(openPR) "Die Feder ist mächtiger als das Schwert", sagte einst Edward Bulwer-Lytton. Der Schriftsteller und Politiker lebte im 19. Jahrhundert, lange vor der Erfindung der mobilen Telekommunikation. Lebte Bulwer-Lytton im Hier und Jetzt würde er vielleicht sagen: "Diese App (Kurzform für Applikation) ist mächtiger als das Ordnungsamt!"
Die Frechener Medienagentur gain-up.de ist das Zentrum einer kleinen Revolution der Hundehalter gegen die städtischen Ordnungsämter. Sie hat eine Applikation - kurz App - für Smartphones entwickelt. Mit der "Hundefreigang-App" können sich Hundebesitzer gegenseitig vor Leinenkontrollen der Ordnungshüter warnen.
Seit drei Jahren fühlen sich besonders die Kölner Hundehalter vom Ordnungsdienst "verfolgt und abgezockt". Grund für den Ärger: Das Amt kontrolliert verstärkt den "generellen Leinenzwang in Grünanlagen". Dabei - so die Hundebesitzer - arbeite die Stadt Köln mit allen Tricks.
Besonders beliebt sei die Kontrolle in der Nähe der ohnehin rar gesäten, ausgewiesenen Freilaufflächen. Wird der Hund einige Meter zu früh von der Leine gelassen, wird ein Bußgeld von bis zu 30 Euro fällig. Schwimmt er in einem Weiher müssen 60 Euro gezahlt werden. "Die Stadt Köln hat die Hundehalter als sprudelnde Einnahmequelle entdeckt", glaubt gain-up.de Geschäftsführer Ralf Scholz. Vor einigen Monaten hat seine Agentur mit der Entwicklung einer Internet-Community für hundeinteressierte Menschen begonnen. In dieser virtuellen Welt können sich Hundeinteressierte über Ernährung, Gesetze, Erziehung, Gesundheit und alles rund ums Thema Hundehaltung austauschen. Unter anderem sind auf der Internetseite und in der kostenpflichtigen "App" alle bekannten Hundefreilaufflächen Deutschlands aufgelistet.
Mit Hilfe der Standortbestimmung werden dem App-Nutzer sein derzeitiger Aufenthaltsort und andere Hundefreigänger in der Umgebung angezeigt. So können sich Hundebesitzer spontan zum gemeinsamen Gassigang treffen. Sollte ein Tierarztbesuch von Nöten sein, werden die Tierarztpraxen in der Nähe aufgelistet. Über die Chatfunktion können sich die Nutzer gegenseitig vor ausgelegten Giftködern oder herumliegenden Glasscherben warnen. Trainingsvideos geben Erziehungstipps und in einer digitalen Hundeenzyklopädie werden alle Hunderassen mit ihren Vorzügen und Eigenarten aufgelistet. Zu einem der ersten Nutzer der Hundefreigang-Community gehörte der Schauspieler, Sänger und Moderator Oliver Petszokat, besser bekannt als Oli.P. Seine Freundin Pauline Schubert betreibt in der Kölner Südstadt einen Biofutter-Laden für Hunde.
"Auf der Seite eines unserer Zulieferer sind wir über den Link zur Hundefreigang-Community gestoßen. Aus Neugier haben wir draufgeklickt und waren direkt begeistert", sagt Olli.P und streichelt seinen Labrador-Mix 'Phoebe'. Hätte er die App früher entdeckt, wären ihm vielleicht einige schlaflose Nächte erspart geblieben: "Unsere 'Phoebe' hat im Römerpark ein vergiftetes Stück Fleisch gefressen. Eine Woche lang sah es so aus, als ob sie es nicht überleben würde." Jetzt ist die lebhafte Hundedame wieder wohlauf. "Mit der Hundefreigang-App hätte man frühzeitig vor der Gefahr im Römerpark warnen können." Besonders die Möglichkeit, die Inhalte mitzubestimmen und eigene Ideen einfließen zu lassen schätzt der Exil-Berliner an der Hundehalter-Plattform. "Wir operieren immer noch am lebenden Patienten", gibt App-Entwickler Ralf Scholz zu. Fast täglich wird das Angebot der Community ausgebaut. Aus den Reihen der Nutzer kam auch der Vorschlag mit dem "Ordnungsamts-Radar". Sichtet ein Hundefreigänger Ordnungsamtsmitarbeiter, sendet er ein Warnsignal mit einer genauen Standortbestimmung der Ordnungshüter. Bei allen anderen Hundefreigängern ertönt dann ein Warnsignal, welches dem Geräusch eines U-Boot-Sonars nachempfunden ist. Schnell können die Hunde rangerufen und angeleint werden. Derzeit gibt es die App nur für Apple-Produkte (IPhone, IPad). Eine Programmierung für das Android-System ist in Planung. "Derzeit belaufen sich die Entwicklungskosten für die Hundefreigang-Community auf etwa 80.000 Euro - weitere Programmierungen würden das Budget einfach sprengen", entschuldigt sich Entwickler Scholz bei allen Android-Nutzern. Noch kostet die App fürs Smartphone einmalig 1,59 Euro. "Unser Ziel ist es aber sie in Zukunft kostenlos anbieten zu können - dafür benötigen wir aber noch mehr Nutzer und Werbepartner", so der gain-up.de Geschäftsführer. Und Oli.P schlägt vor: "Oder die Kosten für die App werden einem Tierheim oder einer Tierschutzorganisation gespendet - die können jeden Cent gebrauchen!"
Weitere Informationen im Internet auf:
www.hundefreigang.de
Von Lars Kindermann










