openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Die Führungskraft als Gesundheitsmanager – geht das?

30.03.201218:30 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Die Führungskraft als Gesundheitsmanager – geht das?
Birgit Huber-Metz
Birgit Huber-Metz

(openPR) Vor 5 Jahren noch kaum ein Thema, beschäftigt es heute - zwangsläufig - fast alle Führungskräfte und Personalverantwortlichen in Unternehmen, Verbänden und Verwaltungen: Burnout.

Nach einer Studie führender Krankenkassen leiden derzeit in Deutschland rund 4 Millionen Menschen an Burnout bzw. Depression, also immerhin 5% der Gesamtbevölkerung. Burnout ist - auch aufgrund von Personen, die sich öffentlich zu dieser Krankheit bekannt haben - kein Tabu-Thema mehr. Berücksichtigt man gleichzeitig die schrumpfende Zahl an jungen neuen Arbeitskräften aufgrund des demografischen Wandels wird die Gesunderhaltung der Mitarbeiter ein Thema, dass für Unternehmen immer wichtiger wird.



Die internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-10/2012) versteht unter Burnout einen Zustand der totalen Erschöpfung und ordnet es unter „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ ein. Für viele Personalverantwortliche und Führungskräfte stellt sich somit die Frage, ob sie sich nun auch mit den privaten Lebensbewältigungsthemen der Mitarbeiter auseinandersetzen sollen? Die Antwort ist ein klares „Ja!“.

Doch zunächst stellt sich die Frage nach den Ursachen von Burnout

Burnout entsteht nicht aus dem Nichts, sondern ist häufig ein auf chronischem Stress beruhender schleichender Prozess, der - ohne Gegensteuerung – in der Regel mehrere Stadien durchläuft. So steht am Anfang oft der Zwang, sich zu beweisen, perfekt zu sein oder die Erwartungen anderer zu erfüllen. Die Vernachlässigung eigener Bedürfnisse und die Verdrängung von Konflikten führen zum Rückzug und zur Inneren Leere und schließlich zu Depression bzw. Burnout.

Verantwortung der Führungskraft: „Gesundheitsorientiert führen“

Führungskräfte können zum einen durch ein gesundheitsbewusstes Vorbildverhalten auf die Mitarbeiter Einfluss nehmen. Der entscheidende Wirkungszusammenhang zwischen Führung und Mitarbeitergesundheit ergibt sich jedoch auf der Fähigkeit des Vorgesetzten: partnerschaftlich und motivierend zu führen.

Eine Bertelsmannstudie aus dem Jahr 2009 von Dr. Netta hat diese Wirkungszusammenhänge untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass unter anderem schlechte Mitarbeiterführung und arbeitsmäßige Überlastung eine negative Auswirkung auf die Gesundheitsbeeinträchtigung der Mitarbeiter hat.

Das Vorbildverhalten der Führungskraft in der eigenen Balance

Um „gesundheitsorientiert führen“ zu können, muss ich mich als Führungskraft zunächst einmal mit meiner eigenen Balance im Leben beschäftigen.
Inwieweit bringe ich mich in eine Situation von chronischem Stress und welche Wege und Methoden kenne ich, um immer wieder – auch bei hohem Stress – in die Balance zurückzugelangen?
Dies hängt zunächst von der eigenen, individuellen Persönlichkeitsstruktur ab:
Was treibt mich permanent an? Was bringt mich in Motivation und was in „Übermotivation“, die mich in die dauerhafte Erschöpfung treiben kann?
Es gibt unterschiedliche Methoden, um ein solches Motivationsprofil zu erstellen. Klassische Bedürfniskategorien sind etwa das Ausüben von Macht, das Maß der Unabhängigkeit, die Anerkennung für erbrachte Leistungen, aber auch der Stellenwert der Familie, die Bedeutung körperlicher Aktivität, das Maß an Ordnung und Struktur oder das permanente Streben nach einem höheren Status. Ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung gepaart mit einem Hang zum Perfektionismus lassen einen sehr hohen Einsatz erwarten, um das Ziel zu erreichen: Stress und auch Burnout sind tendenziell – zumindest auf Zeit gesehen – vorprogrammiert!

