(openPR) Bonn, 7.2.2012.- Wegen der Duldung von Rechtsextremen in den eigenen Reihen kritisiert die Burschenschafter-Iniitiative BAB "Burschenschafter! Bremst Braunhemden" den Vorstand der Deutschen Burschenschaft (DB). Die DB ist ein Dachverband von 120 Burschenschaften mit über 10.000 Mitgliedern in Deutschland und Österreich. "Wir Burschenschafter haben zu lange den Rechten in den eigenen Reihen tatenlos und schweigsam zugesehen. Die Burschenschafter-Initiative BAB fordert den Vorstand der Deutschen Burschenschaft auf, endlich offensiv und transparent mit den Rechten in den eigenen Reihen umzugehen", fordert der aktive Burschenschafter Ferdi Lassalle2, ein Gründer der Initiative BAB. Ähnliche Vorwürfe konterte der Sprecher der Deutschen Burschenschaft in Zusammenhang mit dem "Arier-Skandal" in 2011 mit einer Presseerklärung: "Die Deutsche Burschenschaft ... wird sich weiterhin fur Meinungsfreiheit, Demokratie und Selbstbestimmung einsetzen."
Von 120 Mitgliedsburschenschaften in der Deutschen Burschenschaft gehören 44 der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) an. Diese wurde 1961 als Kartell innerhalb des Dachverbandes gegründet, um österreichischen Burschenschaften die Aufnahme in die DB zu ermöglichen. Die Aufnahme wurde 1971 durchgesetzt. BG-Burschenschaften sind u.a. Teutonia Wien, die das österreichische Innenministerium als "Kaderschmiede des Rechtsextremismus" eingestuft hat. BG-Burschenschaft ist auch Olympia Wien, die 1961 in Österreich verboten wurden, weil sie in Auseinandersetzungen in Südtirol verwickelt waren. BG-Bund ist auch Danubia München, die in sechs Verfassungsschutzberichten zwischen 2001 und 2006 erwähnt wurden. Teutonia und Danubia bilden zusammen mit einer dritten Burschenschaft das Ostdeutsche Kartell, eine Pressure Group für besondere Aktivitäten innerhalb der Burschenschaftlichen Gemeinschaft.
Bereits 2006 hatte SPD-Parteivorstand und Präsidium einstimmig beschlossen, eine Mitgliedschaft in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft mit der SPD-Mitgliedschaft für unvereinbar zu erklären. Der damalige SPD-Parteivorstand begründete in der Mitgliederzeitung Vorwärts seine Entscheidung damit, dass er in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft einen „rechtsextremen Kampfverband innerhalb der Deutschen Burschenschaft“ sehe. Diese zeichne sich durch „eine völkische, biologistische und großdeutsche Sichtweise aus und ist in den vergangenen Jahren immer wieder durch Aktionen im rechtsextremen Sumpf aufgefallen.“
Seit dem "Arier-Skandal" der Deutschen Burschenschaft (DB) im Juni 2011 haben sieben von 120 Burschenschaften die DB verlassen. Die sogenannten liberalen Bünde unterstützen durch ihren Verbleib in der DB die Aktivitäten der Rechten mit sechsstelligen Beiträgen pro Jahr. Doch eine wachsende Zahl an Burschenschaftern will den Rechten nicht die DB als Plattform überlassen. Die Initiative BAB "Burschenschafter! Bremst Braunhemden" setzt sich mit Transparenz gegen die Nazifizierung zur Wehr. Eine weitere Initiative von Burschenschaftern gegen rechte Tendenzen in der DB ist die "Initiative Burschenschaftliche Zukunft".
Links:
Twitter-Informationen der Burschenschafter-Initiative BAB "Burschenschafter! Bremst Braunhemden": http://twitter.com/FerdiLassalle2.
Entscheidung des SPD-Vorstandes zur BG: http://www.vorwaerts.de/nachrichten/spd-spitze-korrigiert-ihr-vorgehen-gegen-rechte-burschenschafter











