(openPR) Ein wolkiger, aber warmer Abend in Neckargemünd. Auf dem Hof der Feuerwehr Neckargemünd haben sich einige Menschen versammelt um ein Highlight des Jahres mitzuerleben. Bei kalten Getränken und Bratwürsten warten aktive Feuerwehrler und Angehörige auf das neue „Baby“ der Feuerwehr Neckargemünd. Das „Baby“ heißt Florian-Neckargemünd 1-74 und hat das Geschlecht eines GW-L 2 (Gerätewagen-Logistik). Geplant war die Ankunft des Nachwuchses um 16:00 Uhr Ortszeit. Jedoch hat der Verkehr sein Übriges getan und nun verspätet sich die „Heimkehr“ des 16 Tonnen schweren Fahrzeuges. Als jedoch von der angrenzenden Neckarbrücke das vertraute dröhnen des Martinshorns ertönt, schlägt das nervöse Warten in raunende „Aaaahs“ und Oooohs“ um. „Da ist er ja endlich“, jubelt die Menge. Tatsächlich: Am Hofeingang rollt endlich das neue Mitglied der Fahrzeugflotte ein.
? Pfiffige Detaillösungen
Die Rollläden fliegen hoch, die Türen auf. Noch bevor die Abhol-Crew um Abteilungskommandant Udo Braun und Fahrer Gesamtkommandant Frank Merkel ausgestiegen sind, sitzen schon die ersten Kameraden im Fahrzeug. Mit vielen „Super“ und „Genauso hatten wir uns es vorgestellt“ wird der GW-L 2 in Empfang genommen. Bürgermeister Horst Althoff ist ebenfalls angetan: „Auf den ersten Blick ist das neue Feuerwehrauto ein gelungener Ersatz für das bereits ausgemusterte LF16-TS. Die Feuerwehr hat bei der Planung eng mit dem Ausschuss zusammengearbeitet und sogar einige pfiffige Detaillösungen wurden extra auf Wunsch der Planer eingebaut.“ Der Bürgermeister war eigens mit zur Abholung beim Fahrzeughersteller gereist und war sehr angetan darüber, was hier für ein Aufwand betrieben wurde, um dieses Fahrzeug nach den Bedürfnissen „seiner“ Feuerwehr zu bauen.
Der Gerätewagen Logistik soll hauptsächlich als Unterstützende Einheit im Einsatz dienen. Er ist mit einer Laderampe ausgestattet die es erlaubt bis zu acht Rollcontainer auf das Fahrzeug zu hieven und an den Einsatzort zu befördern. Um Energie zu sparen und der Umwelt etwas Gutes zu tun, wurde energiesparende LED Beleuchtungen am Fahrzeug verbaut. So sind für den Einsatz bei Nacht die Außenbeleuchtung, das Blaulicht und die Beleuchtung im Mannschaftsraum mit den kleinen hellen Lampen versehen. Ebenso an Bord befinden sich eine Tragkraftspritze, ein Notstromaggregat, ein Lichtmast, Notfallrucksack und eine Rückfahrkamera mit Heckwarnanlage.
Diese ist für den Fahrer bei der Größe des Fahrzeuges von enormer Wichtigkeit. Ein weiteres nützliches Gimmick ist das Hygieneboard. Dies ist eine am Fahrzeug angebrachte ausziehbare Wand mit Spender für Desinfektionsmittel, Seifen- und Handtuchspender und einem Zehn Liter Wasserkanister. Perfekt, um sich zwischen oder am Ende der anstrengenden Einsätze zu reinigen oder zu desinfizieren.
? Auch Offroad kein Problem
Bei der Planung des Fahrzeuges wurde auch auf den Einsatz außerhalb der asphaltierten Straßen im unebenen Gelände gedacht. Für den Einsatz bei Waldbränden oder der Förderung von Wasser über lange Wegstrecken zusammen mit dem Löschfahrzeug Katastrophenschutz wurde dem „MAN TGM 18.290“ (so sein Geburtsname), allerlei Helferlein verpasst. So verfügt der Kraftprotz über Allrad und eine Wasserdurchfahrtsfähigkeit von 0,65 Meter Tiefe.
„Zur Eingliederung in den Einsatzzug der Feuerwehr Neckargemünd ist der GW-L als Nachschubfahrzeug oder zum Aufbauen einer Wasserförderstrecke bei langen Wegstrecken gedacht. Notwendig wurde die Anschaffung dieses Fahrzeugs aufgrund des Bedarfsplans der Feuerwehr der Stadt Neckargemünd, der im Jahr 2011 verabschiedet wurde“ erläutert Holger Döringer, Stv. Abteilungskommandant fachmännisch. Sein Kollege Markus Odenwald fügt abschließend noch hinzu: „Wir möchten uns beim Gemeinderat, unserem Bürgermeister und natürlich der Bevölkerung bedanken, dass diese die Feuerwehr immer unterstützt hat. Wir können nun die Sicherheit 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, weiterhin garantieren.“
Text und Fotos: Jonathan Leibl