Die eigene Balance: Die vier Lebensbereiche

Ob unser Leben im Lot ist, hängt aber in der Regel nicht nur vom Lebensbereich „Berufliches Leben“ allein ab. Hier sind wir uns über Ursachen und Wirkzusammenhänge klarer, verfolgen für uns klare Ziele. Die Schieflage entsteht häufig, weil wir die anderen Lebensbereiche „Körper/Gesundheit“, „Soziales Leben“ und „die Sinnfrage“ in unserem Leben im High-Speed-Tempo vergessen und vernachlässigen.
Die 4 Lebensbereiche stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern in einer Wechselbeziehung, in einem Vierklang. Erfülltes Leben heißt, dass ich bestenfalls in jedem dieser Bereiche eine gewisse Erfüllung habe oder mir ein Ausgleich gelingt, der mich vor dauernd chronischem Stress schützt. Im Bemühen um diese Balance meines Lebens sollte die Führungskraft Vorbild für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein.

Fähigkeit partnerschaftlich und motivierend zu führen

Es ist für das Unternehmen ökonomisch und sozial sinnvoll, wenn Führungskräfte den Anstoß geben, dass die Mitarbeiter sich einen Ausgleich für die Belastung im beruflichen Leben in den anderen Lebensbereichen ermöglichen sollen. Damit ist klar, dass sich die Führungskraft nicht nur für die Arbeitskraft, sondern für den Mitarbeiter als Ganzes interessieren sollte. Denn in diesem Kontakt kann eine Führungskraft leichter sagen: „Herr Müller, wann sind Sie denn das letzte mal zum Lauftreff gegangen? Sie arbeiten zur Zeit regelmäßig so lange und vernachlässigen da doch ihr Hobby, oder?“

Führungskräfte, die sich auf natürliche Weise für die privaten Hintergründe und Interessen der Mitarbeiter interessieren, können in der Burnout-Früherkennung viel schneller einlenken. Einige Führungskräfte scheinen nur sehr wenig über die privaten Hintergründe der Mitarbeiter (Familienverhältnisse, Hobbies etc.) zu kennen.

Kennt dagegen eine Führungskraft die zu führenden Mitarbeiter und deren Motivation sehr gut, kann sie nachvollziehen, dass z.B. ein Mitarbeiter, der ein hohes Ordnungsmotiv hat und gleichzeitig gewohnt ist perfekte Arbeit abzuliefern, an seine Grenzen stößt, wenn er plötzlich zwei große Projekte gleichzeitig leiten muss. Diese Arbeitssituation bringt ihn in Nichtpassung, weil er befürchtet, sein Ordnungsmotiv nicht mehr leben zu können.

Im sogenannten Passungsgespräch sollte mit diesem Mitarbeiter sowohl dieser innere Konflikt der Nichtpassung als auch mögliche Änderungsschritte besprochen werden: Dabei sind viele Ergebnisse möglich:
- der Mitarbeiter macht nur ein Projekt, das andere wird wieder abgegeben
- der Mitarbeiter macht weiter beide Projekte, aber die Führungskraft bittet dringend darum, die Arbeitszeiten einzuhalten auch auf die Gefahr hin, dass sich das Projekt nach hinten verschiebt – beide vereinbaren wöchentliche Jour-Fixe-Termine zur weiteren Prioritätenplanung.

Natürlich sind auch weitere Lösungsmöglichkeiten denkbar. Im Passungsgespräch kann nicht jeder Wunsch des Mitarbeiters erfüllt werden. Es geht vielmehr darum, dass die Führungskraft die „Nichtpassung“ des Mitarbeiters versteht, ernst nimmt und nicht beschwichtigt. Es geht darum Lösungen im Rahmen der Möglichkeiten zu finden, damit Passung wieder entstehen kann und die Leistung nicht zu Lasten der anderen Lebensfelder geht und somit zum chronischen Stress führen kann.

Birgit Huber-Metz

Zur Autorin: Birgit Huber-Metz ist einer der beiden Geschäftsführerinnen des Instituts „Balance-fürs-Leben“. Sie leiten Führungsseminare zum Thema Gesund-führen, Ausbildungen zum systemischen Gesundheitscoach und Burnout-Präventionscoaching für Manager Urbar (Tel.: 0261/962 3310; Mail: E-Mail, Homepage: http://www.balance-fuers-leben.de).

