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Der Shoji-Meister

12.01.201217:48 UhrIndustrie, Bau & Immobilien
Bild: Der Shoji-Meister

(openPR) Schiebewande aus Holz und Papier? Hort sich unspektakular an. Doch die Herstellung richtiger japanischer Shojis ist eine echte handwerkliche Kunst. Das weiß man spatestens, wenn man Bernhard Risch in seiner Werkstatt besucht.

Dazu ist, wenn man aus dem Norden kommt,


erst einmal eine halbe Weltreise notig. Doch schließlich geht es auch um eine Spezialitat, fur die man sonst nach Japan reisen muss. Und da liegt Titting-Kaldorf in der sudlichen Fran- kenalb fast wieder um die Ecke.
Inmitten eines kleinen Fleckens findet man den Betrieb von Bernhard und Maria Risch. Von außen fast ein wenig unscheinbar. Ein typi-
scher Landschreiner. Das Buro in einem Anbau, der Werkstattneubau leicht versteckt hinter der alten Scheune. Doch wer die Tur zum Betrieb offnet, der wird schnell eines Besseren belehrt.
Aufwendige Vorarbeit
Denn Bernhard Risch hat sich auf die Ferti- gung japanischer Schiebewande spezialisiert. Und damit eine Lucke fur seinen Betrieb ge- funden, die in Deutschland kaum Nachahmer findet. Warum? "Die Fertigung von Shojis ist
extrem aufwendig", erklart der findige Schrei- ner. "Das beginnt schon beim Stamm, den ich vor der Bearbeitung im Sagewerk selber aussu- chen muss." Das Holz, traditionell meist Na- delholz, muss fehlerfrei sein und darf sich auch bei der Trocknung nicht verziehen. Ein eige- ner Trocknungsofen sorgt dafur, dass die Leis- ten ihr Wasser optimal verlieren.
Sind die Leisten trocken, werden sie auf die richtigen Formate gebracht: "Wir konnen Ele- mente bis zu 310 Zentimeter Hohe herstellen.
Eine maximale Breite von 92 bis 95 Zentimetern überschreiten wir aber nicht." Das ginge nämlich zum Einen auf Kosten der Stabilität. Und es würde zum Anderen die Symmetrie der Shojis zerstören. Schließlich dienen die mit Papier bespannten Sprossenkunstwerke in Japan nicht nur dem bloßen Verschließen und Trennen von Räumen, sondern ordnen sich auch der traditionellen Bauweise unter. Und die richtet sich stark an philosophisch orientierten Idealmaßen aus.

Barfuß in der Werkstatt
Meister Risch kennt sich aus. Der bayerische Schreiner war schon in Japan, hat dort etliche Werkstätten in Augenschein genommen. "In traditionellen Betrieben müssen sogar die Schuhe ausgezogen werden." Barfuß in eine Tischlerwerkstatt? Was dem deutschen Handwerker ein Graus, hat in Fernost praktische Ursachen:"In Japan wird der Oberfläche eine extreme Aufmerksamkeit gewidmet. Und es wird überhaupt nicht geschliffen." Die alten Holzbauer hobeln dort jedes Werstück, filetieren es geradezu. Und damit die dann entstehende Oberfläche ja nicht beschädigt wird, soll kein Sandkorn in die Werkstatt gelangen. Also: Schuhe aus!
Nicht die einzige Besonderheit, die dem wissbegierigen Handwerker auffiel:"Im traditionellen Shoji-Bau gibt es enorm viele Holzverbindungen, an das Wissen der alten Meister kommt keiner von uns heran." Und auch das Papier, welches bei den Shojis eingesetzt wird, erfährt eine ungeahnte Aufmerksamkeit: "Es gibt Hunderte von Papierarten. Und alle müssen weiß sein. Schließlich will ein Shoji nichts Trennendes sein, sondern das Licht ins Haus holen." Im Alltag beschränkt sich Risch darauf, seinen Kunden maximal fünf verschiedene Papiere zur Auswahl zu präsentieren. Die allesamt natürlich aus Japan stammen. Traditionell wird handgeschöpftes Reispapier verwendet, aber bei den modernen Schiebeelementen kommen auch moderne, teils sogar abwaschbare Materialien zum Einsatz. "In Japan wird das Papier nur auf einer Seite mit Sprossen verziert, in Europa werden auf Vor- und Rückseite Sprossen verwendet."
Die seitlich verschiebbare Shoji ("hikishoji") läuft klassisch Holz auf Holz, doch Schreiner Risch verwendet hier normalerweise moderne Rollenbeschläge. Alternativ bietet er auch hängende Ausführungen an ("kakeshoji"), die ebenfalls mit moderner Beschlagtechnik kombiniert werden.

Kollegen als Kunden
Echte Shojis werden zumeist von Kunden gewünscht, die selber schon in Japan gewesen sind oder sich eng mit der Kultur des fernöstlichen Landes auseinandergesetzt haben. Die Kundenkartei der Rischs reicht daher auch über Deutschland hinaus, bis nach Österreich, in die Schweiz und in die Benelux-Staaten. Und auch Kollegen kommen vermehrt auf den bayerischen Schreiner zu: "Für uns ein wichtiges Standbein. Und für die allermeisten Tischler oder Schreiner lohnt es sich nicht, für einen einzelnen Auftrag den Aufwand zu betreiben, der für ein original Shoji notwendig ist." Konsequenterweise hat Risch mittlerweile einen eigenen Außendienst engagiert.
Wer weiß, dass Risch schon im nächsten Jahr wieder in Japan weilt, um sich weiteres Wissen der Orientalen anzueignen, der ahnt: Shojis sind viel mehr als nur einfache Schiebewände aus ein wenig Holz und Papier.

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