(openPR) Erstmals nach 115 Jahren erklingt bei der Premiere der Neuinszenierung von Puccinis „Manon Lescaut“ (Regie: Giancarlo del Monaco) am Freitag, den 9. Mai im Opernhaus Leipzig wieder die vollständige Fassung der Turiner Uraufführung von 1893. Ein ganz besonderes Geschenk zum 150. Geburtstag Giacomo Puccinis, den die Opernwelt in diesem Jahr feiert. Riccardo Chailly interessieren die fünf seit 1893 nicht mehr gespielten Stellen aus musikalischem wie musikwissenschaftlichem Interesse, zeigt sich doch an ihnen auch die Entwicklung Puccinis, der mit der „Manon Lescaut“ seinen ersten großen Opernerfolg erzielte. Gerade an der Urfassung wird deutlich, dass Puccini hier noch stark von Wagners Musikdramen beeinflusst ist, vor allem im Finale des ersten Aktes, das für Riccardo Chailly „fast eine Widmung an Wagners ‚Tannhäuser’ darstellt“. Die textlichen, rhythmischen und musikalischen Schwierigkeiten waren insbesondere für damalige Chöre so erheblich, dass Puccini nach der Uraufführung das Finale änderte. Lobend äußert sich deshalb Riccardo Chailly im Vorfeld zu dem hervorragenden Niveau des Chores der Oper Leipzig in der Einstudierung von Chordirektor Sören Eckhoff: „Die Schönheit des Klanges und die rhythmische Präzision des Opernchores sind ganz wunderbar und ermöglichen es, diese komplexe Fassung des Finales aufzuführen.“ Um die Leidenschaft und die zu erwartende Katastrophe geht es Starregisseur Giancarlo del Monaco in seiner Inszenierung. Erstmals nach 1990 („Il Trovatore“) führt Giancarlo del Monaco wieder Regie an der Oper Leipzig. Zusammen mit Riccardo Chailly hatte er bereits 1981 „Manon Lescaut“ an der Bayerischen Staatsoper München erarbeitet. Für die Neuinszenierung an der Oper Leipzig zeichnen dieses Mal für das Bühnenbild Johannes Leiacker, für die Kostüme Birgit Wentsch und für das Licht Wolfgang von Zoubek verantwortlich. In der Premiere am 9. Mai singen in den Hauptrollen Sondra Radvanovsky (Manon Lescaut), Teddy T. Rhodes (Sergeant Lescaut), Aleksandrs Antonenko (Chevalier Des Grieux) und James Moellenhoff (Geronte). Es spielt das Gewandhausorchester Leipzig.
Weitere Vorstellungen am 11., 14., 16., 18., 20., 24. und 28. Mai (zum letzten Mal in dieser Spielzeit!) 2008.











