(openPR) MS&C Studie hat Best Practices internationaler Services identifiziert und gibt Handlungsempfehlungen für deutsche Kabelnetzbetreiber und Telekommunikationsanbieter
München, 10. Oktober 2012 – Der TV-Markt in Deutschland muss achtsam sein: Die steigende Verfügbarkeit von Online-Bewegtbildinhalten und der Absatz IP-fähiger Endgeräte verändern den Medienkonsum. Immer mehr große internationale OTT-Player wie google oder Apple machen sich auf dem Markt breit. Die Managementberatung Mücke, Sturm & Company (MS&C) hat in ihrer TV-Benchmarkstudie 2012 die Angebote deutscher und internationaler Kabelnetzbetreiber, Telekommunikationsanbieter und OTT-Services getestet, bewertet und Best-Practice-Funktionalitäten identifiziert. „Deutsche Netzbetreiber haben die Chance, ihr Angebot mit vielfältigen Features sowohl auf der Set-Top-Box als auch auf Multiscreen-Geräten zu verbessern und der Konkurrenz die Stirn zu bieten. Inspiration verspricht ein Blick auf Netzbetreiber und OTT-Services in den USA und Europa“, so das Fazit von Axel Meiling, Principal bei Mücke, Sturm & Company.
Im Rahmen der TV-Benchmarkstudie 2012 hat MS&C die aktuellen Angebote (Stand Juli 2012) fünf deutscher, drei europäischer und drei amerikanischer Netzbetreiber untersucht und die Services ausgewählter internationaler OTT-Dienste analysiert und bewertet. Die Angebote wurden in den zwei grundlegenden Bereichen getestet: Set-Top-Box (STB) und Multiscreen-Funktionalitäten.
Best Practices: Set-Top-Boxen
Im Bereich Set-Top-Box wurden die Kriterien in drei Kategorien unterteilt: Neben den Hardware-Spezifikationen wurden sowohl das Inhalteangebot als auch die Navigation auf der Plattform getestet und bewertet. Dabei wurde deutlich, dass europäische Boxen bei Tuneranzahl, Timeshift und Festplattenspeicher führen. Bei der Festplattengröße führt Virgin Medias Festplattenrekorder von TiVo mit einem Speicherplatz von 1 Terrabite. Kabel Deutschland ermöglicht mit insgesamt vier Turnern eine Vielzahl paralleler Aufnahmen und hat damit einen deutlichen Vorsprung. Die längste Timeshift-Dauer bieten die deutschen Anbieter Unitymedia und Kabel Deutschland. AT&T und Free überzeugen dagegen durch ausgeprägte Hardware-Features. Betrachtet man das Feature- Angebot der einzelnen STB, so liegen die amerikanischen Anbieter vor den Deutschen. Ausschlaggebend dafür ist insbesondere das Multiroom-Feature. Virgin Medias TiVo zeichnet sich zudem auch durch die Empfehlungsfunktion aus, was die User-Experience deutlich verbessert. Das gilt auch für die Plattformnavigation: Hier bietet Virgin Media bei TiVo eine besonders ausgereifte plattformübergreifende Suchfunktion an.
Best Practices: Multiscreen
Neben der STB sind besonders Multiscreen-Angebote ein wichtiger Bestandteil des Serviceangebots der Netzbetreiber, da Smartphones und Tablets in Zukunft als Distributionskanal unerlässlich sein werden. Bei den Multiscreen Best Practices schneiden die amerikanischen Anbieter und Telenet am besten ab, da diese als einzige neben administrativen Funktionen auch den Konsum von linearem oder nichtlinearem TV anbieten. Deutsche Anbieter haben ähnliche Funktionen bereits angekündigt, derzeit aber noch nicht im Angebot.
AT&T hat fast überall die Nase vorn: Die Multiscreen-Lösung von AT&T ist die App mit den breitesten Zugangsmöglichkeiten. AT&T unterstützt alle relevanten Betriebssysteme und auch bei den Inhalten auf Multiscreen-Geräten hat AT&T neben Telenet die besten Angebote. So bietet AT&T das Streaming nicht-linearer Inhalte und Telenet ermöglicht als einziger Service im Benchmark den Konsum linearer Inhalte. Beim Feature Angebot können Telenet mit der Integration von Sozialen Funktionen und Comcast mit der Optimierung der DVR-bedienung punkten. Best Practice bei plattformübergreifenden Funktionen ist der Anbieter Verizon, bei dem alle Inhalte auf jedem unterstützten Endgerät verfügbar sind – in Deutschland beschränken sich diese Funktionalitäten auf Lesezeichen.
Was können Netzbetreiber von OTT-Services lernen?
Bei Netzbetreibern ist das TV-Geschäft häufig nur eine Komponente des Triple-Play-Angebots. Bei OTT-Services hingegen stellt der Konsum von Inhalten das Kerngeschäft dar. Ein positives und angenehmes Nutzungserlebnis entscheidet über den Erfolg der Services. Dementsprechend ausgereifter sind auch die User Interfaces und Funktionalitäten der einzelnen OTT-Dienste. Gerade Netzbetreiber können von den Erfahrungen der OTT-Services profitieren.
Wichtigste Ergebnisse aus der MS&C Benchmarkstudie dazu sind:
• Die Integration sozialer Netzwerke und Empfehlungsfunktonen sind gerade im Zuge des Social TV-Trends sinnvoll.
• Die Anreicherung der Videotheken mit ausreichend Meta-Daten verbesseren die User-Experience.
• Plattformübergreifende Verfügbarkeit der Inhalte muss heute gegeben sein.
„Der Markt ist im Aufbruch. Das bedeutet sowohl die Chance Marktanteile zu gewinnen als auch das Risiko mit dem eigenen Angebot gegenüber dem Wettbewerb schnell „alt“ auszusehen“ erklärt Meiling.
Eine Zusammenfassung der Studie kann unter










