(openPR) In den Monaten April bis Juni kommt es zu einem verstärkten Auftreten von Zecken. Diese sind nicht nur unangenehm, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Zecken lassen sie sich nicht, wie oft behauptet wird, von Bäumen fallen, sondern sitzen im Gebüsch, im Gras, oder im Unterholz bis ein Tier oder Mensch sie im Vorbeigehen abstreift.
Besonders gefährlich ist das Auftreten von Zecken der Gattung Ixodes ricinus, die bekannter weise den Erreger der Lyme-Borreliose, Borrelia burgdorferi und das Virus der Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME) übertragen. Warmes und feuchtes Wetter kommt den Zecken bei ihrer Verbreitung zusätzlich zu Gute.
Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin (GSAAM) empfiehlt deshalb. Wer gerne in der freien Natur unterwegs ist, sollte daher einiges beachten, um sich vor Stichen zu schützen und im Falle eines Stiches richtig damit umzugehen.
Zecken mit den FSME-Viren sind Deutschland nicht flächendeckend verbreitet, sondern sind auf lokal begrenzte Naturherde beschränkt. Die Anzahl der Erkrankungen hat in den letzten Jahren zugenommen, die Naturherde sind größer geworden. Vor allem in den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden Württemberg zählen die Regionen zwischen Heidelberg und Bodensee, der Voralpenraum sowie die Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken, die Region um Passau, die Oberpfalz sowie auch Niederbayern zu den Risikogebieten. „Eine FSME-Impfung wird in diesen Regionen allen Menschen empfohlen, die dort leben, aber auch solchen, die sich zu beruflichen, sportlichen, zu Freizeit-Aktivitäten oder Urlaub in der Natur aufhalten“, so Prof. Dr. med. Holger Blenk, Labor und Zentrum für Infektionsmedizin - EuromedClinic Fürth.
Die FSME Impfung ist weitgehend komplikationslos und bietet einen guten Schutz von bis zu 99%. Das Impfschema besteht aus 3 Impfungen, wobei nach der 2. Injektion in der Regel Immunität besteht.
Die zweite Erkrankung die durch Zecken übertragen wird ist die Lyme-Borreliose. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die bei etwa 10 % der von einer infizierten Zecke gestochenen Menschen zu einer symptomatischen und bei ca. 0,5-1% zu chronischen Erkrankung führen kann. Das Aufkommen der Zecken mit dem Erreger ist regional unterschiedlich, kann aber vor allem in Süddeutschland bis zu 35 % betragen. Die klinische Symptomatik ist außerordentlich vielfältig, vor allem in den chronischen, fortgeschrittenen Stadien. Die Diagnostik ist deshalb schwierig, erfordert viel Erfahrung seitens der klinisch tätigen Ärzte und seitens der Mikrobiologen und Laborärzte. Grundsätzlich handelt es sich aber um eine gut durch Antibiotika behandelbare und damit weitgehend ausheilbare Erkrankung. Die angebliche Unheilbarkeit der Erkrankung wird durch Unkenntnis der Klinik und Fehlinterpretation der Laborbefunde verursacht, so der Borrelioseexperte Prof. Blenk. Die Diagnosestellung sollte daher in Zusammenarbeit von Klinik und Labor durch erfahrene Ärzte erfolgen.
Keine der beiden Erkrankungen wird von Mensch zu Mensch übertragen – ein Infizierter kann andere also nicht anstecken.
Das können Sie selber tun:
Da es sich bei Zeckeninfektionen um eine Bakterieninfektion handelt, kann man sich nicht im Voraus schützen, aber nach einem auffälligen Stich mit Antibiotika behandeln. Auffällig bedeutet in diesem Fall, dass sich in den Tagen und Wochen nach dem Stich ein roter Fleck rund um die Einstichstelle kreisförmig ausbreitet. Diese sogenannte Wanderröte kann einen Durchmesser von bis zu 5 Zentimetern erreichen.
Manchmal dauert es Monate, bis sich eine Borreliose durch Fieber und Gelenkschmerzen bemerkbar macht. Dann sollte man sofort zum Arzt gehen und abklären lassen, ob es sich um eine Borreliose oder eine Grippe handelt.
Am besten geschützt sind Sie in langer, heller Kleidung, auf der Zecken deutlich zu sehen sind, da selbst spezielle Zecken-Sprays nur wenige Stunden wirksam sind.
Zuhause sollten Sie sich gründlich absuchen. Zecken stechen in der Regel nicht sofort, sondern suchen sich eine passende Stelle aus, in dem sie auf dem Wirt umher krabbeln. Wer Glück hat, kann die Zecke also noch vor dem Stich entfernen. Besonders gern suchen die Zecken feuchtwarme Körperstellen wie Achseln, Kniebeugen oder die Leistengegend auf. Dort sollten Sie gründlich nachschauen.
Wurden Sie dennoch gestochen, sollten Sie die Zecke möglichst rasch mit einer Zeckenkarte oder -Pinzette entfernen und die Wunde desinfizieren. Von früher empfohlenen Hausmitteln wie Olivenöl, Klebstoff oder Nagellack zur Zeckenentfernung wird dringend abgeraten, da diese das Infektionsrisiko erhöhen.















