(openPR) Am 19. Juli 2012 feiert „Die Bernauerin“ in einer Neuinszenierung von Marcus Everding bei den Carl Orff-Festspielen in Andechs Premiere. Das „bayerische Stück“ – wie Orff selbst es nennt – kommt außerdem vom 20. bis 22. Juli und 26. bis 29. Juli im Florian-Stadl zur Aufführung. Wie bereits 2009 konnten Florian Fisch als Herzog Albrecht und Katharina Kram für die Rolle der Agnes Bernauer als Hauptdarsteller gewonnen werden. Es spielt das Orchester der Andechser ORFF®-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters unter der Leitung von Christian von Gehren. Die Einstudierung des neuen Andechser Festspielchors hat Christian Meister übernommen, während Thomas Pekny erneut für Bühne und Kostüme verantwortlich zeichnet.
Historisch, bayerisch und romantisch. Aber politisch? Ja, und entschieden ja. Der Konflikt Herzog Ernsts mit seinem Sohn, einziger Erbe und Thronfolger, ist eben kein persönlicher, sondern ein politischer. Zu einer Zeit in der es keine “round table“ Politiker Gespräche gab, wurde bei Streitigkeiten schnell zum Schwert gegriffen. Die Braut ist Herzog Ernst egal, solange sie „political correct“ ist. Vermeintlich sieht er keinen Ausweg als den Justizmord an Agnes. Es ist gesagt worden, dass es töricht sei, vergangene Zeiten nach den Maßstäben der eigenen zu beurteilen. Natürlich hätte es eine Alternative gegeben – das macht Agnes Tod zum Mord. Albrecht entzündet die Fackel des Tötens, alles scheint ausweglos. Orff verweist mit einer deus ex machina Lösung auf den Lösungsweg schlechthin, den christlichen. Verzeihen und Gnade. Der plötzliche Tod seines Vaters macht dem Sohn seine Verantwortung deutlich. Agnes Erhöhung in den Himmel zeigt ihm die Unmöglichkeit von Rache. Agnes ist nicht Rache, Agnes ist Liebe. Der Chor beschwört die höhere Gewalt Gottes: „Dein elender Tod komm itzo nit über uns“, greift die Brutalität der blutigen Sackgasse auf, um in Verehrung für Agnes zu enden. Die Rolle des Chors gilt es besonders zu beleuchten. Es ist nahezu ein griechischer Chor. Doch im Gegensatz zu „Ungeheuer ist viel, doch ungeheurer ist der Mensch,“ zeigt Orff die Lösung im Christlichen auf. „Amol ham in der Christnacht die Äpfelbam blühat“. Wunder sind möglich, aber wirken müssen wir sie selber. Nicht Rache, nicht Tod, sondern Nachsicht, wo der Feind gewütet hat. Unmöglich? Ja, aber anzustreben. Zu uns sagt Agnes: „Andern wird Anderes ein Andernes sein“. Politik wird von Menschen gemacht. Die Bernauerin ist ein Stück darüber. Und was wir Menschen könnten.
Mit der gebürtigen Regensburgerin Katharina Kram wird die Rolle der Augsburger Baderstochter Agnes Bernauer erneut mit einer Bayerin besetzt. Auch die männliche Hauptrolle übernimmt ein Bayer – der Münchner Schauspieler Florian Fisch gibt bereits zum zweiten Mal die Rolle des Herzogs Albrecht.
Weitere Aufführungen „Der Bernauerin“ sind vom 20. bis 22. Juli und vom 26. bis 29. Juli.
Premiere:
Donnerstag, 19.07.2012, 19.00 Uhr
Freitag, 20.07.2012, 19.00 Uhr
Samstag, 21.07.2012, 19.00 Uhr
Sonntag, 22.07.2012, 16.00 Uhr
Donnerstag, 26.07.2012, 19.00 Uhr
Freitag, 27.07.2012, 19.00 Uhr
Samstag, 28.07.2012, 19.00 Uhr
Sonntag, 29.07.2012, 16.00 Uhr
Einführungsvortrag:
1h vor Vorstellungsbeginn, Florian-Stadl, Eintritt frei
Besetzung:
Herzog Albrecht: Florian Fisch
Agnes Bernauer: Katharina Kram
Kanzler: Sebastian Goller
Kaspar Bernauer: Konrad Wipp
1. Bürger: Winfried Hübner
2. Bürger: Hans Otto Lampert
3. Bürger: Moses Wolff
4. Bürger / Hexe: Markus Fisher
5. Bürger / Hexe: Norbert Heckner
Badegast: Wolf von der Burg
Ein ganz Alter: Frater Lambert Stangl
Welscher Spielmann: Marko Cilic
Hexe / Adeliger: Wolfgang Haas
Hexe / Adeliger: Till Klewitz
Hexe / Adeliger: Philipp Wimmer
Sopransolo: Bele Kumberger
Musikalische Leitung: Christian von Gehren
Inszenierung: Marcus Everding
Bühne und Kostüm: Thomas Pekny
Choreinstudierung: Christian Meister
Orchester der Andechser ORFF®-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters
Andechser Festspielchor
Preiskategorien:
A € 55,-
B € 45,-
C € 32,-
D € 20,-
Karten sind erhältlich an den bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.muenchenticket.de
Schüler, Studenten und Schwerbehinderte erhalten 50 Prozent Ermäßigung.










