(openPR) Upstalsboom-Geschäftsführung (Emden) fordert Branche zu mehr Gemeinsamkeit auf / Region braucht Qualitätsoffensive / Blick über den Tellerrand ist nötig / Unternehmensübergreifende Arbeitsgruppe entwirft ein Zukunftskonzept
Emden - „Der Tourismus an der südlichen Nordsee hat ein akutes Qualitätsproblem“, sagte Bodo Janssen, Geschäftsführer der Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co. KG (Emden), heute vor der Presse. Im Vergleich zu den Angeboten an der Ostsee, aber vor allem im Wettbewerb mit anderen nationalen und internationalen Konkurrenten verlöre die Region tendenziell an Boden. „Wir brauchen ein Denken ohne egoistische unternehmerische Scheuklappen, damit die Region dauerhaft nach vorne blicken kann“, forderte Janssen, der auch im Tourismusausschuss des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) die Interessen der ostfriesischen Wirtschaft vertritt. Die Branche inklusive der zahlreichen Tourismusverbände muss nach Ansicht des Upstalsboom-Geschäftsführers trotz des bestehenden Wettbewerbs stärker an einem Strang ziehen: „Wenn jeder in eine andere Richtung rudert, treibt das Schiff orientierungslos aufs offene Meer.“
Zwar verharrten die Buchungs- und Gästezahlen entlang der Nordseeküste derzeit noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Jedoch seien erste Abwanderungsbewegungen zu beobachten. Vor allem im mittleren Preissegment, in dem in der Vergangenheit an der Nordsee kaum investiert worden sei, gehe die Auslastung bei vielen Anbietern drastisch zurück. Dies führe bei zahlreichen Objekten, deren Eigentümer kurz vor der altersbedingten Übergabe stünden, zu massiven Nachfolgeproblemen. Dies werde sich mittelfristig auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung und den Arbeitsmarkt in Ostfriesland und in Friesland negativ auswirken, warnte Janssen.
Notwendig sei deshalb der unternehmerische Blick über den Tellerrand mit einer gemeinsamen Qualitätsoffensive an der südlichen Nordsee. Der Upstalsboom-Geschäftsführer kündigte an, im kommenden Jahr erste greifbare Ergebnisse und Projekte für eine derartige Strategie zu präsentieren: „Derzeit arbeiten wir mit verschiedenen Unternehmensvertretern und mit renommierten wissenschaftlicher Unterstützung in einer eigens gegründeten Gesellschaft an einem tragfähigen kybernetischen Zukunftskonzept.“
Die Upstalsboom-Gruppe selbst durchlaufe derzeit bereits einen Umstrukturierungsprozess. „Statt uns an den nackten betriebswirtschaftlichen Zahlen auszurichten, orientieren wir unsere Unternehmenskultur an vernetzten Denk- und Arbeitsweisen mit einer ganzheitlichen Betrachtung der Projekte und Aufgaben“, erklärte Janssen. Eine immer komplexer werdende Welt könne nicht mit einfachen und traditionellen Denkmodellen bewältigt werden. „Wir brauchen komplexere Herangehensweisen als sie die reine Betriebswirtschaftslehre bisher anbietet“, sagte Janssen, der selbst ein Wirtschaftsstudium absolviert hat.
Lineare Denkstrukturen blendeten zu viele Aspekte aus, die für die Tragweite einer Entscheidung von Bedeutung seien. Dies begünstige krisenhafte Entwicklungen, wie sie jüngst auf den weltweiten Finanzmärkten schmerzhaft zu spüren gewesen seien. Kurzfristig ließen sich zwar auf diese Art und Weise kräftige Gewinne einfahren. Langfristig sei der Schaden für Unternehmen und für die Gesellschaft unter Umständen dramatisch. „Unternehmen müssen ihre Geschäftsstrategien immer intensiver auf eine sich schneller drehende und verändernde Welt ausrichten, um als gesellschaftlich wichtige Stützen zukunftsfähig zu bleiben“, so Janssen. Dazu seien Mut und Umdenken in den Führungsetagen nötig. Mehr gesellschaftliche Verantwortung bei der Betrachtung von unternehmerischen Entscheidungen statt der Jagd nach dem schnellen Euro sei gefordert.













