(openPR) Der Kieler Navigationsspezialist Raytheon Anschütz bietet für die Synapsis ECDIS zukünftig einen vollständig integrierten Layer mit Wetterdaten an. Der Layer wurde unter Berücksichtigung nautischer Belange in enger Zusammenarbeit mit meteorologischen Experten des auf Seewetter spezialisierten Dienstleisters WetterWelt entwickelt.
Mit der neuen Funktion kombiniert Raytheon Anschütz elektronische Seekarten und Wetterkarten auf einem Display. Alle für die Nautik wichtigen Wetterparameter können über einen Layer als Werte oder Symbole direkt auf der Synapsis ECDIS jederzeit angezeigt oder ausgeblendet werden. Die Überlagerung der Seekarte mit dem aktuellen und zukünftigen Wetter und der Wetterlage ermöglicht dem Nautiker die einfache Planung oder Anpassung einer Route unter Berücksichtigung von Sicherheit, Reisekomfort und Treibstoffverbrauch. Neben dem aktuellen Wetterzustand kann die Wettervorhersage der nächsten Tage als Animation abgespielt werden.
Zu den darstellbaren Parametern gehören der Mittelwind mit Richtung und Geschwindigkeit sowie Böen, die Wellenhöhe, die Wellenrichtung und die Dünung, die Periodendauer von Wellen und Dünung, die Strömung, der Luftdruck, der Wetterzustand und die Lufttemperatur. Der Nautiker kann dabei flexibel definieren, welche der Daten er in welcher Situation angezeigt haben und welche Limits er setzen möchte. Überschreiten einzelne Wetterwerte voreingestellte Limits, werden die Werte graphisch als Wetterwarnungen hervorgehoben.
„Die Berücksichtigung von Wetterdaten wird für die Schifffahrt immer wichtiger. Wind und Wellen oder Wetterzustände wie Nebel haben direkten Einfluss auf die Sicherheit. Wind und Wellen, Dünung und Strömung haben direkten Einfluss auf den Treibstoffverbrauch. Und alles zusammen beeinflusst die Reisegeschwindigkeit und das rechtzeitige Ankommen am Zielhafen.“, sagt Thomas Wolter, Produktmanager bei Raytheon Anschütz.
„Der Golf- oder Kanarenstrom schiebt mit etwa 1 bis 1,5 Knoten oder 24 bis 36 sm am Tag. Bereits bei einer relativ geringen Abnahme der eigenen Geschwindigkeit verbraucht die Maschine deutlich weniger Treibstoff, was bei den heutigen Bunkerpreisen große Auswirkungen auf die Kosten hat.“, argumentiert Herr Wolter. „Für ein 15 Jahre altes und 20.000 dwt großes Containerschiff mit einer Geschwindigkeit von 20 Knoten macht eine Geschwindigkeitsänderung von einem Knoten etwa 10 Tonnen Treibstoff pro Tag aus. Entsprechend kann die Fahrt mit Strömung oder Wind die Betriebskosten also sehr positiv beeinflussen, während die Fahrt gegen Wind oder Strömung die Betriebskosten steigen lassen kann oder aber die Ankunftszeit verzögert.“
Die Synapsis ECDIS liest die Wetterdaten über eine standardisierte GRIB-Datei von einem Wetterdaten-Provider ein. Kunden können daher jederzeit selbst wählen, von welchem Provider diese Daten bezogen werden. Dafür stehen kostenlose Wetterabonnements, die einige Basisparameter anbieten, aber auch Seewetterberichte von professionellen Wetterdienstleistern wie WetterWelt zur Verfügung. Die Datenpakete der professionellen Anbieter enthalten vollständige Seewetterinformationen und sind zwischen 25kb für die Ostsee und 500kb für den kompletten Nordatlantik groß. Die Daten können per Download oder E-Mail entweder direkt oder über einen USB-Stick in die ECDIS eingelesen werden. Kostenlose Wetterdaten beinhalten meist weniger Informationen bei gleichzeitig wesentlich höheren Datenmengen.
Um die Vorschriften des herstellerspezifischen ECDIS-Training zu erfüllen, bietet Raytheon Anschütz seinen Kunden zusammen mit dem E-Learning Spezialisten Safebridge ein komplettes Online-Training an. Nautiker können das Training zu jeder Zeit von jedem Internetzugang aus absolvieren und erwerben das notwendige Zertifikat bevor sie an Bord der Schiffe gehen.













