(openPR) Eine Ausstellung widmet sich der Geschichte der West-Bahnen, die in der Zeit der Teilung die alte Stadtmitte in Ost-Berlin unterquerten.
An die Geschichte der "Geisterbahnhöfe" erinnert eine Ausstellung im Berliner S-Bahnhof Nordbahnhof. Sie ist täglich während der Bahnhofs-Betriebszeit geöffnet, der Eintritt ist frei. Die Teilung Berlins setzte sich bis in den Untergrund der Stadt fort. Als am 13. August 1961 der Bau der Berliner Mauer begann, wurde auch das Berliner U- und S-Bahn-Netz für Jahrzehnte getrennt. Doch drei Verbindungen blieben bestehen: zwei U-Bahn-Linien und eine S-Bahn-Linie, die von West-Berlin nach West-Berlin fuhren und dabei die alte Stadtmitte in Ost-Berlin unterquerten.
Die Züge dieser Linien hielten nicht mehr in Ost-Berlin und konnten von dort aus nicht benutzt werden. Für die West-Berliner Fahrgäste blieb die Durchfahrt unter Ost-Berlin bei aller Gewöhnung eigenartig: Die Züge fuhren langsam und ohne Halt hindurch. In schummrigem Licht standen auf den Bahnhöfen bewaffnete Wachposten. Die West-Berliner nannten diese Bahnhöfe deshalb "Geisterbahnhöfe". Vor der Durchfahrt wurden sie in der U-Bahn per Lautsprecher gewarnt: "Letzter Bahnhof in Berlin West!"
Fluchtweg U-Bahn-Tunnel
Als die Mauer im Laufe der Jahre immer stärker ausgebaut wurde, wurden die unterirdischen Fahrtunnel der drei Linien, die nach Westen führten, für Flüchtlinge immer attraktiver. Um sie als Fluchtwege zu sperren, ließ die SED-Führung auch dort Grenzsperren errichten. Besonders in den Bahnhöfen nahe der Grenze wurden diese in den folgenden Jahren perfektioniert.
Ein komplexes System aus Mauern, Sperren und Signalanlagen sollte eine Flucht unmöglich machen: Lichtschranken und Trittbretter meldeten Bewegungen von Flüchtlingen; Rollgittertore wurden nachts und bei Fluchtalarm heruntergelassen. Dornenmatten an den Enden der Bahnsteige sollten das Hinunterspringen vom Bahnsteig auf die Gleise verhindern. Trotzdem versuchten etliche Menschen, auf diesem Wege zu fliehen. Nur wenige Fluchtversuche waren erfolgreich, die meisten endeten im Gefängnis.
Aus dem öffentlichen Bewusstsein gelöscht
Während sich unter der Erde dramatische Szenen abspielten, verschwanden die stillgelegten Bahnhöfe in Ost-Berlin zunächst aus dem Stadtbild und danach zusehends aus dem öffentlichen Bewusstsein. Die Eingänge wurden verschlossen, vermauert und vielfach gegen Fluchtversuche gesichert. Die U- und S-Bahn-Schilder der Bahnhöfe wurden entfernt. Einige Eingänge an zentraler Stelle der Stadt verschwanden vollständig. Ost-Berliner sollten die Bahnhöfe weder als Fluchtwege erkennen können, noch sollten diese Erinnerungen an eine ungeteilte Stadt und einen ungehinderten Zugang nach West-Berlin wecken.
Gedenkstätte Berliner Mauer nebenan
Mit ihrer Themenstellung nimmt die Ausstellung "Grenz- und Geisterbahnhöfe im geteilten Berlin" das Thema der benachbarten Außenausstellung der Gedenkstätte Berliner Mauer (http://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/de/index.html) auf. Geschichtsinteressierte, die in Berlin Hotels günstig buchen (http://www.laterooms.com/de/k12936832_hotel-berlin.aspx?q=3_cheap-hotels) möchten, finden auf LateRooms.com billige Hotels (http://www.laterooms.com/de/) in großer Auswahl.













