(openPR) Am 23. und 24. April fand der 4. Kongress Stanztechnik in Dortmund statt. Das KIST als Veranstalter sowie die Mitinitiatoren und Aussteller dieses hochinteressanten Austauschforums der Stanztechnik konnten sich erneut über eine Rekordteilnehmerzahl freuen.
Das KIST als Veranstalter sowie die Mitinitiatoren und Aussteller dieses hochinteressanten Austauschforums der Stanztechnik konnten sich erneut über eine Rekordteilnehmerzahl freuen.
Der Kongress stand unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Hoffmann und Prof. Dr. Wolfram Volk. Den zahlreichen Besuchern war ein breites Spektrum an Fachvorträgen geboten, das aktuelle Trends wie beispielsweise die Prozesssimulation und den Einsatz von Servopressen aufzeigte.
Numerische Simulation (Finite-Elemente-Methode) von Stanz-Biegeteilen:
Eines der Hauptthemen war die Simulation von Stanz-Biegeteilen in der Konstruktionsphase, mit der Vorversuche und aufwendiges Nacharbeiten an neuen Werkzeugen weitgehend vermieden werden können. Diese Entwicklungstechnologie bezeichnet man auch als virtuelle Umformtechnik bzw. digitale Fertigung.
Die CAD/CAM-Simulation wird verwendet, um schon ohne Versuche Aussagen über die Herstellbarkeit von Stanz-Biegeteilen treffen und das neue Werkzeug entsprechend gestalten zu können. Dabei können wichtige Punkte sehr gut simuliert werden: mögliche Faltenbildung, Blechstärke und Dehnungsverteilung, mögliches Reißen des Materials und einige mehr. Über manche Punkte wie spannungsbedingte Oberflächenfehler können im Vorfeld bisher wenige Aussagen getroffen werden.
Man setzt diese Verfahrensentwicklung durch Prozesssimulation zur Fehleranalyse, Materialauswahl sowie zur Prozessentwicklung ein und erreicht so letztendlich auch eine deutliche Kostenreduktion.
Die Simulation ist heute ein maßgebliches Werkzeug, um den hohen Anforderungen an Qualität, Präzision und Kosteneffizienz im Werkzeugbau gerecht zu werden.
Dynamische Umformprozesse mit Servopressen:
Ein weiteres, wichtiges Thema war der Einsatz von Servopressen, die über einen Servomotor statt des herkömmlichen mechanischen Antriebs verfügen. Bei Servopressen fehlen also Schwungrad und Kupplung, was viele Vorteile mit sich bringt.
Die heutigen Servopressen können eine Stößelkraft von 1 kN bis zu 30.000kN erbringen – das Einsatzspektrum ist dadurch sehr groß.
Servomotoren ermöglichen eine beliebige Geschwindigkeitsregulierung des Stößels. Die Servopressen können somit flexibel eingesetzt werden, da ihre Stößelbewegung für verschiedene Teile individuell angepasst werden kann und auf einer Maschine unterschiedliche Werkzeugtechnologien verwendet werden können.
Durch die freie Programmierbarkeit kann das Werkzeug sehr genau positioniert und in dem Moment zwischen den Umformschritten schneller bewegt werden ohne die Umformgeschwindigkeit zu verändern.
Des Weiteren macht der Servomotor die volle Presskraft auch bei kleinen Drehzahlen verfügbar. All diese Vorteile von Servopressen wirken sich besonders auch bei der Fertigung von kleinen Losgrößen aus, wo sie die Herstellungskosten deutlich reduzieren und die Flexibilität enorm steigern:
- höhere Energieeffizienz als mechanischer Antrieb
- geringerer Verschleiß des Werkzeugs und der Aktivelemente / geringere Wartungskosten
- deutlich reduzierte Rüstzeiten
- einfache Integration von Folgeprozessen
- Steigerung der Ausbringung
Hersteller von Servopressen in unserer Region sind zum Beispiel die Firmen Schuler und Bihler.
Zur BihlerTEC im letzten Herbst haben Bihler und Minster die gemeinsam entwickelte Servopresse SP 500 mit 500 kN Nennkraft vorgestellt. Durch die frei programmierbare Hub- und Hublagenverstellung und den großzügigen Einbauraum für Werkzeuge können auch bestehende Folgeverbundwerkzeuge integriert werden.
Die Servopresse kann zum Beispiel modular mit dem NC-System BIMERIC eingesetzt werden (siehe Bihler BW 4500). Diese Verbindung der Fertigungsprozesse erhöht wiederum die Qualität des Endprodukts.
Beide Trends sind für Steinel Aktivelemente in der Entwicklung von Werkzeugen und Aktivelementen natürlich besonders interessant. Aber nicht nur die Vorträge, sondern insbesondere auch der direkte Austausch mit unseren Kunden für die Folgeverbundtechnik bzw. für Gesamtwerkzeuge für Bihler Stanz-Biegeautomaten, war für uns sehr wichtig und informativ. So konnten wir zahlreiche Impulse für zukünftige Entwicklungen mit nach Hause nehmen.
Steinel Aktivelemente freut sich auf viele weitere interessante Gespräche auf der Stanztec in Pforzheim, der EuroBLECH in Hannover oder direkt am Standort in Halblech.













