openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Gesundheitsportale im Internet – eine Herausforderung für den Datenschutz

29.03.2012 • 09:03 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Bereits im Sommer 2009 setzte sich die Stiftung Warentest mit dem Thema ”Gesundheitsportale” auseinander. Nun kommt neuer ein Schwung in die Debatte, da die Suchmaschine Google einen besonderen Suchdienst für Gesundheitsinformationen (vorerst nur für US-Nutzer) anbietet. Auch die Suchmaschine Bing betritt diesen Markt. Die Entwicklung, Diagnosen per Klick übers Internet zu erlangen, ist nicht mehr aufzuhalten, sodass es wie bei jeder Dienstleistung darauf ankommt, zwischen seriösen und unseriösen Anbietern zu differenzieren. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal wird hierbei die Frage sein, wie vertraulich die einzelnen Anbieter (die Suchmaschinen sind hier eingeschlossen) mit den Gesundheitsinformationen umgehen. ilex zeigt, wie hier findige Anbieter aus einem guten Vertraulichkeitsmanagement sogar einen Wettbewerbsvorteil erschaffen können.




1. Gesundheitsportale und die Neuerungen bei Google und Bing

ZDFheute.de meldet bereits am 26. Februar 2012, dass der Markt für Gesundheitsportale ins Schwingen gerät. Der Journalist Alfred Müller berichtet davon, dass Goolge erkannt hat, dass die Suche nach Gesundheitsinformationen bei vielen Nutzern wie folgt abläuft: Erst werden Symptome gesucht; dann werden – basierend auf den Suchergebnissen – die jeweiligen Krankheiten gesucht. Google will nun einen Suchdienst anbieten, der diese Zweischritt-Suche verkürzt. Denn Google zeigt sogleich eine Liste mit Informationen zu den passenden Krankheiten an. Dieses Format steht aber zunächst nur US-Nutzern der Suchmaschine zur Verfügung. Bing besitzt bereits eine ähnliche Suchfunktion.

Der Markt für Gesundheitsinformationen im Internet ist denkbar groß. Im Beitrag auf heute.de heißt es hierzu:

“Sieben von zehn Deutschen suchen einen Arzt nur noch im Notfall auf. Stattdessen informieren sie sich über Symptome, Krankheiten und Therapien lieber im Internet. ‘ Über alle Bevölkerungsgruppen hinweg ersetzt das Internet immer häufiger den persönlichen ärztlichen Rat’, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2009.”
Hierauf hat die Konkurrenz allerdings schon reagiert.


2. Datenschutzrechtlicher Rahmen

Bei der Vielzahl von Anbietern werden künftig Differenzierungsmerkmale benötigt. Eines ist der Umfang des Datenschutzes im Rahmen der einzelnen Webseiten. Hierbei ist zu beachten, dass Gesundheitsdaten unter besonderem Schutz des Datenschutzrechts stehen, da sie gemäß § 3 Absatz 9 BDSG als besonders sensibel gelten. Da die Daten i.d.R. im Zusammenspiel mit dem Internet auftreten, kommt als maßgebliche Norm das Telemediengesetz zur Anwendung, wobei § 3 Absatz 9 BDSG auch im Rahmen dieser Norm gilt.

Grundsätzlich gilt auch in diesem Zusammenhang, dass jedweder Umgang mit personenbezogenen Daten verboten ist, es sei denn es gibt dafür ausnahmsweise eine Rechtsgrundlage (§ 12 Absatz 1 TMG). Je nach Umfang der Datenerhebung werden die Anbieter auf die Suche nach Rechtsgrundlagen gehen müssen; pauschale Antworten verbieten sich hier. Nur so viel: Auf eine Einwilligung werden sich die Anbieter überhaupt nur dann berufen können, wenn diese ganz ausdrücklich erteilt ist und den Rechtfertigungsrahmen nicht überspannt. Die Gestaltung einer solchen Einwilligung dürfte erhebliche Probleme aufwerfen. Ob die Erhebung, Verarbeitung und/oder Nutzung auf das Erfordernis ein Schuldverhältnis abzuwickeln (Beratungsvertrag in Gesundheitssachen) gestützt werden kann, hängt von der Bereitschaft der Ärzte ab, sich diesen Markt streitig machen zu lassen. Ferner ist zu klären, wann es sich um Nutzungs- und Bestandsdaten handelt (= dann ist das TMG maßgeblich) und wann es sich um Inhaltsdaten handelt (= dann ist das BDSG maßgeblich). Diese Fragen lassen sich nur im Einzelfall klären.


