(openPR) Erstmals rekonstruiert die Kunsthalle Bremen die Sammlungsgeschichte der Zeichnungen und Wasserfarbenblätter Albrecht Dürers (1471–1528) und zeichnet ihre Entstehung im 19. Jahrhundert, in der allerersten Frühzeit der europaweiten „Dürer-Verehrung“, nach. In der Ausstellung „Dürer-Zeit: Die Geschichte der Dürer-Sammlung in der Kunsthalle Bremen“ werden vom 14. März bis zum 13. Mai 2012 rund fünfzig zum Teil erhaltene, zum Teil verschollene, aber gut dokumentierte Werke des Künstlers präsentiert.
Den Grundstein der Dürer-Sammlung legte in den frühen 1820er Jahren der Kunstverein-gründer Hieronymus Klugkist. Neben mehreren Tafelbildern überließ er dem Museum knapp fünfzig Aquarelle und Zeichnungen sowie eine fast vollständige Kollektion aus Dürers druckgrafischem Werk. Viele dieser Arbeiten gingen jedoch durch die Kriegsauslagerung im Jahr 1945 verloren. „Gerade deswegen können wir von großem Glück sprechen, dass die ehemaligen Kunsthallendirektoren Gustav Pauli und Emil Waldmann das Bremer Archiv so gut pflegten“, berichtet Dr. Anne Röver-Kann, Kuratorin der Ausstellung. „Nur so können wir die historische Sammlung rekonstruieren und ihrer Entstehung in der Frühzeit der europaweiten Dürer-Verehrung nachspüren.“
Neben zwölf Originalzeichnungen werden die noch vermissten Werke in hervorragenden Lichtdruck-Reproduktionen ausgestellt. Diese Faksimiles, die in der Ausstellung als solche gekennzeichnet sind, wurden zwischen 1914 und 1919 (die sog. Prestel- und Marées-Mappen) hergestellt. Darunter: die Federzeichnung „Gesellschaft zu Pferde“ von 1489. Auf dieser ältesten Arbeit aus dem Bestand der Kunsthalle wird bereits die Bandbreite an Sujets deutlich, mit denen sich Dürer zeitlebens befasste. Die Bildinhalte in seinen Werken reichen von religiösen und historischen Themen über Tier- und Pflanzenstudien bis hin zu Selbstbildnis- und Landschaftdarstellungen als seinerzeit neuartigen Bildgattungen. Ausgeführt sind die Kunstwerke in allen von Dürer meisterhaft beherrschten zeichnerischen Techniken – in Feder, Pinsel, Silberstift, Kohle und Kreide, in Wasser- und Deckfarben, viele auch auf farbigen Papieren.
Sowohl die stilistische als auch die thematische Vielfalt im Werk des 1471 in Nürnberg geborenen Künstlers, der als Maler, Grafiker, Kunsttheoretiker und Mathematiker einer der größten Universalkünstler zur Zeit des Humanismus und der Reformation war, erschließt sich in der Bremer Ausstellung. Neben seinen Arbeiten, die um 1500 einzigartig waren, werden in der Ausstellung Werke von Künstlern seiner Generation präsentiert, darunter Blätter von Hans Baldung Grien, Hans Süss von Kulmbach, Hans Schäufelin sowie Albrecht Altdorfer und Wolf Huber.










