(openPR) Altena. "Die wirklich großen Kräfte zu erzeugen, war immer noch eine technische Herausforderung – aber das ist uns mit der 2000 kN NC-Presse jetzt gelungen." Andreas Goseberg, Service- und Vertriebsleiter der Schmale Maschinenbau GmbH, spricht von einem Meilenstein in der Entwicklungsarbeit. "Denn, wenn man das größte Aggregat servoelektrisch antreiben kann, ist alles, was von der Kraft her darunter liegt, kein Problem mehr." Die neue 200-Tonnen-Presse steht somit wegweisend für das Zukunftskonzept der Schmale-Maschinen – mit servoelektrisch angetriebenen, elektronisch gesteuerten Aggregaten.
Im Vergleich zur bisherigen Bauweise verzichtet die neue Generation weitestgehend auf Hydraulik. "Die Krafterzeugung läuft hier komplett ohne Öl", wie Goseberg erklärt. Bis auf die Schmierung der Gleit- und Lagerflächen kommt die neue Presse ohne Öl und Schläuche aus. Ebenfalls erledigt hat sich dank der elektronischen Steuerung der Einsatz mechanischer Kurvenscheiben. Somit sind die NC-Aggregate nicht nur in der Anschaffung günstiger, sondern verursachen auch weniger Kosten durch deutlich reduzierte Rüstzeiten. Einen entsprechend großen Raum hatte die Steuerungstechnik in der Entwicklung der NC-Presse eingenommen, wie der Service- und Vertriebsleiter betont. "Hier wird schließlich die ganze Intelligenz hinterlegt, mit der das Aggregat funktioniert."
Intuitive Programmierung über Touchscreen
Was für die Sauerländer Ingenieure drei Jahre intensiver Arbeit bedeutete, erleichtert heute die Bedienung der neuen Presse immens. Goseberg: "Als Anwender muss ich nur wissen, wann ich wo sein will – und komme mit denkbar einfachen Eingaben zum Ziel." Lediglich die erforderlichen Werte für Hub und Grad sind auf einem Touchscreen einzutippen, in der Regel jeweils nur drei, vier Punkte. Im Bruchteil einer Sekunde generiert sich dann die elektronische Kurve zur Steuerung der servoelektrischen Achse im 360-Grad-Zyklus. Von der Komplexität der mathematischen Berechnungen im Hintergrund ist auf dem Bedienfeld nichts zu sehen.
Schnelle Inbetriebnahme und Feinjustierung
"Wir haben uns hier bewusst am Vorbild einer mechanischen Kurve orientiert", wie der Unternehmenssprecher ergänzt. "Dies ermöglicht dem Anwender einen leichten Zugang zur Programmierung des NC-Aggregats, da sich die Bedienung nahtlos in seinen Erfahrungshorizont einbettet." Das macht sich schon durch die Zeitersparnis bei der Erstinbetriebnahme bemerkbar. Und auch die Feinjustierung und die Optimierung von Bewegungsprofilen beim Aufbau neuer Werkzeuge erfolgen wesentlich flexibler und vor allem in Sekundenschnelle, ohne das wiederholte Aus- und Einbauen sowie mehrmalige Nachbearbeiten einer Kurvenscheibe. "Es ist schon faszinierend, wenn man sieht, wie spielerisch einfach man ans Ziel kommt", sagt Goseberg. Von der erheblichen Kostenersparnis ganz zu schweigen.
Kompatibilität zu bisheriger Anlagentechnik
Ein wichtiger Aspekt in der Entwicklung der neuen Baureihe stellt die Kompatibilität zu bisherigen Lösungen dar. Deshalb weist das neue NC-Aggregat vergleichbare schlanke Abmaße auf wie das hydromechanische Pendant aus dem Hause Schmale, es erzeugt vergleichbare Kräfte, fährt vergleichbare Hübe und ist überdies vollständig werkzeugkompatibel zu älteren Anlagen. Folglich können die Aggregate in NC-Bauform nahtlos in eine bestehende Kundenumgebung integriert werden, was die vergleichbare Steuerbarkeit ermöglicht. "Beide Systeme laufen im Hybridsystem harmonisch miteinander", so der Serviceleiter, "das heißt, eine elektronische Kurve lässt sich in den Prozess der mechanischen Kurven synchronisieren." Natürlich ist ein eigenständiges System, das rein NC-technisch angetrieben wird, ebenso realisierbar.
Doch damit nicht genug: "Auch der Energieverbrauch liegt deutlich unter den Angaben der Wettbewerber – und das bei besserer Dynamik, Geschwindigkeit und Handhabbarkeit", resümiert Goseberg. Der erste Serieneinsatz der 2000 kN NC-Presse läuft seit gut einem Monat.

















