(openPR) „Von diesem Wachstum kann Österreich nur träumen“. Wiederholt gehört – im ORF.
Einmal beim Besuch des Bundespräsidenten in Vietnam und dann im Bericht über den Besuch des österreichischen Außenministers in Nigeria. Gemeint war das Wirtschaftswachstum in Vietnam und in Nigeria.
Was die unglaubliche Dummheit dieser Sager aufdeckt, ist (neben vielen anderen Kennzahlen) der Blick auf das Kaufkraft bereinigte Bruttonationaleinkommen je Einwohner in diesen Ländern: Vietnam: 3.359 $, Nigeria: 2.578 $. (World Economic Outlook Database, Daten 2011, Internationaler Währungsfond, Merkmal PPPPC).
Armes Österreich, muss sich mit 41.822 $ bescheiden (bloß das 12- bis 16-Fache).
Und dann – was ist das, der Traum vom Wachstum in den sogenannten Wohlstandsgesellschaften reicher Staaten? Mehr Umsatz?
Mehr Lebensmittel wegwerfen, mehr Verschwendung, mehr Überfluss, Dritthandy, mehr Werbegebrüll, größere Müllhalden, mehr Massentierhaltung, mehr Plastik im Meer, mehr Lärm, mehr Gestank, mehr Autobahnen / Tunnel - damit die Tomaten aus Spanien frischer ankommen, mehr Klumpert, mehr Treibhausgase, größere Immobilienblasen, mehr und größere Banken, mehr verstopfte Straßen und Wege, längere Staus, mehr Supermärkte im Grünland, mehr Schulden, mehr Spielautomaten, mehr Licht in der Nacht, mehr Energieverbrauch, mehr Chemie im Boden, mehr Verschmutzung, höhere Frequenz bei den Finanzspekulationen, u.s.w.u.s.f. ??
Gescheiter wäre, mehr für Wohlbefinden und Lebensqualität zu tun. Besser statt mehr.
Der Lebensqualität würde es gut tun, wenn ...
... die Kluft zwischen Arm und Reich kleiner und nicht größer wird, mit Ressourcen verantwortungsvoll umgegangen wird und nicht Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll landen, Steuergelder nicht für aufgeblähte und redundante Verwaltungsstrukturen verschwendet werden, der Regulierungswildwuchs und der Prestigeföderalismus ein erträgliches Ausmaß einnimmt und Investitionen nicht nach dem Regionalproporz verteilt werden, Prävention im Gesundheitswesen den notwendigen Stellenwert bekommt und Doppelgleisigkeiten, falsche Diagnosen und Therapien und unnötige Medikamente Ausnahmen sind, im Rechtssystem Gerechtigkeit und Überschaubarkeit Priorität bekommen, in einem effektiven Ausbildungswesen nicht nutzloses Wissen mit einer Halbwertszeit von Stunden vermittelt wird, die Umwelt geachtet wird, Luft und Wasser sauber ist und der Zugang zu Natur- und Grüngebieten möglich ist, die Lärm- und Lichtverschmutzung reduziert wird, Lebensmittel nicht über Tausende Kilometer transportiert werden (z. B. aufgrund obskurer Exportförderungen), obwohl sie um die Ecke wachsen (könnten), Betriebe und Ämter die Qualität und Kundenorientierung leben und weniger darüber prahlen, langlebige und nützliche Produkte und Dienstleistungen produziert werden, Produkte instand gehalten und repariert werden (statt weggeworfen), der wie ein Krebsgeschwür wuchernde und aufgeblähte Bankensektor und Kapitalmarkt wieder das macht, was seine Aufgabe ist, Spekulanten und Abzockern Einhalt geboten wird, die Lügen und Halbwahrheiten in der Werbung verschwinden und das erbärmliche Werbegebrüll verstummt, Maßnahmen gesetzt werden, um Unfälle im Verkehr und in der Freizeit zu reduzieren, der PKW-Verkehr für die Kosten von Umwelt- und Unfallschäden aufkommt und damit Bahnen, Busse, Fahrräder, Leihautos sinnvoll miteinander vernetzt werden, funktionierenden Familien und der Kindererziehung die Beachtung zu Teil wird, die notwendig ist, um eine bessere Welt von morgen zu ermöglichen – und, wenn Werte, wie Bescheidenheit, Respekt, (Eigen-) Initiative, Neugier und Gerechtigkeit in der Gesellschaft mehr Normalität erlangen.
Da findet sich also genug Potenzial für weniger Stress, Ärger und Leid und für mehr Lebensqualität. Besser tun 108 Seiten, ISBN: 978-3-8391-8020-4










