ebenfalls mit 1.600 Euro dotierten Preis antreten. Präzise beobachtete Milieustudien, satirische Geschichten, kreative und humorvolle Genreübungen zeigt das Kinofest in den beiden Wettbewerben. Die Themen reichen vom Afghanistan-Trauma über Geschlechterfragen bis zur Integrationsdebatte. „Das Niveau der Kurzfilme war in diesem Jahr sehr hoch, es war eine Freude, die Wettbewerbe zu programmieren“, so die stellvertretende Festivalleiterin Kathrin Bessert. „Knapp die Hälfte der Kurzfilme sind freie Produktionen, bei den Hochschulen liegt die Kunsthochschule für Medien Köln mit drei Filmen vorn“. 15 Spiel-, drei Dokumentarfilme und eine Animation gehen ins Rennen um die beiden Publikums-Preise.
Kinder- und Jugendfilmwettbewerb RAKETE
Bei Filmschaffenden beliebt und begehrt ist die Rakete, denn der Preis für den besten Kinder- und Jugendfilm wird direkt vom jungen Publikum ermittelt. In diesem Jahr haben vier Filme die Chance, die mit 3.000 Euro dotierte Trophäe zu gewinnen: Die Animation "Der kleine Rabe" Socke hat das Zeug zum Klassiker: Socke liebt Spaghetti, hat allerlei Unsinn im Kopf und flunkert manchmal, weil er ein bisschen Angst hat. Mit den Stimmen von Jan Delay und Katharina Thalbach als Rabe Socke und dem kleinen Dachs.
Die Komödie "Finn und der Weg zum Himmel" dürfte nicht nur Kindern Spass machen. Sie erzählt vom 26jährigen Finn, der den IQ eines Neunjährigen hat und vor allem Erdbeereis und seinen Plüschpinguin liebt. Doch dann stirbt Finns Vater.
Dik Trom, "Trommelbauch", lebt in Pummelstadt, einem Ort, wo alle Menschen dick und glücklich sind, gern und viel essen und vor allem oft lachen. Eines Tages bekommen seine Eltern das Angebot, statt ihres Hotdog-Stands ein richtiges Restaurant in Dünnhafen zu eröffnen...
Auch für "Die Vampirschwestern" Sylvania und Dakaria ändert sich alles, als sie mit ihren Eltern aus Transsilvanien in eine Kleinstadt nach Deutschland ziehen. Hier müssen sich die Zwillinge an den Menschenalltag anpassen und ihre Vampirseite verheimlichen, das bedeutet Tagflugverbot. Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuch-Bestsellers von Franziska Gehm mit Christiane Paul und Stipe Erçeg.
Außerdem: Die Jury 10+ vergibt den Schüler-Filmpreis des Kreises Unna 10+ in Höhe von 2.500 Euro an einen dieser vier Wettbewerbsfilme.
Extra: Porträts
Die Wiederbegegnung mit zwei charismatischen deutschen Filmschaffenden ermöglichen zwei neue Dokumentarfilme: "Abschied von den Fröschen" ist das Porträt des 1998 verstorbenen Filmemachers Ulrich Schamoni, das seine Tochter, die renommierte Fotografin Ulrike Schamoni, auf der Grundlage der Filmtagebücher des Vaters realisierte. Schwer an Leukämie erkrankt, filmte Ulrich Schamoni sein Leben bis auf wenige Tage vor seinem Tod im März 1998.
Dem im vergangenen Jahr verstorbenen Film-Tycoon Bernd Eichinger setzten Mitarbeiter seiner Constantin Film ein filmisches Denkmal: "Der Bernd". Als Hommage an Bernd Eichinger zeigt das Kinofest eine seiner ersten Produktionen "Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" (Regie: Uli Edel), der 1981 in die Kinos kam und ähnlich wie die Buchvorlage des aus Lünen stammenden Autors Horst Rieck extrem provozierte. Grund dafür war neben dem Thema seine bis dahin im deutschen Kino unbekannte, realistische Darstellung des Milieus – an Originalschauplätzen und mit Laiendarstellern gedreht.
Extra: Matineen
Als Sonntags-Matinee präsentiert das Kinofest die furiose Bestechungs-Komödie "Eine Hand wäscht die andere". Unter der Regie von Hermine Huntgeburth laufen Steffi Kühnert, Ulrich Noethen und Peter Lohmeyer zu Höchstform auf. Huntgeburth war schon oft Gast beim Kinofest, zuletzt mit dem Eröffnungsfilm 2011, Tom Sawyer. Als Gäste werden Peter Lohmeyer (auch zu sehen in „Das Millionenrennen“) und Waldemar Kobus den Film präsentieren.
In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Theater Lünen e.V. ist Jörg Adolphs Dokumentarfilm "Die große Passion" zu sehen. Das berühmteste Dorf der Welt spielt die größte Geschichte aller Zeiten – und zum ersten Mal darf ein Filmemacher wirklich hinter die Kulissen der Oberammergauer Passionsspiele blicken. Ein Dokumentarfilm im Stil des Direct Cinema über die 41. Ausgabe der legendären Spiele.
Extra: Festivals
Der bewährte Programmtausch des Kinofest Lünen mit seinem Partnerfestival, den Bozener Filmtagen beschert in diesem Jahr ein Wiedersehen mit dem Klassiker "Das Glück beim Händewaschen". Der Schwarzweiß-Film aus dem Jahr 1982 ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans des Südtiroler Schriftstellers Joseph Zoderer. Eine berührende Geschichte von Heimat und Heimatlosigkeit, die vor dem Hintergrund der zwischen Hitler und Mussolini getroffenen Vereinbarung spielt, alle deutschsprachigen Bewohner Südtirols, die sich nicht zu Italien bekennen, auszusiedeln.
