(openPR) Köln - Obwohl kaum jemand die Wüste aus eigener Erfahrung kennt, übt sie eine starke Anziehung aus. Dabei geht es nicht nur um das Abenteuer, das sie auch heute noch trotz guter Ausrüstung, GPS und ausreichender Versorgung darstellt. Es geht wohl vielmehr darum, dass die Wüste uns in unserer Industrie- und Konsumgesellschaft mit ihren vielfältigen Zwängen wie eine viel versprechende Anderswelt erscheint, in der wir hoffen, Weite, Stille, Freiheit und uns selbst zu entdecken. Auch das Wandern als stetige Selbstbewegung reizt, weil auch hier neben der ganz eigenen Begegnung mit der Natur die Begegnung mit sich selbst winkt. „Ich bin dann mal weg“, um endlich einmal ganz da und bei mir zu sein. Beides –Wüste und Weg- sind wohl Urbilder, tief in unserem kollektiven Wissen verankert, auf die unsere Seele anspricht, weil sie in ihnen wie in einem Spiegel grundlegende Erfahrungen mit dem Leben wieder erkennt.
Mit Berbern unterwegs
"Jedesmal, wenn ich in der Wüste sein darf, fühle ich mich aufs neue von ihr eingeladen und beschenkt", erzählt Mohammed El Hachimi, gebürtiger Marrokaner und Coach. "Ich sehe dann meinen Großvater mit gekreuzten Beinen wie einen lehrenden Buddha in Kontemplation auf dem Boden sitzen mit einem gütigen, wohlwollenden und gelassenen Blick auf seine vielen Enkelkinder. Leicht und wach erzählte er uns von seinen vielen Karawanen, seinen unendlichen Reisen über Sand und Dünen, durch Oasen und Steppen - mal reitend, mal laufend - , ohne die Gefahren und das Glück dieser Wege auszulassen." Heute begleitet El Hachimi selber Karawanen - nicht mehr die Warenzüge nach Timbuktu, sondern Trekkingtouren in Begleitung von Berbern mit ihren Dromedaren. Unternehmer, Führungskräfte und Verantwortungsträger aus dem Gesundheitswesen sind seine Teilnehmer, die in der Wüste Abstand, Ruhe und Klarheit in persönlichen und beruflichen Fragen suchen. Aber auch Menschen, die einfach nur die grandiose Natur erfahren möchten.
Unterwegs zu sich
Täglich wird eine Strecke von 4-5 Stunden Gehzeit zurückgelegt - zu Fuß oder auf einem Dromedar, ganz nach Belieben, unterbrochen von einer Mittagspause im Schatten einiger Palmen. Mal ist jeder für sich, mal geht man in kleinen Gruppen miteinander, mal wird das Gespräch mit dem Coach gesucht. "Eine der beeindruckendsten Erfahrungen war für mich, wie sehr das Gehen in der Wüste mir den Kopf frei machte", erinnert sich Karl Weber. "War es anfangs noch gut, den eigenen Gedanken nachgehen zu können, wurde es für mich mehr und mehr nur noch wichtig, in einen guten Laufrhythmus zu kommen. Schritt für Schritt, ohne die ganzen Nebengeräusche sich mit dem Gestern und Morgen beschäftigender Gedanken. Ich musste nichts loslassen - Stille, Weite und Gehen nahmen es mir ab." Am Nachmittag empfangen die aufgebauten Zelte die Gruppe, wo es frisch gebrühten Tee gibt und später natürlich ein ausgiebiges Abendessen. Am abendlichen Feuer entwickeln sich Gespräche über "Gott und die Welt" und Begegnungen zwischen den Kulturen, ehe sich die einen in die Zelte zurückziehen und die anderen ihr Nachtlager im Freien unter dem grandiosen Sternenzelt bereiten.
Einfache Glücksmomente
"Ich war überrascht, was in der Wüste plötzlich alles zu einem glücklichen Augenblick werden kann: eine Nacht im Freien unter dem überwältigenden Sternenhimmel, ein unterwegs angebotenes Bonbon, eine Handvoll Nüsse und Datteln, ein Schluck Wasser, der noch ein wenig von der Kühle des Brunnens ahnen ließ; geradezu großartig die Begegnung mit Oasen, wo einer unserer Berber uns mit kalten Kopfgüssen verwöhnte oder wir mitten in der Wüste ein Bad nehmen konnten." Kerstin Hauke zehrt noch lange von diesen Erfahrungen. Es sind Bilder, die bleiben und auch im Alltag immer wieder an Wesentliches erinnern.
Für El Hachimi ist es wichtig, dass ein großer Teil der Einnahmen aus dem Trekking "im Land bleibt" - in Form von Lohn für die mitziehenden Berber, die davon ihre großen Familien ernähren, und als Fördermittel für soziale Projekte wie Krankenhäuser und Schulen. Auch das Riad Lamane am Rande der Wüste, eine kleine Hotelanlage wie aus Tausend-und-einer-Nacht, in dem die Gruppe die letzten beiden Tage zur Erholung verbringt, ist ein solches Projekt. 28 Arbeitslose haben hier Arbeit und Einkommen generiert.
Termine und weitere Informationen finden Sie beim Veranstalter: www.balance-management.info/05sinn-reisen.html