3. Fazit

Das Spektrum an Antworten auf die oben aufgeworfenen Fragen ist groß. Diejenigen, die diese Antworten am schnellsten finden, werden aber auch am ehesten das Vertrauen der Kunden genießen. Insoweit kann privacy by design, also die Einbindung datenschutzrechtlichen Know Hows im Entstehungsprozess eines Produktes, zum echten Wettbewerbsvorteil werden.


Dr. iur. Stephan Gärtner
Rechtsanwalt und Compliance Manager

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 620213
 145

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Gesundheitsportale im Internet – eine Herausforderung für den Datenschutz“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von ilex Datenschutz GbR

Internationale Standards für das Cloud-Computing verabschieden. Die Berlin-Group hat entschieden …
Internationale Standards für das Cloud-Computing verabschieden. Die Berlin-Group hat entschieden …
Cloud-Computing ist in aller Munde; das Verständnis für die Technologie allerdings noch nicht in den Köpfen. Strenge Datenschutzbehörden, die in Alleingängen versuchen, die Cloud-Anbieter und deren Kunden “anzuleinen” scheitern, denn die Wolke macht vor den geographischen Grenzen der Gesetze nicht halt. Nun aber gibt es erstmals internationale Standards, die daher eine berechtigte Chance haben, den Cloud-Markt zu regulieren und den Verwendern (Unternehmen, Behörden usw.) aber auch eine Richtschnur für die Frage in die Hand geben, ob der Anbie…
privacy by design – by Telekom? Kalifornisches Unternehmen soll Smartphones sicherer machen
privacy by design – by Telekom? Kalifornisches Unternehmen soll Smartphones sicherer machen
Böse Zungen könnten meinen, dass die Deutsche Telekom nun den “Bock zum Gärtner” macht. Gerade erst hat die Kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala D. Harris die größten App-Verantwortlichen dazu bewegt, das heimliche Abgreifen von personenbezogenen Daten zu unterlassen, da beauftragt die Deutsche Telekom ein Unternehmen aus Kalifornien – Lookout – damit, ihre Smartphones sicherer zu machen. Doch ist dieses Urteil wirklich gerechtfertigt? Nein, denn der proaktive und auch werbewirksame Umgang mit dem Thema Datenschutzrecht ist exakt derjen…

Das könnte Sie auch interessieren:

