(openPR) WWU-Studentinnen erstellen Nachhaltigkeitskonzept für das Gymnasium Paulinum
Münster, 8. Februar 2012
Master-Studentinnen der Landschaftsökologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erstellten im Rahmen eines Forschungsprojektes ein Nachhaltigkeitskonzept für das Gymnasium Paulinum in Münster. Erforscht wurden Umweltbewusstsein und Wissen der Schüler zum Thema Nachhaltigkeit und wie dieses fächerübergreifend in den Schulalltag integriert werden kann. Das Projekt erfolgte in enger Kooperation zwischen dem Paulinum und dem Wald-Zentrum der WWU.
Schwerpunkte des Forschungsprojekts waren die Berechnung des derzeitigen Carbon Footprints (der Ausstoß an CO2) der Schule, eine Erfassung des vorhandenen Umweltbewusstseins der Schüler sowie mögliche Naturschutzmaßnahmen im Schulwald. In die Bilanzierung der CO2-Emissionen flossen Daten zum Energieverbrauch, Hintergrundinformationen zur Schule und zum Schulgebäude und Auswertungen einer Befragung zum Thema Mobilitätsverhalten von Schülern und Lehrern ein.
Die Ergebnisse für den Carbon-Footprint der Schule ergaben CO2-Emissionen von etwa 2.500 t. Zum Vergleich: Eine Familie mit zwei Kindern weist im Durchschnitt CO2-Emissionen von etwa 16 t pro Jahr auf. Die CO2-Emissionen von Schulen resultieren vorwiegend aus dem Energieverbrauch für die Unterhaltung des Gebäudes, also Strom und Wärme, sowie die Nutzung von Autos und Bussen für den Schulweg und Klassenfahrten. Allerdings entfallen beim Gymnasium Paulinum 93 % der Emissionen auf den Energieverbrauch für das Schulgebäude. Das Mobilitätsverhalten von Schülern und Lehrern (Hin- und Rückfahrt Schule, Klassenfahrten etc.) spielten eine untergeordnete Rolle, da die meisten Schüler und Lehrer das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel nutzen und in diesem Sinne bereits nachhaltig handeln. Relevantere Energieeinsparmöglichkeiten würden sich daher durch eine Gebäudesanierung ergeben. Um die im Moment vorhandenen CO2 Emissionen zu reduzieren, käme als Senkenprojekt eine Waldaufforstung in Ländern von Partnerschulen, z. B. Argentinien, in Frage. Dort wäre eine Aufforstung von ca. 250 ha Wald notwendig um die jährlichen CO2 zu absorbieren. Die Umsetzbarkeit wird zurzeit geprüft.
Mit Hilfe eines Fragebogens wurde das Bewusstsein der Schüler für Nachhaltigkeit und Natur-, Umwelt- und Klimaschutz ermittelt. Hierbei stellte sich heraus, dass zwar der Informations- und Kenntnisstand bezüglich umweltrelevanter Themen bei den Schülern sehr hoch ist, die tatsächliche Handlungsbereitschaft auch im privaten Alltag dagegen eher noch gering. Hier bietet der Schulwald als greifbares Anschauungs- und Lehrobjekt Ansatzpunkte, Natur, Klima und Umwelt durch gezielte Aktionen den Schülern näher zu bringen. Das Forschungsteam erfasste und bewertete den derzeitigen Zustand des Schulwaldes aus naturschutzfachlicher Sicht. Anschließend wurden die Bedeutung von Totholz, strukturreichen Waldrändern und Kleinstbiotopen aufgezeigt sowie Möglichkeiten, wie diese Themen in den Unterricht integriert werden könnten.
Im Rahmen des Projektes konnten die Schüler auch selbst Wünsche und Anregungen äußern, wie der Unterricht und die Schule nachhaltiger gestaltet werden könnten. Die häufigste Nennung war hier die Umgestaltung des fast vollständig geteerten Schulhofes, in einen grüneren Erlebnisraum.
Die Untersuchung machte insgesamt deutlich, wie stark das Gymnasium Paulinum in Münster sich im Schulalltag bereits an den Werten der Nachhaltigkeit orientiert. In der Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ ist das Gymnasium Paulinum als Einzelschule und ebenso intensiv im Netzwerk der Schulgärten in Münster vertreten. Darüber hinaus wurde der von der Stadt Münster als Schulwald zur Verfügung gestellte Wald am Aasee durch die UNESCO-Kommission als offizielles Projekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.