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 620926
 224

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Die Führungskraft als Gesundheitsmanager – geht das?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Balance fürs Leben

Bild: Resilienz-Coach-Ausbildung startet im SeptemberBild: Resilienz-Coach-Ausbildung startet im September
Resilienz-Coach-Ausbildung startet im September
Der Präventionsspezialist Balance fürs Leben, Urbar, startet eine Weiterbildung zum Systemischen Resilienzcoach. Eine Ausbildung zum „Systemischen Resilienzcoach“ startet das auf die betriebliche Gesundheitsprävention spezialisierte Unternehmen Balance fürs Leben, Urbar (bei Koblenz), im September. In der neunmonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung erwerben die Teilnehmer die Kompetenz, Mitarbeiter von Unternehmen und Privatpersonen in dem Prozess zu coachen, die Balance in ihrem Leben aufrecht zu erhalten und ihre Resilienz, also Widers…
Bild: Burn-out-Prävention: Resilienztraining für MitarbeiterBild: Burn-out-Prävention: Resilienztraining für Mitarbeiter
Burn-out-Prävention: Resilienztraining für Mitarbeiter
In einem Resilienz-Training des Präventionsspezialisten Balance fürs Leben, Urbar, entwickeln die Teilnehmer Strategien, um Stress und neuen Herausforderungen relaxter umzugehen. „Alles wird mir zu viel. Ich stoße an meine Belastungsgrenzen.“ Dieses Gefühl haben immer mehr Arbeitnehmer – nicht nur, weil der Leistungsdruck in den Unternehmen steigt. Hinzu kommt: Sie stehen beruflich und privat regelmäßig vor neuen Herausforderungen und ihr Lebens- und Arbeitsumfeld ändert sich rasant schnell. Daran wird sich künftig wenig ändern. Deshalb wird…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: BGM – Betrieblicher Gesundheitsmanager (Zertifikat) Fortbildung für betriebliche GesundheitBild: BGM – Betrieblicher Gesundheitsmanager (Zertifikat) Fortbildung für betriebliche Gesundheit
BGM – Betrieblicher Gesundheitsmanager (Zertifikat) Fortbildung für betriebliche Gesundheit
… Ernährungswissenschaftlern und Psychologen unterstützt und begleitet. Viele Unternehmen haben Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how, die für diesen Bereich angestellt sind. Betrieblicher Gesundheitsmanager (Zertifikat) - Fortbildung für betriebliche Gesundheit Die HFA – Health & Fitness Academy bietet ab 2018 für alle interessierten Bewegungsfachkräfte, …
Sichtzeit – Wandel im Leben: Ganzheitliches Coaching-Konzept für Unternehmer und Führungskräfte
Sichtzeit – Wandel im Leben: Ganzheitliches Coaching-Konzept für Unternehmer und Führungskräfte
… und Arbeitsqualität Das Besondere an dem viertägigen Management-Coaching „Sichtzeit – Wandel im Leben“ ist die dreifache Anamnese. Das heißt sowohl ein Physiotherapeut als auch ein Gesundheitsmanager und ein Coach führen eine persönliche Analyse des Klienten durch. Nach der Auswertung der drei Analysen werden diese übereinander gelegt, und die Experten …
Bild: Fit für neue Perspektiven in Berufen mit ZukunftBild: Fit für neue Perspektiven in Berufen mit Zukunft
Fit für neue Perspektiven in Berufen mit Zukunft
… Managements. Am 04. September 2017 starten wieder unsere zertifizierten Zusatzqualifikationen: Human Resource Management - Personalreferent/in; Personal- und Organisationsentwickler/in; Bildungsreferent/in Gesundheitsmanager/in; Change Management Consultant; Trainer/in, Coach und Mediator/in. Alle Module der Weiterbildungen können auch einzeln gebucht werden.
Bild: Betriebliches Gesundheitsmanagement braucht FachleuteBild: Betriebliches Gesundheitsmanagement braucht Fachleute
Betriebliches Gesundheitsmanagement braucht Fachleute
