(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Eigentlich standen wieder zweistellige Barrelpreise für Nordseeöl der Sorte Brent zu erwarten, nachdem das US-Energieministerium (DoE) die Vortagsprognosen des American Petroleum Institute (API) deutlich relativierte. Statt einem merklichen Abbau der US-Rohölbestände stand nun gerade mal ein Zehntel Prozent zu Buche – eine preishemmende Nachricht. Denn lässt man alle weiteren Faktoren außen vor, spielt sich allwöchentlich folgendes Procedere bei der Entwicklung der Rohölnotierungen ab: Es gibt eine Erwartung, auf die der Markt das erste Mal reagiert. Dann folgt die nächste Reaktion, wenn das API dienstags seine Prognose veröffentlicht. Die absoluten Werte sind dabei weniger wichtig als die Abweichung von der Erwartung. Das Spiel wiederholt sich mittwochs, wenn das DoE nachlegt. Je größer die Diskrepanzen, desto heftiger die Ausschläge. Doch sind die US-Bestandsdaten eben nur ein Faktor, dessen Schwergewichtigkeit für europäisches Öl zudem nicht ganz logisch erscheint. Heute jedoch greift der Iran in die Entwicklung ein – mit der Warnung über einen möglicherweise doch nicht eintretenden Kuschelkurs im Atomstreit. Das deutet auf eine politische Krise hin und ist preissteigernd. Zumal die Märkte, und auch der Euro, trotz aller Sorgen um Europa und Nahost gestern nicht schwächelten. So kostet ein Fass Brent nach wie vor knapp über 100 Dollar, WTI in gleicher Menge 85 Dollar. Für Heizöl sind durch die gestern in der zweiten Häfte anziehenden Rohölverteuerung noch Aufschläge zu erwarten, der stärkere Euro hat allerdings derzeit auch das Potenzial, diese gering zu halten.
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