(openPR) Freitag um 14:00 Uhr wurden wir von einer Hausverwaltung um Hilfe gebeten, da die La-borergebnisse der Untersuchung auf Legionellen einige extreme Ausreißer auswiesen.
Um 16:00 Uhr war unser Team vor Ort und nahm sich der Problematik an.
Als erstes wurde eine Vor-Ort-Begehung durchgeführt und die Trinkwarmwasserspeicher kontrolliert. Dafür setzten wir unser mobiles Temperaturmonitoring ein, um das Tempera-turverhalten im TWW-System und im Speicher zu kontrollieren.
Dabei wurde schnell ein großes Problem deutlich. Die Temperaturen des Speichers waren falsch eingestellt. Der Grund für die zu geringe Speichertemperatur war nicht sofort er-kennbar.
Die Speichertemperatur wurde hochgefahren, um als Sofortmaßnahme eine thermische Desinfektion durchführen zu können. Die Speicher erreichten eine Temperatur von 70 °C. Mit dieser guten Ausgangssituation konnte die thermische Desinfektion in den Wohnungen problemlos durchgeführt werden.
Die Mieter wurden von der Maßnahme informiert und vor den erhöhten TWW-Temperaturen gewarnt, da eine Verbrühungsgefahr bestand. Das Verständnis der Mieter für die diese Maßnahme war groß. Befürchtete Einsprüche wegen der „Wasserverschwendung und Kostenerstattung“ blieben aus. Die Gesundheit war den Mietern wichtiger als die Belästigung von 3 Minuten desinfizieren bei 70 °C TWW-Temperatur.
Bei der thermischen Desinfektion wurden weitere Probleme, die die Trinkwasserqualität be-einflussen, deutlich. Fehlende Zirkulationsleitungen in einigen Bereichen verzögerten den Ablauf der Desinfektion, denn die Anlaufzeit bis zum Erreichen der Temperatur von 60 °C – 70 °C verlängerte sich. Somit konnte gleich ein weiteres Problem in der Trinkwasserinstalla-tion erkannt werden.
Nach Abschluss der thermischen Desinfektion wurde der Speicher auf 60 °C TWW-Temperatur heruntergefahren und das Temperaturmonitoring erfasste noch mehrere Tage den Temperaturverlauf.
Am kommenden Tag trat ein neues Problem vor Ort auf. Der Sicherheitstemperaturbegren-zer sprang nach der thermischen Desinfektion an und schaltete die Kesselanlage ab. Somit war ein neues Problem für die zu geringe TWW-Speichertemperatur analysiert. Die Steue-rung für die TWW-Speicher konnte nicht die Forderungen der konstanten 60 °C erfüllten. Die Regelungstechnik muss nun erneuert werden, um das Problem zu umgehen.
Ausgehend von den ersten Erkenntnissen, die bei der thermischen Desinfektion gewonnen wurden, erarbeiteten wir eine Gefährdungsanalyse für das Wohnhaus.
In der Gefährdungsanalyse wurden die technische Betriebsführung, wie Wartung und In-standhaltung, genauer unter die Lupe genommen. Dabei konnte festgestellt werden, dass es einen Wartungsvertrag für die Heizungsanlage gab, aber für die separate TWW-Erwärmung kein Vertrag vorhanden war.
Bei der Auswertung der bautechnischen Kriterien auf Basis des DVGW-Regelwerkes W 551 wurden weitere Probleme erkannt und deren Risiken analysiert sowie Verbesserungsvor-schläge erarbeitet.
So war nicht nur die defekte Kesselsteuerung ein Problem, auch fehlende Zirkulationsleitun-gen, falsch montierte Zirkulationsventile sowie funktionale Totleitungen konnten aufgespürt werden.
Die betriebstechnischen Kriterien konnten wir durch unser mobiles Temperaturmonitoring genau auswerten. Die Temperaturspreizung am TWW-Speicher zwischen TWW und Zirkula-tion waren im geforderten Bereich von 5 Kelvin. Allerdings erreichten wir nicht die geforder-ten Temperaturen in Höhe von 60 °C am TWW-Austritt und die 55 °C in der Zirkulation.
Die Expertise zur Gefährdungsanalyse schließt mit einem Maßnahmenplan ab für kurz-, mittel- und langfristig umzusetzende Maßnahmen, um die Trinkwassersicherheit zu gewährleisten.
Somit wurde der Hausverwaltung gleich eine entsprechende Vorgehensweise erarbeitet, um das Gefahrenpotenzial zu senken und um mit dem Gesundheitsamt die weitere Vorgehens-weise abzustimmen.
Die nun vorliegenden Laborergebnisse der Trinkwasseruntersuchung auf Legionellen zeigen, dass wir einiges für die Gesundheit der Mieter des Hauses bewegen konnten. Um aber lang-fristig die Trinkwassersicherheit zu gewährleisten, sollten die Maßnahmen aus der Gefähr-dungsanalyse umgesetzt werden.
Sollten sie auch einmal in diese Problematik geraten, rufen Sie uns doch bitte an.
Wir helfen Ihnen gerne.