Internationales Gesundheitsportal Medical Observer nun auch in Deutschland gestartet
Internationales Gesundheitsportal Medical Observer nun auch in Deutschland gestartet
… Forschung ist durchaus wichtig und sollte über eine sichere und objektive Quelle in Anspruch genommen werden. Medical Observer ist eines der weltweit führendsten Online Gesundheitsportale, welches nun auch in Deutschland gestartet ist. Medical Observer informiert unter der Webadresse www.medicalobserver.com kritisch, objektiv und vor allem zeitnah und …
Bild: Online-Sprechstunden werden immer beliebterBild: Online-Sprechstunden werden immer beliebter
Online-Sprechstunden werden immer beliebter
… innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden. Jedes Forum wird von einem bzw. mehreren medizinischen Moderatoren betreut – das unterscheidet die Medivere®-Gesundheitsportale von anderen Gesundheitsplattformen im Internet. Neben dem Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffen erhalten Patienten gleichzeitig Hilfestellungen vom Experten. Herr Dr. med. Ralf …
Bild: OTC-Werbung muss glaubwürdiger werden
OTC-Werbung muss glaubwürdiger werden
… gefolgt von Arzt, Familie und Freunden. Mit deutlichem Abstand folgen dann Apotheken-Zeitschriften und TV. Noch seltener werden von den Befragten Gesundheitsportale im Internet sowie Zeitschriften und Zeitungen allgemein genutzt. Schlusslicht bilden Internetseiten von Arzneimittelherstellern. Zwischen den Altersgruppen bestehen jedoch signifikante Unterschiede: …
Gesundheitsportal Onmeda startet als Content-Partner der Central Krankenversicherung
Gesundheitsportal Onmeda startet als Content-Partner der Central Krankenversicherung
Köln, 14. Juli 2009. – Onmeda, eines der führenden Gesundheitsportale Deutschlands und Anbieter von hochwertigen medizinischen Inhalten, hat eine umfassende Content-Partnerschaft mit der Central Krankenversicherung AG – dem Gesundheitsspezialisten – vereinbart. Onmeda stellt eine Vielzahl der Inhalte für die Gesundheitsrubrik des neuen Internetauftritts …
DocInsider ausgezeichnet mit dem Health-Media-Award '2009
DocInsider ausgezeichnet mit dem Health-Media-Award '2009
… Gesundheits- und Medienbranche brachten in einer spannenden und konstruktiven Podiumsdiskussion ihren Standpunkt zum Thema „Virtuelle Welt der Health-Communication: Was bringen Gesundheitsportale für die Prävention?“ ein. Seit 2007 hat sich das trendforum Gesundheit als branchenrelevante Informations- und Networking-Veranstaltung für Experten der Healthcare- …
Gesundheitsinformation im Internet boomt
Gesundheitsinformation im Internet boomt
Köln, 27.10.2009. Gesundheitsportale spielen für die Gesundheitsinformation der Bundesbürger mittlerweile eine zentrale Rolle. Bei den Internetnutzern haben sie den Arzt mittlerweile sogar von Platz 1 der in den letzten 12 Monaten am häufigsten genutzten Informationsquellen zu gesundheitlichen Themen verdrängt. Gleichzeitig bleibt das Bedürfnis nach …
Bild: Medizinische Befunde verstehen: Warum Fachsprache für viele Patientinnen und Patienten zur Hürde wird
Medizinische Befunde verstehen: Warum Fachsprache für viele Patientinnen und Patienten zur Hürde wird
… greifen deshalb auf Internetrecherchen zurück, stoßen dort jedoch schnell auf widersprüchliche oder nicht vertrauenswürdige Informationen. Foren, Suchmaschinen oder pauschale Gesundheitsportale können den individuellen Befund meist nicht sinnvoll einordnen.Vor diesem Hintergrund gewinnt das Thema verständliche medizinische Kommunikation zunehmend an …
Bild: Datenschutz Trends in Unternehmen
Datenschutz Trends in Unternehmen
… ihrer Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner zu schützen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf einige der aktuellen Trends und zukünftigen Herausforderungen im Bereich Datenschutz am Arbeitsplatz. Trend 1: Globaler Datenschutz und grenzüberschreitende Datenübertragung - Datenschutzes Trends Mit der Globalisierung und der zunehmenden Vernetzung …
Bild: Portal der Haut geht online und tritt dem FIT SCHÖN GESUND-Netzwerk bei
Portal der Haut geht online und tritt dem FIT SCHÖN GESUND-Netzwerk bei
… Plattform der Miomedia GmbH & Co. KG, einer der führenden Anbieter von Gesundheitsinformationen im deutschsprachigen Internet. Miomedia betreibt unterschiedliche Gesundheitsportale unter dem Portal www.miomedi.de. Unter www.portal-der-haut.de finden Besucher aktuelle Beiträge zu einer Reihe von Gesundheitsthemen wie z.B. Sonnenschutz, Allergien, …
Bild: apomio.de: „Soziales Netz“ stärkt PatientenBild: apomio.de: „Soziales Netz“ stärkt Patienten
apomio.de: „Soziales Netz“ stärkt Patienten
Neue Gesundheitsportale fördern Transparenz für den Kunden Mannheim, 15. Oktober 2007 – Bereits jeder dritte Internet-Nutzer hat schon einmal seine Medikamente bei einer Versandapotheke gekauft. Zurzeit sind etwa 150 deutsche Apotheken im Medikamentenversand tätig – und die Zahl nimmt stetig zu, denn fast 1.400 Apotheken haben die dafür notwendige Zulassung. …
Sie lesen gerade: Gesundheitsportale im Internet – eine Herausforderung für den Datenschutz