openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Vorboten der Krebszellen

18.07.201213:10 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Winzige Tumorpartikel könnten Krebsausbreitung begünstigen

München (gb) – Winzige Abschürfungen von Tumoren könnten die Ursache dafür sein, dass sich Krebs im Körper ausbreitet. Münchner Wissenschaftler untersuchen nun diese sogenannten Mikropartikel. Die Forscher vermuten, dass sie die Fähigkeit besitzen, durch den Körper zu wandern und gesunde Zellen in Krebszellen zu verwandeln. Sie hoffen, durch Blockade der Mikropartikel die Krebsausbreitung zu verhindern. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsvorhaben mit 346.000 Euro.



Eine besondere Eigenschaft von Krebszellen ist ihre Fähigkeit, sich aus dem Zellverband eines Tumors zu lösen. Sie gelangen in die Blut- oder Lymphbahnen, werden durch den Körper transportiert und dringen in andere Gewebe ein. Dort können sie sich ansiedeln und Tochtergeschwülste des ursprünglichen Tumors bilden, in der Fachsprache Metastasen genannt. Geschieht dies, sinken die Heilungschancen des Patienten drastisch.

Auf welche Weise die bösartigen Zellen die Blut- und Lymphbahnen verlassen, in das Gewebe eindringen und neue Tumoren bilden, ist noch weitgehend unbekannt. Doch möglicherweise helfen ihnen winzige Mikropartikel, die von der Krebszellhülle abbrechen, bei ihrem Feldzug durch den Körper. Denn Tumorzellen geben ständig solche kleinen Zellhüll-Brocken in die Blutbahn ab. Diese Krebsboten können leichter in das Gewebe eindringen als die um ein Vielfaches größeren Krebszellen und diesen den Weg ebnen. Damit nicht genug: Die Tumorabschürfungen können einen molekularen Schutzwall um sich herum errichten, der verhindert, dass sie vom Abwehrsystem des Körpers erkannt und entfernt werden.

Die gefährlichen Abschürfungen werden nun von Professor Dr. Bernd Engelmann, Institut für Klinische Chemie, und Professor Dr. Christiane Bruns, Chirurgische Klinik und Poliklinik am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München, untersucht. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Mikropartikel neben ihrer Fähigkeit zum Eindringen in das Gewebe zudem gesunde Zellen in Krebszellen umwandeln können. Sie untersuchen das Phänomen an Bauchspeicheldrüsenkrebs, einer Krebsart, die nach wie vor sehr schlecht heilbar ist und an der jährlich rund 14.000 Menschen in Deutschland erkranken.

Langfristig erhoffen sich die Münchner Forscher ein verbessertes Verständnis der Metastasierung von Krebs sowie neue Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten. „Wenn wir unterbinden, dass Krebszellen Mikropartikel abgeben, könnten wir damit auch die Ausbreitung von Tumoren verhindern“, so Engelmann. „Ein weiterer Ansatzpunkt für neue Therapien wäre das Aufbrechen des Schutzwalls der Partikel, um sie so für das Immunsystem angreifbar zu machen.“

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Derzeit erkranken in Deutschland pro Jahr etwa 490.000 Menschen neu an Krebs. Die von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekte haben daher das Ziel, innovative Strategien zu entwickeln, die den Betroffenen schnellstmöglich zugutekommen.“


Interviewpartner auf Anfrage!

Hintergrundinformation: Krebsforschung
Die Fortschritte in der Krebsforschung haben dazu beigetragen, neue wirkungsvollere Therapien gegen Krebs zu entwickeln und bestehende Behandlungsansätze weiter zu optimieren. So konnten die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in den vergangenen Jahren stetig verbessert werden. Diese Erfolge sind im Wesentlichen auch der Deutschen Krebshilfe zu verdanken, denn die gemeinnützige Organisation ist der bedeutendste private Förderer der Krebsforschung in Deutschland. Allein 2011 investierte die Deutsche Krebshilfe etwa 32 Millionen Euro in die onkologische Forschung. Bei der Forschungsförderung gilt es, im Sinne der optimalen Patientenversorgung vielversprechende Ergebnisse aus der Forschung schnell und effizient in die klinische Prüfung und Anwendung zu bringen.

