(openPR) In dieser Woche wird im Pokal wieder Fußballgeschichte nach eigenen Gesetzen geschrieben. Und auch in Sachen Übertragungswege gelten neue Gesetze: Es kommt das Zeitalter des Pay-per-Click.
Anders als bei den Übertragungen der Bundesliga dürfen im DFB-Pokal auch die öffenttlich-rechtlichen Sender auf hohe Einschaltquoten hoffen. Der Bezahlsender Sky überträgt zwar ebenfalls das Halbfinale des traditionsreichen Wettbewerbs, muss sich die Quote allerdings mit dem ZDF (Dienstag, SpVgg Greuther Fürth - Borussia Dortmund) und ARD (Mittwoch, Borussia Mönchengladbach - FC Bayern München) teilen.
Freunde des Schweizer Fußballs dürfen sich auf die Viertelfinal-Übertragung des FC Luzern gegen Grasshoppers Zürich im SF zwei freuen. Die Partie wird für Schweizer Internetnutzer wie immer auch über die Internetplattform Zattoo zu sehen sein. Überhaupt gewinnt das Internet bei Fußball-Liveübertragungen zunehmend an Bedeutung.
Deutschlands beliebtester Programmführer für Live-Fußball fussballgucken.info (http://www.fussballgucken.info) listet aktuell zahlreiche Pokal-Begegnungen aus Italien, Frankreich und den Niederlanden. So übertragen die Pay-TV-Ableger Sport1+ und Sport1+ HD die Halbfinalbegegnungen der Coppa Italia. Mit von der Partie sind Juventus Turin, AC Mailand, SSC Neapel und AC Siena. Auch eine Begegnung im französischen Coupe de France wird in Sport1+ übertragen.
Internetaffine Fußballfans können sich den italienischen Pokal via Livestream auf den heimischen Rechner holen. Denn für 1,99 Euro sind die Begegnungen auf der Website von Sport1 auch im Einzelabruf erhältlich.
„Klassisches Pay-TV ist nicht mehr das alleinige Erlösmodell der Sender“, sagt Andreas Haderlein, Geschäftsführer der SOCCR.NET GbR, die fussballgucken.info seit 2007 betreibt. „Pay-per-Click wird sich in Zukunft stärker als Zugang zu Liveübertragungen etablieren.“ In einer aktuellen Umfrage unter mehr als 1000 Seitennutzern des Programmführers geben 75 % der Teilnehmer an, bis zu drei Euro für Live-Übertragungen im Netz zu bezahlen, sollten sie nur als Pay-TV oder in der Fußballkneipe zu sehen sein.
Zu den Vorreitern des Internet-Bezahlfernsehens zählt hierzulande zweifelsohne der Digitalsender sportdigital. Er überträgt am Mittwoch und Donnerstag jeweils eine Halbfinalpartie des niederländischen Pokalwettbewerbs. Wer den Sender nicht über diverse Kabelfernsehbetreiber und Pay-TV-Plattformen empfangen kann, dem steht das Angebot auch als Pay-per-Click zur Verfügung.
Einfache Bezahlverfahren über das Mobiltelefon und eine Integration in die hauseigene Facebook-Seite bringen die Inhalte auch an Fußballinteressierte jenseits der Couchkartoffel. Außerdem sind die Liveübertragungen in sportdigital nun auch uber das Apple iPad sowie uber eine
SmartTV App auf den Endgeraten von Loewe aufrufbar.
sportdigital-Geschäftsführer Gisbert Wundram betont: „Die neuen Anwendungen über iPad und SmartTV sind für sportdigital sinnvolle Ergänzungen zu unseren klassischen Verbreitungswegen. Wir wollen mit diesen komplementären Angeboten den traditionellen Pay-TV-Plattformen keine Konkurrenz machen. Vielmehr soll das Angebot neue Kunden an unser Programm heranführen.“
Keine Konkurrenz zu den klassischen Anbietern? Noch ist die Zielgruppe überschaubar, aber junge Mediennutzer, aufgewachsen im digitalen Vollbad, wissen längst, wie man an exklusive Bewegtbildinhalte im Netz herankommt. Das muss nicht immer auf halbschattigen Servern in Russland und China geschehen.
Seit Jahren bereits sind Spitzenbegegnungen der spanischen Liga kostenfrei über laola1.tv zu „empfangen“. Prestigeduelle wie el clásico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid haben im vergangenen Viertelfinale der „Copa del Rey“ knapp 3,5 Millionen Videoabrufe im Hin- und Rückspiel generiert. Zeitgleich griffen ca. eine Viertel Millionen Internetnutzer auf den Livestream zu. Die Technik hält einem solchen Ansturm mittlerweile stand.
Sollte die Generation Facebook das TV-Gerät schon abgeschafft haben, dann rollt selbst der Ball im DFB-Pokal als Pixelkulle über den Bildschirm. Sowohl in der ZDF Mediathek als auch in der ARD Mediathek sind die kommenden Spiele als Livestream zu erleben. Und wem Livestreams teuer sind, kann als Sky-Abokunde auch auf das Internetangebot von Sky Go zurückgreifen.
Das Ende der Couch-Kartoffel ist zugleich der Anfang eines Livestream-Marktes, den es zu erobern gilt – ob mit Pay-per-Click-Erlösmodellen oder Videowerbung. Die Übertragungsrechtevergabe für die Bundesliga ab 2013/14 wird zeigen, wie ernst die Bieter diesen Wandel in der Mediennutzung tatsächlich nehmen.















