(openPR) Essen, 26. April 2012. Am 25. April 2011 luden Koschany + Zimmer Architekten KZA von 14.30 bis 18.00 Uhr zu einer neuen Ausgabe der „Experten-Runde“ ein. Die Veranstaltung, die sich in die Reihe der seit 2009 von KZA initiierten Fachvorträge einfügt, fand in der Konferenzetage der Architekten in der Rüttenscheider Straße in Essen statt. Das Thema Mischimmobilie war übergeordnete Fragestellung des Nachmittags. Wie funktionieren Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungen, die Wohnen, Arbeiten und Einkaufen unter einem Dach integrieren. Was sagen städtische Vertreter, Immobilienentwickler und Investoren zu diesen Gebäudeplanungen. Das galt es zu klären.
Die Mischimmobilie
Dass eine Mischimmobilie als positiver Treiber von Urbanität wirken kann, veranschaulichte Dr. Bernd Feyerabend, Vorstand der August Heine Baugesellschaft AG, an zwei Projektbeispielen aus der Metropole Ruhr. "Gerade in kleineren Großstädten wie Oberhausen und Mülheim an der Ruhr, die umzingelt sind von Großstädten wie Duisburg, Düsseldorf oder Essen, haben Mischimmobilien eine große Bedeutung für eine urbane Stadtentwicklung“, betonte der erste Referent des Nachmittags. Mischimmobilien – oben wohnen, in der Mitte Büro und unten Handel oder Gastronomie – sorgen für Urbanität mit hoher Aufenthaltsqualität. Win-win-Situationen ergeben sich dann, wenn diese positiv besetzte Urbanität auch die Rentabilität der Mischimmobilien stärkt. Erfolgreich innerstädtische Grundstücke zu entwickeln, bedeute im Wesentlichen, erläuterte Feyerabend, eine qualifizierte Bebauungsdichte zu schaffen. Auf das direkte räumliche Umfeld zu reagieren, vertikal und optisch getrennte Bausituationen für die einzelnen Nutzungen und getrennte Erschließungen zu schaffen, all das seien wichtige Impulse für die Vermarktungschancen der Gebäude. Umnutzungen einzuplanen, zeugten dabei von Nachhaltigkeit und Weitblick für langfristige Immobilienentwicklung, so sein Fazit. Deutliche Vorteile von Mischimmobilien sind das geringere Risiko des Komplettleerstands, weniger Schwankungen in den Mietpreisen und schnellere Reaktionsmöglichkeit auf Marktbedürfnisse.
Die Mischung im Quartier
Thematisch vom Kleinen ins Große bewegte sich im Anschluss Jürgen Brüggemann, Geschäftsführer der RAG Montan Immobilien GmbH. Er beleuchtete das Thema Quartiersentwicklung und Stadtraumbildung. Viele Funktionen an einen Standort zu bringen und Flächen nicht monofunktional auszurichten sei das übergeordnete Ziel. Das Schaffen von Urbanität erfordere jedoch Geduld und den Willen zu nachhaltiger Gestaltung. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Gewerbe: ein Nutzungsmix könne nur erfolgreich sein, erklärte Brüggemann, wenn er auch Frequenz schaffe. Wie man Quartiere mit Schlüsselinvestitionen der öffentlichen Hand entwickeln kann, erläuterte er anhand des Herner Projektbeispiels Mont-Cenis, des Hertener Quartiers Ewald sowie Lohberg in Dinslaken. Allesamt ehemalige Zechenstandorte im Ruhrgebiet. Sein Appell an investierende Unternehmen: ein Wertewechsel und nachhaltiges Planen und Bauen seien für erfolgreiche Projekt- und Quartiersentwicklungen dringend erforderlich.
Der Nutzungsmix: wie es funktionieren kann
Die sich anschließende Diskussion bot einer erweiterten Fachrunde und den rund 70 Gästen Gelegenheit, die Materie weiter zu vertiefen. „Die Mischimmobilie: von Städten gewünscht, von Investoren gemieden: oder doch nicht?“ stand als zentrales Statement im Raum. Moderiert von Martin von Mauschwitz, Journalist und Moderator des WDR, diskutierten fünf Fachleute aus Wirtschaft und Verwaltung. Mit Hans-Jürgen Best, Stadtdirektor Stadt Essen und den beiden Referenten Jürgen Brüggemann und Dr. Bernd Feyerabend tauschten sich Isabel Brinkmann und Achim Bassa, Geschäftsführer der Koschany + Zimmer Projektentwicklung KZP aus. Der Trend gehe zurück in die Stadt, Arbeitswelten veränderten sich und würden sich in einem Zentrum bündeln, so die Experten. Gemeinsam erörterten sie Vor- und Nachteile horizontal und vertikal gebauter Mischungen. Steuer- und verwaltungsrechtlich spräche viel für die vertikale Gebäudestruktur. Frequenz zu schaffen, im Umfeld und der eigenen Immobilie, sei eine wesentliche Aufgabe der Planung und Umsetzung. Einig waren sich die Diskutanten, dass es auf getrennte Erschließungen ankomme und Gastronomie eine entsprechende Pufferzone benötige. Schallschutz spiele dabei eine wesentliche Rolle. Und nicht zuletzt: eine Mischimmobilie brauche ein gutes Facility Management, so Achim Bassa, das sei der Schlüssel zu Glück.
Link für weitere Informationen: www.kza.de