Projektnr.: 109630


Bonn, 18. Juli 2012

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 649339
 1567

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Vorboten der Krebszellen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutsche Krebshilfe e.V.

Stiftungsprofessur: Selbsthilfe im Fokus
Stiftungsprofessur: Selbsthilfe im Fokus
Neuer Lehrstuhl in Freiburg erforscht Arbeit der Krebs-Selbsthilfe Bonn/Freiburg (mas) – Besuche am Krankenbett und Gespräche mit Gleichbetroffenen, Onlineberatung, Gremienarbeit: Die Krebs-Selbsthilfe hat sich seit ihrem Bestehen in den letzten vier Jahrzehnten sehr stark entwickelt. Nicht nur in der Rolle des individuellen Beraters für Betroffene und Angehörige, auch in der Gesundheitspolitik ist sie ein wichtiger Akteur. Allerdings blieb die Erforschung der Selbsthilfearbeit bisher auf der Strecke: Wie wirken die Angebote der Selbsthilfe …
3,2 Millionen Euro für krebskranke Menschen
3,2 Millionen Euro für krebskranke Menschen
Zehn Jahre „Willkommen bei Carmen Nebel“ zugunsten der Deutschen Krebshilfe Berlin/Bonn (hg) – Bereits zum zehnten Mal präsentierte Carmen Nebel am vergangenen Samstag, dem 29. September, die ZDF-Spendengala „Willkommen bei Carmen Nebel“ live aus dem Velodrom Berlin. Mit großem Erfolg bat die Moderatorin bei ihren über 3,6 Millionen Zuschauern um Spenden für die Deutsche Krebshilfe. Unterstützt wurde sie dabei von zahlreichen prominenten Gästen. „Es ist wichtig, dass wir die Eltern auffangen. Sie brauchen den Austausch mit anderen Eltern, d…
01.10.2018

Das könnte Sie auch interessieren:

