(openPR) 19.07.2012. Versicherungen waren und sind für die meisten Bürger ein eher lästiges Thema. Ein negativer Ruf, Unwissenheit und Komplexität des Themas tun ein Übriges. Sich gegen Alles und Jedes zu versichern, ist auch nicht Sinn der Sache. Wichtig ist aber, dass die sogenannten biometrischen Risiken abgesichert sind, welche die finanzielle Existenz bedrohen. Das trifft zum Beispiel im Falle einer Berufsunfähigkeit ein.
Die wichtigsten Fragen zum Thema Berufsunfähigkeit beantwortet daher Jürgen Buck, Vorstand der Heilbronner Verbraucherorganisation „Geld und Verbraucher e.V.“
Was versteht man unter biometrischen Risiken?
Als biometrische Risiken gelten eigentlich alle Risiken, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem eige-nem Leben stehen. Hierzu zählen Risiken, wie Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit, vorzeitiger Todesfall, Langlebigkeit, schwere Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit usw.
Warum bedrohen biometrische Risiken die finanzielle Existenz?
Beim Eintritt eines biometrischen Risikos sind viele deutsche Bürger schlecht aufgestellt. Sie verlassen sich zu sehr auf den Staat. Der bietet aber allerdings nur eine Teilkaskoabsicherung. Sich mit existenzbedrohenden Risiken auseinanderzusetzen ist psychologisch nicht einfach. Hier besteht der menschliche Verdrängungsfaktor. Z.B. sind junge und gesunde Menschen Verdrängungskünstler, wenn es um den Fall einer Berufsunfähigkeit geht.
Welche private Vorsorge kann gegen Berufsunfähigkeit getroffen werden?
Ganz wichtig ist der Abschluss einer ausreichenden Berufsunfähigkeitsversicherung. Jedoch hat nur jeder Vierte, laut Umfrage von Marktforschungsinstitute, überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Zu überprüfen ist, ob die versicherte monatliche Rente ausreichend ist. Circa 65 Prozent der Befragten nennen eine Unfallversicherung als ausreichenden Schutz, 68 Prozent halten „Sparen“ für die geeignete Absicherungsform. Weitere Absicherungsvorstellungen reichen von Immobilienkauf über Lebensversicherung bis hin zu einer Krankenzusatzversicherung. Diese sind in keiner Weise eine ausreichende Absicherung.
Wann sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden?
Der Sinn eines frühen Vertragsabschlusses liegt darin, dass im Teenageralter kaum Vorerkrankungen, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung unmöglich oder sehr kostenintensiv machen würden, vorliegen. Der Königsweg ist also in jungen Jahren der Versicherungsschutz zu erlangen. Der Vorteil liegt auf der Hand, neben einem bestehenden Versicherungsschutz kostet über die Gesamtlaufzeit gesehen die Versicherung nicht mehr, wie wenn der Abschluss z.B. erst mit 30 Jahren erfolgt.
Ab welchem Alter kann versichert werden?
Manche Versicherer bieten einen vollwertigen Schutz bereits ab einem Alter von 15 Jahren (teilweise ab 10 Jahre) an.
Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Im Prinzip Jeder. Schon jetzt scheidet jeder vierte Arbeitnehmer vorzeitig aus seinem Beruf aus. Besonders Selbstständige und Unternehmer sind von einer Berufsunfähigkeit betroffen.
Welche Berufsgruppe ist durch eine Berufsunfähigkeit gefährdet?
Das landläufige Bild, dass eine Berufsunfähigkeit nur durch körperlich stark belastende Berufe oder durch Unfälle entsteht, ist völlig falsch. Die häufigste Ursache einer Berufsunfähigkeit ist mittlerweile in einer psy-chischen Erkrankung zu suchen. Erst danach folgen Erkrankungen von Skelett, Muskeln und Bindegewebe, danach Herz und Kreislauferkrankungen und die Bildung von Tumoren. Insofern ist eine Berufsunfähigkeits-versicherung für alle Berufsgruppen wichtig.











