(openPR) Anfang August 2012 hat die Autorin Anna Kaleri mit dem Lindenau Verlag einen Kleinverlag gegründet, in dem sie unabhängig eigene eBooks herausgibt. Als Erstes ist im September eine Wiederauflage von „Es gibt diesen Mann“ erschienen.
Fragen: Felix Liebermann
Im Herbst wird Ihr neuer Roman „Der Himmel ist ein Fluss“ als Hardcover und eBook im Graf Verlag München publiziert. Warum gründen Sie in dieser Situation einen eigenen Verlag?
Kaleri: Ich sehe eigene eBooks als Ergänzung zum Printbereich. Die Zusammenarbeit mit einem renommierten Verlag ist nach wie vor durch nichts zu ersetzen.
Als erstes eigenes eBook sind Ihre Prosaminiaturen „Es gibt diesen Mann“ erhältlich, die 2003 im Luchterhand Verlag als Hardcover erschienen sind.
Kaleri: Das war mein Debüt mit einer frechen, verspielten Sprache, so würde ich heute nicht mehr schreiben…
Wieso?
Kaleri: Weil jeder Autor mal erwachsen wird… (lacht) Ich war jedenfalls beim Wiederlesen erstaunt, dass es dort etwas gibt, das womöglich auch jüngere Leute heute anspricht, die sich mit dem Thema Beziehung abkämpfen.
Was haben Sie noch in petto?
Kaleri: Ich freue mich darauf, ein Kinderbuch und eine Short Story Sammlung herauszugeben. Es sind Texte, zu denen ich schon viel positives Feedback bekommen habe, die aber nicht in gängige Kategorien passen.
Ist so ein eReader für einen sinnlichen Menschen nicht etwas Schreckliches?
Kaleri: Ich habe mich eine Weile dagegen gesträubt. Natürlich ist ein Buch haptisch viel interessanter, es duftet und man kann Klebezettel reinkleben. Überzeugt hat mich, dass man in einem kleinen Lesegerät Hunderte von Büchern mit sich tragen kann und dass für eBooks keine Bäume gefällt werden brauchen. Deswegen auch das grüne Blatt als Logo des Lindenau Verlags.
Ihre eBooks werden rund 7 Euro kosten. Wie kommen Sie auf diesen Preis?
Kaleri: Das eBook zu „Der Himmel ist ein Fluss“, auf dessen Preis ich ja keinen Einfluss hatte, wird als Kindle-Edition 14,99 kosten, das sind nur zwei Euro weniger als das gedruckte Buch. Das finde ich einfach zu teuer. Bei selbst herausgegeben eBooks möchte ich dem Leser entgegen kommen, aber meine Werke auch nicht verramschen.
Hat das Veröffentlichen von eigenen eBooks auch finanzielle Vorteile?
Kaleri: Das hoffe ich! Bei einem renommierten Verlag verdient der Autor an der eBook-Fassung seines Werkes 20 Prozent vom Verlagserlös, beim selbstpublizierten eBook bis zu 70 Prozent. Allerdings brauche ich viele Jahre für ein Werk und für eine professionelle Veröffentlichung benötigt man einen Lektor, ein Korrektorat, Gestalter für das Cover und eigene ISBNummern, das kostet natürlich. Und es kostet Zeit, weil man seine eigene Marketingabteilung sein muss.
Wie hoch war Ihr Startkapital?
Kaleri: Etwas über zweihundert Euro für Verlagsanmeldung und ISBN. Der Rest ist mit Unterstützung von Freunden entstanden. Ihre Arbeit wird in Naturalien vergolten, jedenfalls beim ersten Buch.
Wo kann man Ihre eBooks herunterladen?
Kaleri: Auf Xinxii, iBookstore, bei Barnes & Nobles, Casa del Libro, Fnac, Kobo, für Mobiltelefone bei Sony, T-Mobile, Vodafone und auf Amazon.









