(openPR) Die EIPOS Sachverständigentage Brandschutz in Dresden
Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten boten die „12. EIPOS Sachverständigentage Brandschutz“ am 21. und 22. November 2011 in Dresden ca. 420 Teilnehmern einen bunten Strauß an Brandschutz- und brandschutzverwandten Themen, die sowohl auf dem Podium als auch im Plenum für interessanten und kontroversen Fragestellungen und Diskussionen führten und führen.
Höhepunkt der Veranstaltung war in diesem Jahr zweifellos der zweite Tag, der in sechs Referaten Planung und Bau des Militärhistorische Museum (MHM) der Bundeswehr vom Entwurf bis ins Detail aus Brandschutzsicht beleuchtete.
Daniel Libeskind, Architekt in New York und Berlin ist bekannt für seine solitären und unkonventionellen Entwürfe, insbesondere für Museumbauten. Sein Büro 2001 gewann mit einem expressionistischen Stahlkeil, der die bestehende klassizistische Fassade durchbohrte, den Wettbewerb zum Umbau des zwischen 1874 und 1877 errichteten Museums.
Die Eröffnung, die ursprünglich für 2008 vorgesehene war, verzögerte sich bis Herbst 2011 und die Kosten stiegen – wie üblich bei derlei Prestigeprojekten von Stararchitekten - von anfänglich 35 auf 62,5 Millionen Euro.
Doch Ende gut, alles gut. Mit großer Aufmerksamkeit lauschten die anwesenden Brandschutzexperten sowohl den Ausführungen es Züricher Büroleiters Jochen Klein als auch denen von Sylvia Heilmann, die das Brandschutzkonzept für das MHM verantwortete.
Das Gebäude, das sich durch eine großzügige zusammenhängende Ausstellungsfläche ohne störende „Brandschutztrennungen“ auszeichnet, erfordert eine ausgefeilte Brandschutzsicherheitstechnik, wie Sprinkleranlage, Rauchabzüge mit Über- und Unterdruck und Alarmanlage mit Sprachalarmierung.
Holzbalkendecken und gusseiserne Säulen im Altbau wurden zusätzlich mit aufwendigen Verkleidungen und Anstrichen ertüchtigt.
Mit viel Humor und schwäbischer „Schlitzohrigkeit“ zeigte zum Abschluss der Sachverständigentage Claus Schmid, Geschäftsführer der Holzbau Schmid GmbH & Co. KG HOBA Brandschutzelemente in seinem Vortrag im Detail das Spannungsfeld zwischen gut gemeinter aber nicht immer gut gemachter Architektur und der Welt der unbarmherzigen Normen und Vorschriften auf. Nur das ansehenswerte Endergebnis tröstet über die unschönen Auseinandersetzungen im Projektverlauf hinweg und glättet viele emotionale Wellen.
Ebenso humorig und spannend beantwortete Dr. Gerd Geburtig die Frage „Kindertagesstätten und Schulen – Räume für den Start ins Leben oder Hochsicherheitstrakte‘?“ durch eigenwillige Lösungen im Brandschutz, die sicher noch für viel Diskussionen und Kontroversen sorgen werden.
Über „Schulen – Amokschutz versus Brandschutz“ referierte Dr. Roland Goertz und zeigte dabei durchaus unterschiedliche Schutzziele auf, die im Rahmen eines – größtenteils organisatorischen Schutzkonzepts für Schulen in Einklang gebracht werden müssen.
Josef Mayr – Dritter im „Brandschutz zum Lachen-und-zum-Weinen-Bunde“ referierte über „Feststellanlagen – neue Norm(en), neue Chance(n)?“ Dabei zeigte er einmal mehr auf, wie nationale und europäische Normen einen kunterbunten Regelungsdschungel wachsen lassen, der kaum mehr zu durchdringen geschweige denn zu lichten ist.
Weitere Vorträge beschäftigten sich mit den Themen „Brandschutzkonzept für die Intensivstation/intermediate care eines Krankenhauses“ (Herbert Kirchner) „Praktische Umsetzung des Brandschutzkonzeptes für die Intensivstation/intermediate care eines Krankenhauses“ (Manfred Lippe) „Modulbauweise – Trend der Zukunft und Herausforderung für den Brandschutz?“ (Hans-Joachim Möws) und „Interaktionen von sicherheitstechnischen Anlagen im Brandfall“ (Karl-Olaf Kaiser).
Daneben gab es bei 36 Ausstellern der tagungsbegleitenden Fachausstellung Gelegenheit zur Information und Diskussion über aktuelle Lösungen und Produkte zum Brandschutz. „Nirgendwo anders bekomme ich die Brandschutzplaner so geballt wie hier“, erläuterte z. B. Martina Borchert von der Firma Saint Gobain Isover laut „tab Das Fachmedium der TGA-Branche“
http://brandschutz-kontor.de/index.php?article_id=147
Autor: Reinhard Eberl-Pacan