… entwickelt man eine Strategie, formuliert Ziele, plant und führt Maßnahmen durch und erhebt ein Controlling. Und somit erfordert es auch einen Betrieblichen Gesundheitsmanager oder Gesundheitsbeauftragten, der die Komplexität steuern kann, die relevanten Abteilungen und Anspruchsgruppen zusammenbringt und für die Verankerung im Unternehmen Sorge trägt. Diesen …
Bild: Mobile Gesundheitsmessgeräte ab 8. August im Telekom ShopBild: Mobile Gesundheitsmessgeräte ab 8. August im Telekom Shop
Mobile Gesundheitsmessgeräte ab 8. August im Telekom Shop
- Temperatur, Gewicht, Blutzucker, Blutdruck und Puls mobil überwachen. - iPhone, iPad und iPod touch werden zum digitalen Gesundheitsmanager. - Telekom will mit innovativen Gesundheitslösungen nachhaltig wachsen. Die Deutsche Telekom öffnet ihre Shops für den Vertrieb von weiteren Produkten ihrer neuen Geschäftsfelder Energie, Gesundheit und vernetzte …
Ansteckende Gesundheit = Chef gesund, Mitarbeiter gesund, Unternehmung gesund
Ansteckende Gesundheit = Chef gesund, Mitarbeiter gesund, Unternehmung gesund
… gmbh aus Offenbach sorgt mit Ihrem Konzept für ansteckende Gesundheit. Sie wurde vom Verein Weiterbildung Hessen e.V. für ihre Ausbildung zum Gesundheitsmanager nach ausführlicher Prüfung als Mitglied aufgenommen und mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Diese Auszeichnung demonstriert das hohe Niveau der Ausbildung. Die sechswöchige Ausbildungsreihe, …
Bild: Wie Betriebspräventologen für mehr Gesundheit und Wohlbefinden im Betrieb sorgenBild: Wie Betriebspräventologen für mehr Gesundheit und Wohlbefinden im Betrieb sorgen
Wie Betriebspräventologen für mehr Gesundheit und Wohlbefinden im Betrieb sorgen
… Unternehmens zu einem großen Teil von ihnen ab. Gezielte Maßnahmen, die die Gesundheit im Betrieb fördern, können beispielsweise durch einen Gesundheitsmanager eruiert und umgesetzt werden. Ausbildung zum qualifizierten Betriebspräventologen Ermöglichen Unternehmen ihren Mitarbeitern eine Fortbildung zum Gesundheitsmanager, haben sie stets einen Fachmann …
Bild: Der 1. Gesundheitstag am Campus M21Bild: Der 1. Gesundheitstag am Campus M21
Der 1. Gesundheitstag am Campus M21
… einen mehr als gelungenen 1. Gesundheitstag am Campus M21. Das Plädoyer für eine gesunde Ernährung, mehr Bewegung und eine bessere Lebensführung verwandelten die angehenden Gesundheitsmanager in ein mitreißendes Event. „Wir wussten ja gar nicht, was auf uns zukommt. Meine Erwartungen sind wirklich weit übertroffen“, so die Studentin Anna-Lena Müller. …
Bild: Hartmannbund kooperiert mit DUXXESSBild: Hartmannbund kooperiert mit DUXXESS
Hartmannbund kooperiert mit DUXXESS
… zu betreiben. Ab Herbst 2007 gibt es an der Fachhochschule Deggendorf unter der Leitung von Prof. Dr. Horst Kunhardt den Weiterbildungslehrgang „Gesundheitsmanager der ambulanten Versor-gung“. Er ist neben dem MBA-Gesundheitsma-nagement und der Weiterbil-dungsebene mit den Lehrgängen „Medizincontroller“ und „DRG-Kodierassistent“ die aktuelle Abrundung …
Bild: Neuer Standard „Betrieblicher Gesundheitsmanager/in“ des DIHKBild: Neuer Standard „Betrieblicher Gesundheitsmanager/in“ des DIHK
Neuer Standard „Betrieblicher Gesundheitsmanager/in“ des DIHK
Die Projektgruppe „Betrieblicher Gesundheitsmanager“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertags [DIHK] erarbeitet gegenwärtig eine Ausbildung zum/zur betrieblichen Gesundheitsmanager/in. Damit wird ein weiterer Schritt in Richtung Standardisierung für diese Berufsgruppe getan. Mitglied der Projektgruppe ist u.a. Dr. Christian Weigl, Geschäftsführer …
Sie lesen gerade: Die Führungskraft als Gesundheitsmanager – geht das?