(openPR) Wachsender Bedeutung des Fahrradtourismus gerecht werden
12. August 2003: Zur Fahrradmitnahme in Fernzügen der Deutschen Bahn erklärt der stellvertretende verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Georg Brunnhuber MdB:
Die Ferien- und Reisezeit stellt wieder viele Aktiv-Urlauber vor ein Problem. Wie kommen sie mit dem eigenen Fahrrad aus dem Süden Deutschlands an Ost- oder Nordsee und umgekehrt? Egal wohin, wer weite Strecken im ICE zurücklegen möchte, kann sein Fahrrad gleich zu Hause lassen, denn das nimmt die Bahn in diesen Zügen nicht mit. Für die Fahrradurlauber schränkt sich so die Zahl möglicher Reiseziele ein, will man nicht endlos mit Gepäck und Fahrrad umsteigen oder auf andere Verkehrsmittel zurückgreifen.
Dass davon keine kleine Minderheit betroffen ist, zeigt der anhaltende Trend zu Radreisen und Fahrradausflügen in der Urlaubszeit. Zwei Millionen Deutsche waren im vergangenen Jahr mit dem Fahrrad unterwegs. Insgesamt 42,6 % der Deutschen nutzten das Fahrrad zu Urlaubsaktivitäten.
Gegenläufig zu diesem ansteigenden Trend hat sich allerdings die Fahrradmitnahme in den Fernzügen der Deutschen Bahn entwickelt. Bereits 2002 sank die Zahl der transportierten Fahrräder bei der DB AG von 320.000 im Vorjahr auf 312.000. Nach dem Wegfall fast aller Interregio-Züge zum Jahresende 2002 dürfte der Rückgang noch größer ausfallen.
Dass diese Zahlen weniger einer gesunkenen Nachfrage als vielmehr dem eingeschränkten Angebot der DB geschuldet sind, zeigen die bedarfsorientierten Angebote zur Fahrradmitnahme in CityNightLine und DB NachtZug. Immer mehr Fahrgäste nutzen hier die Möglichkeit, ihr Rad mitzunehmen.
Radler schätzen die Bahn, da der Zwang entfällt, am Ende der Radtour zum Ausgangspunkt zurück zu kehren. Wer jedoch keine Möglichkeit sieht, sein Ziel mit dem eigenen Fahrrad per Zug zu erreichen, verzichtet ganz auf die Bahn. Nur 32 Prozent der Radtouristen nutzten im vergangenen Jahr noch die Bahn, um an ihr Reiseziel zu gelangen. 51 Prozent zogen den eigenen PKW vor. Im Vorjahr lag der Bahnanteil mit 45 Prozent noch über dem PKW bei 44 Prozent.
Die Bahn muss endlich begreifen, dass sie in Konkurrenz zum privaten PKW steht. Als weniger flexibles Verkehrsmittel sollte sie sich einem Kundenpotenzial wie den Radfahrern nicht verschließen, dem der Zugverkehr auch Vorteile bietet.
Im französischen Nachbarland ist man da schon viel weiter. In den TGV sowie in allen Fernverkehrszügen innerhalb Frankreichs ist die Fahrradmitnahme möglich. Im Flugverkehr kann man das eigene Fahrrad ebenfalls mitnehmen.
Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion fordert daher die Bundesregierung auf, ihren Einfluss gegenüber der Deutschen Bahn geltend zu machen. Als bundeseigenes Unternehmen muss sich die DB AG auch an den gesellschaftlichen Interessen orientieren.
Die Bundesregierung ist also aufgefordert, der wachsenden Bedeutung des Fahrradtourismus gerecht zu werden und auch für den ICE die Mitnahme von Fahrrädern zu erwirken. Radtouristen sollen die Urlaubsregionen bundesweit zügig und bequem erreichen können. Ein Ausweichen auf Reiseziele im Ausland, da selbst im Flugzeug die Fahrradmitnahme einfacher ist, liegt nicht im Interesse der einheimischen Tourismuswirtschaft.
Autor(en): Georg Brunnhuber

















