(openPR) Rente mit 67 Jahren, fehlende Nachwuchskräfte und der demografische Wandel fordern von den Unternehmen verstärkt altersgerechte Methoden im Umgang mit ihren Beschäftigten. Eine Chance für beide Partner, die es zu nutzen gilt.
ULM - Die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen in Deutschland hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen stieg zwischen 2000 und 2009 von 37 Prozent auf 56 Prozent und damit so stark wie in keiner anderen Altersgruppe. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mit. Gleichzeitig kommen immer weniger Jüngere nach. Schon heute klagt die Wirtschaft über einen Fachkräftemangel. Diese Entwicklung stellt die Unternehmen vor langfristige Herausforderungen. Sie müssen einerseits ihren Nachwuchs gezielt sichern und parallel ältere Mitarbeiter bestmöglich im Unternehmen einsetzen.
Die schwierigsten Herausforderungen für ältere Mitarbeiter sind nicht persönliche Einschränkungen sondern vielmehr die Veränderungen in der Organisation. Dies zeigten die Erfahrungen der Teilnehmer beim Management-Talk der IHK Ulm am 27. Oktober 2011. Nicht ob sondern wie Arbeit bis zur Rente möglich ist wurde diskutiert und wie Firmen die Stärken der älteren Arbeitnehmer nutzen können. Eine der Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion war Susanne Biesenberger, Prokuristin und Mitglied der Geschäftsleitung von ulrich medical in Ulm. Sie sagt: „Die Zusammenarbeit von Jung und Alt ermöglicht Dynamik und Fortschritt ohne den Verlust von Erfahrung und Wissen.“ Der Medizintechnikhersteller ulrich medical hat derzeit rund 250 Mitarbeiter. Davon sind ungefähr 20 Prozent 50 Jahre und älter. Seinen Nachwuchs gewinnt das Unternehmen seit Jahren fast ausschließlich über die eigene Ausbildung. Gegenwärtig sind bei ulrich medical 21 Auszubildende für kaufmännische wie gewerbliche Berufe angestellt. „Unser Ziel ist mitarbeitergerechte Arbeitssituationen für alle unsere Mitarbeiter zu schaffen – unabhängig vom Alter“, erklärt Biesenberger. Dazu gibt es eine Vielzahl von Leistungen und Angeboten für die Belegschaft. Anpassung von Aufgaben bei Einschränkungen der Arbeitskraft, Offenheit für Teilzeitvereinbarungen, regelmäßige Besuche der Betriebsärztin und der Sicherheitsfachkraft, flexible Arbeitszeiten und ergonomische Büroausstattungen sind nur einige Beispiele. „Bei uns gibt es kein extra Programm für ältere Mitarbeiter. Wir sind der Meinung, dass verantwortungsbewusste Unternehmen keine vorgefertigten Konzepte brauchen sondern flexibel auf die individuellen Situationen ihrer Mitarbeiter eingehen müssen“, unterstreicht Biesenberger.
Wie die Unternehmen den Fachkräftemangel ausgleichen und die Arbeitskraft der Arbeitnehmer bis zum Rentenalter im Betrieb halten muss jede Firma für sich selbst entscheiden. Dass dies die Aufgabe für die kommenden Jahre sein wird, steht aber außer Frage.












