(openPR) Der Finanzdienstleister AWD aus Hannover soll bei bestimmten Beratungen erhöhte Provisionen für den Vertrieb von geschlossenen Medienfonds erhalten haben. Die Provisionen wurden angeblich über die Tochterfirma Allgemeine Immobilien, Makler & Service GmbH (AIMS) abgewickelt und anschließend zwischen AWD und AIMS aufgeteilt. Nach Medienberichten wurde für mehr als 75 % der Produkte eine Vergütung von mehr als 15 % gezahlt. Der Vertrag zwischen AWD und AIMS sah vor, dass maximal 11 % Provision von der AIMS weitergegeben wurde. Der Rest verblieb bei der Tochterfirma. Da jedoch beide Firmen zum AWD-Konzern gehörten, flossen die gesamten Provisionen in Höhe von weit mehr als 15 % in die Konzernbilanz ein.
Die geschlossen Fonds spielten aufgrund der hohen Gewinne eine wichtige Rolle für den Börsengang der AWD im Jahre 2000. Das Umsatzvolumen der Fonds betrug zwischen 500 und 700 Millionen Euro. In den Beratungsgesprächen mit den Anlegern wurden jedoch die hohen Provisionen von mehr als 15 % nicht angesprochen. Der Bundesgerichtshof hat 2004 erstmals entschieden, dass Finanzberater ihre Kunden aufklären müssen, wenn Provisionen von mehr als 15 % fließen. Das Urteil gilt auch rückwirkend. Der Konzern dagegen bestreitet vehement die Vorwürfe Provisionen von mehr als 15 % erhalten zu haben. Die drohenden Rückforderungen könnten ein Durchbruch für die Anleger sein. Dabei geht es insgesamt um beträchtliche Summen im dreistelligen Millionenbereich. Der AWD wurde 2008 an den Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life verkauft. Laut Berichten soll Swiss Life Rückstellungen für einen möglichen Rechtsstreit erhöht haben. Der AWD-Chef und Swiss Life Aktionär Carsten Maschmeyer will sich aus dem Konzern zurückziehen, da er mit den Geschäftspraktiken des AWD nicht einverstanden sei.
Betroffene AWD-Anleger sollten sich umgehend zur Bewertung ihrer rechtlichen Möglichkeiten beraten lassen



