(openPR) „Es ist falsch zu sagen: ich denke. Man müsste sagen: ich werde gedacht.“
Dieses Zitat des franz. Dichters Arthur Rimbaud, aus dessen Feder auch der bekannte Satz „Ich ist ein anderer“ stammt, kann auch auf Bilder angewandt werden. Sie werden erst durch das Betrachten gemacht.
Vom Gegenüber. Vom Anderen.
Dabei bestimmt das Wissen über Situationen und Hintergründe unsere Empfindungen einem Bild gegenüber. Vermeintlich Schönes kann zum Horror werden, Schreckliches kann sich als schön herausstellen. Nichts ist das, was es zu sein vorgibt. Alles ist anders. Jeder ist ein anderer.
Die Darstellung eines Babys verliert augenblicklich seine Unschuld, sobald wir wissen, dass es sich dabei um Adolf Hitler handeln könnte. Tatsächlich sind wir als Babys aber alle gleich unschuldig.
In seinen neuen Bildserien „Baby“ und „Situationen“ beschäftigt sich der Maler Andreas Lau (*1964, Karlsruhe), Meisterschüler von Prof. Gerd van Dülmen, mit diesem Problem der Wahrnehmung von Bildern und der damit verbundenen Mehrdeutigkeit. Ihn interessiert nicht der politisch gesellschaftliche Ansatz, sondern die malerische Auseinandersetzung mit dem Phänomen. Und damit verbunden die Frage, inwieweit ein Bild, unabhängig von informativem Wissen, in unserer medial geprägten Zeit, einfach nur als solches betrachtet und akzeptiert wird.
Hierbei zerlegt er, wie bereits in seinen vorherigen Serien „Anonym“ und „Initialen“, seine Bildmotive durch Verzerrungen, Störungen und Verpixelungen in schwer entzifferbare Zeichen. Er verschlüsselt das Motiv, um dadurch das eigentlich „Bildhafte“ sichtbar zu machen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Textbeitrag von Regina M. Fischer M.A.


















