(openPR) Vor der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören, gelingt nicht jeder Frau. „Jetzt kommt es auch nicht mehr darauf an…“, mag so manche denken. Weit gefehlt: Die Risiken einer Präeklampsie (Gestose, Schwangerschaftsvergiftung“) sinken auch dann noch erheblich, wenn das Rauchen erst in der Schwangerschaft aufgegeben wird. Das zeigt eine britische Studie durchgeführt von der Universität Nottingham.
Präeklampsie und Eklampsie
Die Ursachen einer Präeklampsie sind noch nicht abschließend erforscht. Vererbung spielt wohl ebenso eine Rolle wie das Immunsystem. Die werdende Mutter reagiert jedenfalls besonders empfindlich auf Stoffe, die die Blutgefäße – und damit den Blutdruck – beeinflussen. Nikotin ist ein solcher Stoff. Bluthochdruck und Eiweiß im Urin sind erste Hinweise auf eine Präeklampsie. Schwere Formen können von einem Lungenödem, Sehstörungen, Gerinnungsstörungen des Blutes, Sauerstoffunterversorgung und einer gestörten Leberfunktion begleitet sein. Auch das Kind wird nicht mehr gut versorgt, sein Wachstum verzögert sich, die Plazenta kann sich ablösen, es kommt zu Wehen.
Eine Präeklampsie kann kurz vor der Geburt in eine Eklampsie übergehen. Eklampsie tritt meist kurz vor der Geburt ein und ist gekennzeichnet durch Krampfanfälle. Die werdende Mutter kann das Bewusstsein verlieren. Mutter und Kind sind dann stark gefährdet z.B. durch akutes Nierenversagen, Hirnödem oder Blutungen.
Rauchen verstärkt die Risiken einer Präeklampsie
Die britischen Forscher begleiteten 1001 Frauen mit leichter bis schwerer Präeklampsie bis nach der Geburt. Insgesamt trugen Raucherinnen ein um das Fünffache erhöhte Risiko, an Eklampsie zu erkranken. Frühgeburten mit einer Niederkunft vor der 35. Schwangerschaftswoche traten bei Raucherinnen mit fast 35% viel häufiger ein als bei Nicht-Raucherinnen (21%). Mütter, die vor Eintritt in die Studie das Rauchen aufgegeben hatten, brachten mit 27% etwas seltener ein Frühgeborenes zur Welt als Raucherinnen.
Dieser Unterschied war generell zu beobachten: Fast die Hälfte (46%) der Raucherinnen mit Präeklampsie brachten Babys mit geringem Geburtsgewicht zur Welt. Hatten die Frauen das Rauchen aufgegeben, betrugt der Anteil zu leichter Kinder immerhin noch 37,5% und bei Nichtraucherinnen nur 28%. Das Neugeborene litt bei 66% der Raucherinnen nach der Geburt unter gesundheitlichen Problemen, im Vergleich zu 60% der Babys von Frauen, die mit dem Rauchen aufgehört hatten und 50% der Nichtraucherinnen.
Fazit
Es lohnt sich für eine werdende Mutter immer, mit dem Rauchen aufzuhören, auch noch später in der Schwangerschaft. Dabei geht es nicht nur um die Risiken einer Präeklampsie oder Eklampsie. Rauchen schadet generell dem Ungeborenen. So ist es eines der Hauptrisiken für den plötzlichen Kindstod („Krippentod“), wenn ein Elternteil oder beide rauchen.
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