(openPR) Norbert Gramer
Ohne Gewalt – Geschichte und Bestimmung einer Ethik ohne Gott
Das Buch bietet:
eine längst überfällige philosophie-geschichtliche Darstellung des Mitleids als ein ethisch relevantes Phänomen unabhängig von religiösem Ballast;
im Gegensatz zu essayistischen und journalistischen Versuchen eine wissenschaftliche Darstellung zum Thema Mitleid;
eine stringente Gegenposition zu Gewalt billigenden erzieherischen Ratgebern;
eine Beschäftigung mit dem Mitleid nicht als exotisches oder belächeltes Mitleiden, sondern als intrinsische Fähigkeit des Menschen.
Inhalt (Auszüge):
1. KAPITEL: VOM RUDIMENT ZUM SYSTEM
Frühe Spuren
Mitleid in der beginnenden philosophischen Systematik
Im Bann von Notwendigkeit und Vernunft: Platon
Mitleid und Katharsis: Aristoteles
Ewiges Unheil versus Güte: Seneca
Die Urform aktiven Mitleidens: Epikur
Gott als Zentrum des Denkens und Handelns – Spätantike und Mittelalter
Wahres und falsches Mitleid, Geburt der Exklusivität: Augustinus
Reserviertes Mitleid zwischen Leidenschaft und Tugend: Thomas von Aquin
Erste Ablösung von einem personalen Gott - Mitleid als natürliches und politisches Gut
Dienendes Mitleid: Hobbes
Schädliches Mitleid: Spinoza
Handlungen hemmendes Mitleid: Mandeville
Vom natürlichen zum sozialen Affekt: Shaftesbury
Vorbereiter für eine Moral ohne Gott: Hutchesons
Mitleid im System des gesellschaftlichen Nutzens: Hume
Anwalt des Mitleids mit Widersprüchen: Rousseau
Kritische Philosophie und deutscher Idealismus: Zwischen Gefühl und Vernunft
Pflicht versus Gefühl?: Kant
Naturtrieb und Vernunft als Quelle der Moralität: Fichte
2. KAPITEL: SCHOPENHAUER:
ETHIK DES MITLEIDS UND WILLENSMETAPHYSIK
Mitleid: ein belasteter Begriff - Annäherung an Schopenhauers Definition
Die Mitte der Schopenhauerschen Ethik
Dramatisches Szenario widerstreitender Kräfte
Mitleid als Fundament der Ethik Schopenhauers
Mitleid – Ausdruck passiven Pessimismus oder aktiver Leidensverhinderung?
Die Sphäre der Erlösung
Mitleid und Erlösung – Abschied vom Ethischen?
Gerechtigkeit und Menschenliebe
Mitleid als Quelle oder Folge der Kardinaltugenden?
Recht und Unrecht – die Rolle des Staates
Das Problem der zwei Gerechtigkeiten
Ein Blick über den Tellerrand: Gerechtigkeit im historischen Spannungsfeld von Notwendigkeit und Möglichkeit
3. KAPITEL: Gesellschaftliche und wissenschaftliche Revolutionen
Mitleid im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert
Ludwig Feuerbach: Umkehr des Metaphysischen
Friedrich Nietzsche: Verachtung des Mitleids
Emile Durkheim – Moralischer Weitblick
Sigmund Freud: Ethik als Triebverzicht
Charles Darwin: Moral und Evolution
Im Bann des Wertreichs - Max Schelers Phänomenologie des Mitgefühls
4. KAPITEL: NEUE STRÖMUNGEN, MODELLE, RÜCKWENDUNGEN
Das Erbe Darwins – Evolutionäre Ethik
Von Enten und Menschen: Moralische Aspekte im Werk von Konrad Lorenz
Ansätze einer „Evolutionären Ethik“
Mitleid im anglo-amerikanischen Sprachraum
Mitleid als Therapie
Das Gute versus das Böse - Compassion versus Reason
Cognitive Emotionen bei Martha Nussbaum
Ethik ohne Metaphysik: Mitleid und Vernunft
Ausschaltung der Gefühle? - Der moralische Rationalismus Thomas Nagels
Stellung des Mitleids in einer nicht-metaphysischen Ethik – Werner Marx
Mitleid und Vernunft - Walter Schulz
Religion und Mythos – göttliches Mitleid reloaded
Mitleid und Glück – Robert Spaemann
Rückwendung zum Mythischen – Mitleid und religiöse Weiblichkeit
Mitleid und Christentum - Spielarten einer Wiederentdeckung religiös motivierter Tugend
Tödliches Mitleid versus christliches Mit-leiden
Exkurs: Beispiele Praktischer Umsetzung
Beispiel 1: Das Compassion-Projekt – rezensorische Darstellung einer didaktischen Anleitung
Beispiel 2: Mitleid und Religionsunterricht
5. MÖGLICHKEIT EINER ETHIK OHNE RELIGION











