(openPR) Das Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen (NZN) erweitert sein Therapieangebot im Armlabor. Als zweite Einrichtung in Deutschland steht dem NZN mit dem neuen Armeo®Power ein roboterunterstütztes Armtrainingsgerät zur Verfügung, das neurologischen Patienten mit schwersten Armparesen ein hocheffektives Armtraining ermöglicht.
Bad Essen. Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland 150.000 Menschen einen Schlaganfall. 75 Prozent der Betroffenen überleben, aber jeder zweite davon weist Lähmungserscheinungen auf, die die Alltagsaktivitäten bedeutsam einschränken. Der Genesungsweg der Patienten ist lang und schwierig. Nur über ein mühsames „Motorisches Lernen“ können neue Nervennetzwerke im Ge-hirn angeregt werden, verloren gegangene Funktionen in Armen und Beinen wiederzugewinnen.
„Je intensiver und alltagsrelevanter die Therapie ist, umso größer sind die Chancen, z. B. nach einem Schlaganfall die Bewegungsfähigkeit wieder herzustellen. „Genau hier setzen die computergestützten Trainingsgeräte an“, erläutert Privatdozent Dr. Tobias Leniger, Chefarzt des Dr. Becker Neurozentrums Niedersachsen. Er hat ermöglicht, dass jetzt mit dem Armeo®Power einer der neuesten Rehabilitationsroboter vom Hersteller Hocoma im therapeutischen Alltag im Armlabor des NZN getestet werden kann. „Wir haben bisher schon sehr gute Erfahrungen mit dem Armeo®Spring gemacht. Dieses computergestützte Therapiegerät der Firma Hocoma ist vor allem für weniger schwer betroffene Patienten geeignet. Zwei dieser Geräte haben wir im ständigen Einsatz und erzielen zum Teil ganz erstaunliche Ergebnisse bei unseren Patienten. Deshalb haben wir auch an roboterunterstützten Therapieverfahren für schwerstbetroffene Patienten großes Interesse.“
Im Gegensatz zum Armeo®Spring benötigt der Armeo®Power keine sichtbare Bewegungsinitiative des Patienten. Die Sensoren des Geräts erfassen schon die kleinsten Bewegungsimpulse am Arm. Integrierte Präzisionsmotoren greifen diese Impulse auf und ermöglichen so dem Patienten trotz eines kompletten Funktionsverlustes alltagsnahe Bewegungen mit dem Arm. Diese werden über ein „Augmented Performance Feedback“-System direkt auf einem Monitor dargestellt. So können eine Motivations- und letztlich eine Leistungssteigerung erreicht werden, erläutert die leitende Ergotherapeutin Frau Delgado Garcia. „Und dann heißt es üben, üben, üben. Das wiederholende Üben ist Grundvoraussetzung für das ‚Motorische Lernen’.“
Leniger will in der kommenden Zeit Hinweise auf Effizienzsteigerungen in der Therapie sammeln und im Anschluss eine Studie zum Einsatz des Armeo®Power im therapeutischen Alltag anlegen. Daran ist auch der Hersteller interessiert. „Die Zusammenarbeit mit dem NZN ist für uns sehr fruchtbar. Wir kennen das moderne Therapiekonzept des NZN und wissen, dass unsere Geräte hier intensiv im Einsatz sind. Solche in der Praxis gesammelte Daten unterstützen uns dabei, unsere Geräte stetig zum Nutzen der Patienten weiterzuentwickeln“, erklärt Dr. Alexander Duschau-Wicke, Produktmanager bei Hocoma.





