(openPR) Für 2015 ist eine Japan-Tournee geplant, im kommenden Jahr die Blasmusik-Weltmeisterschaft in Kerkrade anvisiert und in diesem Jahr präsentiert Westfalen Winds sein alljährliches Frühjahrskonzert. Auf dem Programm standen am vergangenen Sonntag „Schattengestalt(en)“ – musikalisch aber überzeugte das sinfonische Blasorchester Westfalen Winds mit einem strahlenden Gesamtklang.
Dargeboten wurden in der bis auf den letzten Platz gefüllten Akademie Bad Fredeburg Werke, die allesamt Zwielicht bzw. den Kontrast zwischen Licht und Schatten zum Thema hatten. „Die Lachische Sonne“ des Tschechen Evzen Zamecnik eröffnete das Konzert mit einem klangmalerischen Sonnenaufgang, der die Landschaft seiner tschechischen Heimat beschreibt. Dabei spielt Zamecnik einerseits mit den Klangfarben des Blasorchesters und charakterisiert seine Heimat andererseits durch volkstümlich klingende Melodien, die nicht nur etwas über die Landschaft sondern auch über ihre Menschen ausdrücken.
Thematisch verdunkelte sich die Strahlkraft aber schon im darauffolgenden Stück. „In ‚Watchman, tell us of the night’“, so erklärte Dirigent Uli Schmidt in seiner informativen Moderation, zeigt sich zunächst die Unbekümmertheit eines Kindes. Nach und nach kommt es zur Pervertierung dieser einfachen und „unschuldigen“ Melodie. Camphouse macht so den Missbrauch von Kindern zum Thema seiner Komposition. Eindrucksvoll behält das gesamte Ensemble die Spannung bis zum Schluss, sodass die flehenden Flötenrufe authentisch in die Stille des Saals hineinklingen.
Mit der Wahl des Stückes bewies Westfalen Winds abermals seinen Mut, moderne, gesellschaftskritische Literatur in sein Repertoire mit aufzunehmen. Dank erläuternder Heranführung durch Programmheft und Moderation gelingt es dem Projektorchester stets, die Geschichte hinter der Musik verständlich zu erzählen. Dabei stand der Amerikaner Mark Camphouse, von dem „Watchman“ stammt, bereits zum zweiten Mal auf dem Programm, nachdem im vergangenen Jahr mit „A movement for Rosa“ die Rassendiskriminierung auf dem Podium thematisiert worden war.
In einer anderen Ausprägung von hell und dunkel zeigte sich Johan de Meijs „Empire of light“. René Magrittes gleichnamiges Gemälde mit der Widersprüchlichkeit von nächtlicher Dunkelheit einerseits und einem strahlenden Himmel andererseits war die Vorlage für die gelungene klangliche Interpretation, ehe nach der Pause die Filmmusik zu „La Strada“ das Publikum in das Italien der Nachkriegszeit und die Welt des „großen Zampano“ entführte.
Beschlossen wurde das Konzert mit einer Charakterisierung Mata Haris. Die Zwielichtigkeit der exotischen Tänzerin, die im 1. Weltkrieg als Doppelspionin für französische und deutsche Geheimdienste gearbeitet haben soll, verarbeitet Nigel Clarke in seiner dreisätzigen Komposition. Den „Mythos“ Mata Hari zeigt er im Kopfsatz als elegante „Tänzerin im Schatten“, charakterisiert „Täuschung und Verführung“ in einem ruhigen aber fast schon lasziven Mittelteil ehe „Flucht und Gefangennahme“ das Konzert mit einer wahren musikalischen Verfolgungsjagd beschließen.
Doch erst nach dem atmosphärischen „Lux Aurumque“ als Zugabe ließ das begeisterte Publikum die Musiker schließlich von der Bühne.
Wer aber nach dem Konzert Lust bekommen hat, selbst in dem Orchester mitzuspielen und so auf den Flieger nach Japan „aufspringen“, für den ergibt sich Anfang Juni eine besondere Möglichkeit: Bei einem Schnupperwochenende öffnet sich das Orchester für interessierte Musiker, die so Mitspieler und Arbeitsweise kennenlernen können. In Instrumental-Workshops bietet sich zudem die Möglichkeit zu spieltechnischen bzw. künstlerischen Tipps und Hilfestellungen. Auf dem Programm stehen u.a. „The wind in the willows“ (Johan de Meij), „Harry-Potter-Suite“ (John Williams), „Ouvertüre zu Candide“ (Leonard Bernstein). Weitere Informationen und Anmeldung unter www.westfalen-winds.de.















