(openPR) SweetCANDYstruggles, das sind die großen und kleinen Alltagsproblemchen – die Bocklosigkeit an einem Montagmorgen, das technische Dilemma durch ständige Neuerungen ebenso wie die Ratlosigkeit im Angesicht eines vollgestopften Kleiderschranks. Das Projekt der Karlsruher Fotografin Sabrina Turner stellt die sweeten struggles unkommentiert und wertfrei globalen Problemen gegenüber wodurch sie eigentlich nichtig werden sollten. Die Art und Weise der Darstellung verhindert eine solche Relativierung und lässt sie so erscheinen, wie sie in der Regel wahrgenommen werden: aufgebauscht und groß.
Karlsruhe. „Wir sitzen alle auf demselben Planeten fest und mit alle meine ich nicht nur die, die sich zur Gattung Homo mediaticus zählen dürfen. Wir atmen dieselbe Luft, sitzen unter demselben Himmel. Wir nehmen Einfluss auf das Leben der anderen, bewusst oder unbewusst. Ein Beispiel: Fliegt Land A eines seiner kulturellen Errungenschaften im Energiesektor um die Ohren, bekommt Land B auf der anderen Seite des Eis weiche Knie. Aktion und Reaktion waren schon global als die ersten Globalisierungsgegner noch nicht mal ein Funkeln in den Augen ihrer Eltern waren. Und doch scheint ein immer größer werdender Teil unserer Crew sich selbst am Nächsten zu sein.“, so Turner. Dies äußert sich unter anderem in der individuellen Problemwelt. Kommt da jemand mit dem erhobenen Zeigefinger und will uns etwas über Ungerechtigkeit und Verantwortung erklären ist das lästig und meist kontraproduktiv. Klar gibt es Obdachlosigkeit, Hunger, Krieg. Hier werden ein paar Delfine abgeschlachtet, dort Kinder zum Töten gezwungen. Die Welt ist schlecht, der Mensch grausam, das ist kein Geheimnis - aber das alles ist so weit weg.
SweetCANDYstruggles will kein erhobener Finger sein. Vielmehr ein sympathischer Aufruf zur Reflektion. Es ist nur natürlich, dass Probleme, die einen selbst nicht unmittelbar betreffen, auch nicht so präsent sind und meist fehlen das nötige Wissen und die Zeit um den Zugang zu schaffen. Was aber jeder tun kann, ist die eigene Grundeinstellung ein wenig zu adjustieren, das heißt empört sein, wenn Empörung gefragt ist und Solidarität zeigen, wenn Solidarität gebraucht wird. Es geht nicht um Spenden, nicht um Aufstände und Demonstrationen, es geht darum seine eigene Situation zu betrachten, zu erkennen, dass es einem selbst gar nicht so schlecht geht, wie man es gerne sich und der Umwelt glaubend machen möchte. Es geht um den Kampf gegen die Unzufriedenheit, obwohl man zufrieden sein könnte, es geht darum erst zu überlegen, bevor man mit dem Schimpfen beginnt. Doch das Wichtigste ist, zu bedenken, dass manche unserer Handlungen tiefe Spuren hinterlassen. „Ein Einzelner alleine kann die Welt niemals retten, wohl aber zerstören. Durch mein Projekt soll das Nachdenken angefacht und Nachhaltigkeit geschürt werden. Dazu gehört es aber auch die SweetCANDYstruggles wieder zu dem werden zu lassen, was sie wirklich sind: Wohlstandsproblemchen.“
Die Bilder enthalten allesamt dieselben Inhaltsstoffe: ein lustiges und quietschbuntes Portrait, selbstverständlich mit Candy, ein SweetCANDYstruggle sehr minimalistisch und die auf ihre Kontraste reduzierten Ikone einer Realität abseits unseres Dunstkreises. Auf den ersten Blick witzige Eyecatcher. Erst der zweite oder dritte Blick enthüllt den wahren Nährwert. „Fett wird von diesen Kalorienbomben sicherlich niemand, die legen sich eher wie ein Speckgürtel ums Hirn.“
Gemäß dem Motto: Wer etwas verändern möchte, sollte mit der Person beginnen, die einem morgens im Spiegel begegnet – hat Sabrina Turner zuerst mit ihren eigenen SweetCANDYstruggles begonnen.











