(openPR) BENSHEIM, 20. Oktober 2005. Hessens Kinder nehmen ihre Stadt unter die Lupe: mit grünen Karten mit lachenden Gesichtern, die aussagen „hier fühle ich mich wohl", oder mit roten Karten mit einem traurigen Gesicht, die bedeuten „hier gefällt es mir nicht", bewerten sie in den nächsten zwei Monaten ihr Wohnumfeld.
Eine einmalige Aktion in Deutschland geht in die heiße Phase: Erstmals wird in einem ganzen Bundesland Kinderfreundlichkeit von Kindern selbst getestet. Im September diesen Jahres hat die „hessenstiftung - familie hat zukunft" zum Projekt „Kinder bewerten ihre Stadt" (KIBIS) aufgerufen. Nach einer Bewerbungsphase und einer Auswahl der Teilnehmer beteiligen sich nun insgesamt 149 Gruppen aus 31 hessischen Städten und 24 Stadtteilen an der Befragung. Insgesamt machen 3440 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren mit.
„Unser Aufruf hatte eine riesige Resonanz," sagte Projektleiter Professor Bernhard Meyer von der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, die im Auftrag der Hessenstiftung die Aktion KIBIS durchführt. „Die Suche nach Beispielen, die von Kindern selbst als kinderfreundlich eingeschätzt werden, bringt uns bei der erfreulichen Beteiligung ein ganzes Stück weiter", so Meyer. Mit KIBIS will die im Jahre 2001 von der Hessischen Landesregierung gegründete Stiftung verstärkt Kinderperspektiven in die Zukunftsdiskussion und die kommunale Planung einbringen.
Die Kindergruppen bewerten ihrer Heimatstädte in drei Schritten: in der ersten Stufe geben sie eine individuelle Stellungnahme zu ihrer Heimatstadt ab. Methodisch wird diese Phase von dem Gruppenleiter angeleitet. Hier kommen farbige Karten mit Smileys zum Einsatz. In der zweiten Stufe füllen die Kinder einen skalierten vorgegebenen Fragebogen aus. In der dritten, freiwilligen Stufe können die Kinder sich innerhalb der Gruppe auf einen Verbesserungsvorschlag für ihre Stadt einigen. Der Vorschlag wird als „Zukunftskarte" mit den Fragebögen bis zum 15. Dezember an die Evangelische Fachhochschule Darmstadt zurückgeschickt und dort ausgewertet.
Die Ergebnisse von KIBIS gibt die „hessenstiftung - familie hat zukunft" im März 2006 bekannt. Die besten Beispiele aus den Städten werden mit Urkunden ausgezeichnet. Unter den teilnehmenden Kindergruppen werden Eintrittskarten für einen Freizeitpark sowie einen Hochseilgarten verlost. Unter denen, die als Gruppe eine „Zukunftskarte" eingereicht haben, wird ein Preis für ein gemeinsames Fest im Wert von 100.- Euro vergeben.
Fünfzehn Verbesserungsvorschläge aus den „Zukunftskarten" werden im März auf der Website der Hessenstiftung zur Online-Abstimmung veröffentlicht. Für die sechs besten Vorschläge gibt es Preise mit einem Gesamtwert von 25.000.- Euro, damit sie in die Tat umgesetzt werden können.












