(openPR) Unter dem Titel „Catalogue“ breiten Hanakam & Schuller in der Galerie Obrist ab 24. August ein Spektrum ihrer Arbeit aus. Dabei handelt es sich nicht um eine, sondern gleich drei Ausstellungen, die nacheinander im wöchentlichen Wechsel verschiedene Werkgruppen und Themenkomplexe des Wiener Künstlerpaares vorstellen: Entsprechend präsentiert sich die Galerie an drei Eröffnungsabenden in neuer Gestalt.
Erstmals in Essen zeigen Markus Hanakam (*1979) und Roswitha Schuller (*1984) ihre Arbeit in einer Einzelausstellung. Der Ausstellungstitel CATALOGUE nimmt Bezug auf den kunstwissenschaftlichen Terminus des Catalogue Raisonné, ein Gesamtwerkverzeichnis, das häufig nach formalen Aspekten getrennt geordnet wird. So liegen auch den drei Etappen dieser Ausstellung verschiedene Ordnungsprinzipien zugrunde, so beispielsweise eine Einteilung nach Gattungen (Installation, Film, Fotografie), oder jeweils die Beschäftigung mit einem anderen zentralen Begriff des Kunstdiskurses (Ornament, Apparatus, Utopie).
„CATALOGUE 24/8/2012 -29/8/2012“ stellt die Werkreihe TOPPINGS vor. Über mehrere Jahre beschäftigen sich Hanakam & Schuller bereits mit Dessertoberflächen und Toppings (Garnierungen), die sie als skulpturale Mittel untersuchen und einsetzen. Form- und Farbwelten dieser Toppings übersetzen sie in Videoanimation, Computeranwendung, Objekte und Kleinmöbel, oder wie in diesem Fall in eine Rauminstallation. So bewegen sich die Arbeiten in einem Spannungsfeld zwischen dem Kontext Kunst und dem Kontext von Konsum und Warenwelt, sie spielen mit der Rolle des Künstlers, der auch Designer sein kann, und thematisieren damit die aktuelle Kunstproduktion.
„CATALOGUE 31/8/2012 -5/9/2012“ befasst sich mit der Werkreihe INVASION, in dessen Zentrum der gleichnamige Kurzfilm steht. Hier nähern sich Hanakam & Schuller dem Begriff des „Apparatus“, der in der cinematografischen Theorie und in der Theorie der Fotografie eine zentrale Rolle spielt. INVASION konzentriert sich auf diese wundersame und magische, aber auch ideologisch behaftete Maschine, die gleichzeitig eine Narration über die Realität, wie auch über ihre eigene Geschichtlichkeit produziert. Der Film zeigt ein zum Teil absurdes und zugleich doch rekonstruiertes Equipment, dessen Design den Holzschnitten eines 1849 veröffentlichten Kompendiums zur Geschichte und Praxis der Fotografie folgt ("The History and Practice of the Art of Photography: Or the Production of Pictures through the Agency of Light"). Die Szenerie zeigt verschiedenartige Bewegungen und Funktionen des Apparatus. Die Atmosphäre ist die eines Science-Fiction-Films, in dem die Maschine einen essentiellen Part der Story darstellt und zu einem eigenständigen Charakter unter anderen wird.
„CATALOGUE 7/9/2012 -22/9/2012“ zeigt die Werkreihe KOKOMO, eine Serie von gescannten Objekten, die in einem inselartigen Setting neu arrangiert werden. KOKOMO bezeichnet ursprünglich einen Song der Beach Boys aus dem Jahr 1988, in dem sie Kokomo als ein utopisches Inselparadies, das irgendwo in den Bahamas verortet ist, beschreiben. Hanakam & Schuller spielen mit der narrativen Struktur dieses imaginären geographischen Ortes. Sie verwandeln ihn in - zunächst abstrakt wirkende - Bilder, die jedoch bei genauerer Betrachtung zahlreiche Details über den Prozess des Scannens und das originale dreidimensionale Objekt verraten.
Die Werke von Hanakam & Schuller wurden bereits auf internationaler Bühne ausgestellt und vielfach prämiert. Zuletzt wurde der Kurzfilm INVASION als “Jury Selection Work” beim Japan Media Arts Festival 2012 ausgezeichnet. Ihre Arbeit ordnen die Künstler selbst der Bildhauerei zu, allerdings in einem erweiterten Begriff, wie er von ihrem Lehrer Erwin Wurm vorgeprägt wurde. So erklären Hanakam & Schuller: „Wir versuchen, ihn mit anderen Medien zu erweitern wie zum Beispiel Video, Fotografie und Text. Wichtig ist dabei, dass die Skulptur im Kopf entsteht und nicht haptisch zu begreifen ist.“













