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Fonds-Ratings: Kriterienwirrwarr verhindert echte Transparenz

(openPR) Ratingagenturen sind derzeit sehr umstritten. Die internationalen Flaggschiffe wie Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch waren zuletzt in die Kritik geraten, als es um die Herabstufung verschiedener Staaten der Euro-Zone und des europäischen Rettungsfonds ging. Zwar kann eine Änderung der Bonität zu Konsequenzen für den betroffenen Staat führen, eine Abschaffung der Agenturen als Krisenbarometer beseitigt jedoch weder die eigentliche Ursache - eine schlechte Haushaltspolitik der betroffenen Länder - noch nimmt sie Investoren die Entscheidung ab, wem sie letztlich ihr Geld anvertrauen. Die Aufgabe der Ratingagenturen ist, für Transparenz zu sorgen. Und heute nehmen die internationalen Flaggschiffe der Branche diese Aufgabe sehr ernst. Mit einem großen Personalstamm exzellent ausgebildeter Analysten recherchieren und überprüfen sie Zahlen und machen den Markt verständlich. Letztlich sind aber ihre Ratings nur ein Indikator und keine Investmentempfehlung.



Auch bei geschlossenen Fonds gibt es heute solche Ratings. Zahlreiche deutsche Unternehmen, sogenannte Analysehäuser, sind angetreten, um den komplexen Markt für geschlossene Fonds transparenter zu machen. "Derzeit gibt es schon rund ein Dutzend Rating-Ansätze zur Bewertung geschlossener Fonds. Für Anleger ist diese Vielfalt aber oft eher verwirrend und daher noch zu wenig aussagekräftig bei der Auswahl eines speziellen Fonds", so Frank Schuhmann, Chefanalyst der unabhängigen Anlageberatung dima24.de. Der Grund: Die Vielzahl der deutschen Fondsbewerter nutzt für die Beteiligungsbranche keinen anerkannten oder einheitlichen Kriterienkanon, der die geschlossenen Fonds objektiv bewertbar macht. Anleger, die bei der Auswahl einer Beteiligung ein Rating heranziehen, sollten entsprechend wissen, wie die Analysehäuser arbeiten, um deren Noten richtig einzuschätzen.

Drei Punkte sollten Anleger im Auge behalten, um die Ergebnisse der einzelnen Ratings richtig zu bewerten. Erstens: Sie sind zum Teil sehr unterschiedlich aufgebaut und oft nicht streng methodisch. Es liegt allein bei den Analysten, was und wie sie prüfen. Zweitens: Viele lesen lediglich den Fondsprospekt, ihnen fehlen oft Brancheneinblicke und Ressourcen, um Märkte, Preise, Zielinvestments und die Managementqualität detailliert und unabhängig zu prüfen. Und drittens sind sie auch nicht ganz unabhängig in ihrer Einschätzung, denn meist sind es die Fondsinitiatoren selbst, die eine Bewertung als Vertriebsunterstützung in Auftrag geben.

Kriterienwirrwarr und Benotungsvielfalt

Vergleichen Anleger verschiedene Bewertungen miteinander, wird schnell klar, die Ratingkriterien variieren von Agentur zu Agentur deutlich. Manche Modelle bewerten Initiator, Fondsobjekt und Konzept, manche berücksichtigen das Emissionshaus dagegen nicht explizit. Einige Ratings bewerten die Renditeerwartung und die Volatilität, manche führen Sicherheit und Risiken des Investments gesondert aus und wieder andere erarbeiten eine eigene Analyse zu Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken des Beteiligungsangebots. Entsprechend sind die Beurteilungen auch unterschiedlich aussagekräftig, FondsMedia zum Beispiel verzichtet sogar ganz auf eine abschließende Benotung. "Wichtig für Anleger ist eine eindeutige Gesamtwertung, die auf einer nachvollziehbaren Methode beruht. Sie sollten auch schauen, ob die Beurteilungen verschiedener Angebote eines Analysten untereinander vergleichbar sind. Das klingt banal, ist aber tatsächlich nicht immer gewährleistet", so Schuhmann.

Fehlurteile nicht ausgeschlossen

Auch bei den Analyse-Grundlagen gibt es große Unterschiede: Einige Anbieter recherchieren sorgfältig, nutzen verschieden Quelle und geben diese im Rating auch deutlich an. Manche Unternehmen beschränken sich bei der Analyse praktisch auf den Fondsprospekt. "Diese Informationen liegen auch den Anlegern selbst vor - sie haben also keinen Erkenntnisgewinn. Und schlimmer noch: Die Agenturen verlassen sich auf die Angaben der Initiatoren", kritisiert Schuhmann. Fehleinschätzungen oder sogar kriminelle Machenschaften decken sie so kaum auf. Und so haben die Analysten auch Pleitefonds schon Bestnoten gegeben. "Selbstverständlich können sich auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern, in die Zukunft schauen können auch Analysten nicht. Aber Anleger sollten wissen, dass nicht jeder Anbieter von Analysen auch die Zahlen und Prognosen anhand unabhängiger Quellen verifiziert. Ratings sind also keine Garantie für den wirtschaftlichen Erfolg eines Fonds", warnt Schuhmann. "Zumal die Analysten ja auch nicht für Fehlurteile haften."

Transparenz erfordert Verfügbarkeit

"Als Anleger in Eigenregie überhaupt eine Analyse zu bekommen, ist nicht ganz leicht", sagt Schuhmann. "Zum Teil sind die Bewertungen kostenpflichtig und nicht öffentlich zugänglich." Der Grund: Die Analysehäuser arbeiten häufig als Dienstleister der Beteiligungsbranche. Diese geben Analysen in Auftrag oder zahlen dafür, dass positive Bewertungen an die Anleger verteilt werden. Klingt seltsam, ist aber auch bei internationalen Ratingagenturen wie S&P für andere Investmentarten üblich. Kritikern des Modells gilt dieser Interessen-Konflikt aber als Wurzel allen Übels. Und die Macht der Analysehäuser lockt natürlich auch schwarze Schafe in den Markt, die gute Ratings gegen Geld versprechen oder auch bewusst negativ wirkende Formulierungen finden, wenn sie kein Geld bekommen. Hier sind die Analysehäuser gefragt, sich selbst transparenter zu machen und ein Geschäftsmodell zu entwickeln, mit dem sie mehr Unabhängigkeit im Sinne der Anleger entwickeln und belegen können.

Gesamturteil: ausbaufähig

"Ratings sollten Fonds transparenter machen - sind es aber selbst nicht. Daran muss man arbeiten", so Schuhmann. "Wir brauchen mehr Transparenz und Verlässlichkeit auch in diesem Markt, um Anleger besser zu schützen und die Branche insgesamt weiter zu professionalisieren. Hier müssen auch die unterschiedlichen Anbieter der Fondsanalysen noch mehr an einem Strang ziehen, wenn sie das Vertrauen der Anleger wirklich verdienen wollen." Den Anlegern geschlossener Fonds empfiehlt der Beteiligungs-Spezialist, die Augen und Ohren offen zu halten. Ein Rating könne nur ein Orientierungspunkt unter mehreren sein: "Verlassen Sie sich nie nur auf Noten, bilden Sie sich immer selbst ein Urteil" rät Schuhmann. "Denn niemand nimmt die Beschäftigung mit Ihrer Geldanlage so ernst wie Sie selbst."

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