Metastasen verhindern – Heilungschancen erhöhen
Metastasen verhindern – Heilungschancen erhöhen
… Tumor wachsen kann, benötigt er neue Blutgefäße, die ihn mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Diese Blutgefäße spielen eine Schlüsselrolle bei der Ausbreitung der Krebszellen im Körper: Sie ermöglichen es den Zellen, in den Blutkreislauf zu gelangen und sich in entfernten Organen anzusiedeln. Dabei müssen die Tumorzellen gleich mehrere …
Bild: Biologische Krebstherapie - FiebertherapieBild: Biologische Krebstherapie - Fiebertherapie
Biologische Krebstherapie - Fiebertherapie
Escape-Mechanismen der Krebszellen Immer mehr treten in der Erforschung der Krebszellen die Escape-Phänomene dieser Zellen in den Vordergrund. Von Escape-Phänomenen spricht man, wenn es Zellen gelingt, sich zu verstecken, unsichtbar zu machen oder Botenstoffe auszusenden, die das Immunsystem des Menschen unterdrücken. Gegen diese Escape-Phänomene kann …
Bild: Auslöser für Resistenz gegen Krebs-Immuntherapie entdecktBild: Auslöser für Resistenz gegen Krebs-Immuntherapie entdeckt
Auslöser für Resistenz gegen Krebs-Immuntherapie entdeckt
Mit der Krebs-Immuntherapie wird das körpereigene Abwehrsystem gegen die Tumorzellen aktiviert. Bei den meisten Patienten werden die Krebszellen jedoch resistent gegen die ver-wendeten Medikamente. Für die Entwicklung dieser Resistenz ist ein epigenetisches Kontrollprotein zentral, wie Forschende der Universität Zürich und des UniversitätsSpitals Zürich …
Bild: „Wir machen das Immunsystem scharf gegen den Krebs“Bild: „Wir machen das Immunsystem scharf gegen den Krebs“
„Wir machen das Immunsystem scharf gegen den Krebs“
… der bundesweit ersten klinischen Studie der Medigene AG, ob bestimmte weiße Blutkörperchen (T-Zellen) von Leukämie- oder Lymphompatienten so modifiziert werden können, dass sie Krebszellen zerstören. „Bei der T-Zell-Rezeptor-Therapie wird das eigene Immunsystem des Patienten scharf gegen Krebszellen gemacht. Wir gehen davon aus, dass diese Therapie für …
Neuer Ansatz für die Diagnose und Therapie von Krebs bestätigt
Neuer Ansatz für die Diagnose und Therapie von Krebs bestätigt
Aachen (fet) – Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg hemmten das Wachstum von Krebszellen durch Blockierung des TKTL1-Gens und zeigen damit einen möglichen Therapieansatz für Krebs auf. Der neue EDIM-TKTL1-Bluttest ist beim Nachweis von Krebserkrankungen einsetzbar und hilft den Erfolg der TKTL1-Ernährungstherapie zu überprüfen. Bereits …
Bild: Biologische Krebstherapie - Insulin Potenzierte Therapie (IPT)Bild: Biologische Krebstherapie - Insulin Potenzierte Therapie (IPT)
Biologische Krebstherapie - Insulin Potenzierte Therapie (IPT)
… grundlegende Nachteile: 1. Chemotherapeutika machen keinen Unterschied zwischen „guten“ und „bösen“ Zellen. Das heißt, mitgeschädigt werden vor allem gesunde Zellen, die sich, wie die Krebszellen, sehr häufig teilen. Dazu gehören Schleimhäute, Haarwurzeln und besonders das Knochenmark, in dem Blut- und Abwehrzellen gebildet werden. 2. Eine sichere Methode, …
Krebstherapie: chinesische Heilkräuter überwinden Chemo-Resistenz von Krebszellen
Krebstherapie: chinesische Heilkräuter überwinden Chemo-Resistenz von Krebszellen
Wenn Krebszellen unempfindlich gegenüber der Therapie werden, hat das fatale Folgen: Die Medikamente wirken nicht mehr und die bösartigen Zellen wachsen ungehemmt weiter. Eine Forschergruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hat jetzt Substanzen aus chinesischen Heilkräutern identifiziert, mit denen diese so genannte Chemo-Resistenz …
Bild: Chemotherapie fast ohne Nebenwirkung durch die Insulinpotenzierte Therapie (IPT)Bild: Chemotherapie fast ohne Nebenwirkung durch die Insulinpotenzierte Therapie (IPT)
Chemotherapie fast ohne Nebenwirkung durch die Insulinpotenzierte Therapie (IPT)
… Unterschied zwischen ,guten‘ und ,bösen‘ Zellen, es werden also auch gesunde Zellen geschädigt. Es lässt sich nicht vor der Behandlung überprüfen, ob die Krebszellen überhaupt auf die Behandlung ansprechen. Chemotherapeutika schädigen nur die im Teilungsstadium befindlichen Zellen. Krebszellen, die gerade ruhen, werden nicht betroffen. Diese werden dann …
Molekulare Spürhunde orten kranke Zellen
Molekulare Spürhunde orten kranke Zellen
… des Universitätsklinikums Münster. Mittlerweile sind molekulare Bildgebungsverfahren längst mehr als eine wissenschaftliche Vision. So hat die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), die Krebszellen an ihrem gesteigerten Stoffwechsel erkennt, bereits Einzug in den klinischen Alltag gehalten. Andere vielversprechende Methoden werden momentan intensiv …
Bild: Auf der Suche nach den Besten: Neue Methode zur Identifikation von krebsbekämpfenden ImmunzellenBild: Auf der Suche nach den Besten: Neue Methode zur Identifikation von krebsbekämpfenden Immunzellen
Auf der Suche nach den Besten: Neue Methode zur Identifikation von krebsbekämpfenden Immunzellen
Im Kampf gegen Krebs ist die klinische Immuntherapie zum führenden Innovationsgebiet geworden. Sie kann das Immunsystem so aktivieren, dass es Krebszellen zerstört und neue Krebsableger (Metastasen) verhindert. Für eine optimale Aktivierung müssen diejenigen Komponenten des Immunsystems mobilisiert werden, die besonders effektiv gegen Krebszellen vorgehen. …
Sie lesen gerade: Vorboten der Krebszellen