"Der Kinomann aus Südtirol" ist Martin Kaufmann, Leiter der Bozener Filmtage, den die Filmemacherinnen bei seiner Arbeit begleiten. Martin Kaufmann ist in diesem Jahr als Mitglied der Perle-Jury zu Gast in Lünen.
Extra: Eine Welt
Gemeinsam mit LIGA, der Lüner Initiative gegen Globale Armut präsentiert dieses Extra Filme, die Mißstände aufdecken und auf die Leinwand bringen. So hat der preisgekrönte Regisseur Fatih Akin den Dokumentarfilm "Müll im Garten Eden" realisiert, als er von der ruinösen Verschmutzung des türkischen Bergdorfs Camburnu durch eine Mülldeponie erfuhr.
Maggie Peren entwirft in "Die Farbe des Ozeans" ein Szenario, wie es sich in vielen Orten am Mittelmeer und Atlantik abspielen könnte. Nathalie und Paul machen Urlaub auf einer Kanarischen Insel, da wird Nathalie Zeugin, wie ein Boot mit senegalesischen Flüchtlingen am Strand anlandet.
Extra: Lünen-Premieren
Elf deutsche Kinofilme – darunter große Publikums- und Festivalerfolge, die bisher noch nicht in Lünen zu sehen waren – kann man beim Kinofest auf großer Leinwand erleben. Da sind die Dokumentarfilme "This ain’t California" über die weitgehend unbekannte Skateboarder-Subkultur der DDR,
"The Substance – Albert Hofmann’s LSD", die Geschichte des LSD von den Anfängen bis heute und Arbeit. Heimat. Opel. Ulrike Franke und Michael Loeken begleiten sechs Jugendliche, die 2009 ihre Ausbildung zum Industriemechaniker im Bochumer Opel-Werk beginnen.
Christian Petzolds preisgekrönte DDR-Studie "Barbara" bietet ein Wiedersehen mit der großartigen Nina Hoss und hatte ebenso wie Hans-Christian Schmids Familienstudie
"Was bleibt" im Wettbewerb der Berlinale Premiere. Liebe von Michael Haneke (Goldene Palme in Cannes 2012) wirft einen fast zärtlichen Blick auf die Beziehung eines alten Ehepaares (Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva).
Ebenfalls eine Beziehungsstudie ist Wolfgang Dinslages "Für Elise", er skizziert den ungewöhnlichen Mutter-Tochter-Konflikt von Betty und Elise mit vielen Zwischentönen.
Regina und Bella sind hoch in den 80ern, seit Jahrzehnten Freundinnen und teilen seit fünf Jahren eine Wohnung in Berlin Charlottenburg. "Oma & Bella" sind Holocaust-Überlende und in der Dokumentation von Reginas Enkelin Alexa Karolinski plaudern die beiden betagten Großmütter mit typisch jiddischem Humor über ihre Freundschaft, ihre Leidenschaft fürs Kochen, sowie ihre ereignisreiche Vergangenheit.
Massive Angriffe auf die Lachmuskeln starten die Brieftauben-Rennen-Komödie "Das Millionenrennen" mit Peter Lohmeyer und Was weg ist, ist weg, das kurzweilige Regie-Debüt von Christian Lerch (Drehbuchautor von „Wer früher stirbt, ist länger tot“). Ruf mich an! erzählt die Geschichte von acht jungen Erwachsenen und ihren Irrungen und Wirrungen mit der modernen Kommunikation.
Abschluss-Gala
Das Kinofest beendet seine 23. Ausgabe am 18. November mit der Galavorstellung des Dokumentarfilms Fraktus von Lars Jessen. Die Electronic-Szene ist sich einig: "Fraktus" waren es. Die Band hat den Techno erfunden. Sie hat seine Ästhetik, seine Klangrevolte, seine Technik vorweggenommen. Fraktus hat sich vor über 25 Jahren getrennt. Was machen die drei Helden der Szene heute? Ein cleverer Musikproduzent spürt die drei Musiker auf. Er bringt sie an einen Tisch und Fraktus wieder ins Studio! Lars Jessen erforscht die Bandgeschichte des „Fraktus“-Projektes von Jacques Palminger, Rocko Schamoni und Heinz Strunk (bekannt als „Studio Braun“), mit denen er gemeinsam das Drehbuch schrieb. Nach 25 Jahren schließt sich ein Kreis: Fraktus treten wieder auf.
Das Kinofest Lünen, beliebt und bekannt für seine entspannte Atmosphäre, freut sich auf zahlreiche Filmschaffende, die ihre Filme dem Publikum persönlich präsentieren werden, auf spannende Debatten und auf ein leidenschaftliches und interessiertes Publikum – kurz auf vier Tage als cineastische Hochburg im Herzen des Filmlands NRW.
Festivalkino: Cineworld Lünen, Im Hagen 3, 44532 Lünen
Ticket-Vorverkauf: Ab 24. Oktober an der Kinokasse der Cineworld Lünen, telefonisch unter 01805 - 246 396 oder online über die Kinofest-Website www.kinofest-luenen.de
Pressekontakt: Stefanie Görtz,
Das Kinofest Lünen ist eine Veranstaltung des PRO Lünen e.V. mit Förderung der Film und Medienstiftung NRW und der Sparkasse Lünen in Kooperation mit der Stadt Lünen. Außerdem wird es durch viele Spenden von Lüner Bürgern und aus der Lüner Wirtschaft getragen.










