(openPR) Menschen mit Behinderung können sich durch ein Fernstudium neue Bildungschancen erschließen. Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember informiert der unabhängige Fernstudien-Experte Markus Jung über Vor- und Nachteile.
Köln, 16. November 2011. Menschen mit Behinderung fällt es häufig schwer, an Präsenzstudiengängen teilzunehmen. Trotz gesetzlicher Vorschriften gibt es viele Barrieren, angefangen von der Wohnungssuche am Studienort bis zu den Treppenstufen im Hörsaal. All diese Probleme entfallen beim Fernstudium. Aber ist es die richtige Option für Menschen, die den Anschluss an die Gesellschaft suchen? Markus Jung, Gründer des anbieterunabhängigen Portals Fernstudium-Infos.de ( http://www.fernstudium-infos.de ), hilft Betroffenen bei der Entscheidung und gibt Tipps aus der Praxis. Das Thema Behinderung liegt dem Vater eines Sohnes mit Down-Syndrom besonders am Herzen.
Virtuelles Networking
Auf dem Campus kann man Freundschaften schließen, die aber häufig nur halten, solange das Studium dauert. Fernstudierende dagegen organisieren sich online in Foren und per E-Mail. Der persönliche Kontakt beschränkt sich meist auf wenige Präsenzveranstaltungen. Dafür halten die virtuellen Netzwerke oft weit über das Studienende hinaus. Wer also an seinem Wohnort bereits einen guten Freundeskreis hat, sollte diesen nicht für ein Präsenzstudium in einer neuen Stadt aufgeben. Wer sich ohnehin nach einem Tapetenwechsel sehnt und diesen mit seiner Behinderung auch realisieren kann, ist in einem Präsenzstudiengang besser aufgehoben.
Individuell studieren
Wer nicht konstant vor Ort sein kann, hat beim Fernstudium bessere Gestaltungsmöglichkeiten. Mit dem jeweiligen Anbieter kann ein eigener Studienplan vereinbart werden. Zusätzliche Zeit für Pausen oder für die Prüfungsvorbereitung kann von Anfang an eingeplant werden. Alternativ zu Prüfungen in Präsenzterminen bieten viele Anbieter auch Ausnahmen an: "Man kann Prüfungen unter Aufsicht daheim ablegen, wenn aus besonderen Gründen eine Prüfung in der Hochschule nicht möglich ist", sagt Markus Jung. Auch die Methodik des Fernstudiums hilft, am Ball zu bleiben. Wer bei klassischen Uni-Seminaren, zum Beispiel aufgrund einer Hörbehinderung, nur einen Teil der Informationen bekommt, kann sich im Fernstudium über die speziellen Unterlagen alle Inhalte selbst erschließen.
Rahmenbedingungen aushandeln
Finanziell kann ein Fernstudium je nach Studiengang und Anbieter stark zu Buche schlagen. Auch hier ist es möglich zu verhandeln."Einige Anbieter gewähren einen Nachlass bei den Studiengebühren", weiß Jung. Detaillierte Informationen erhalten Fernstudien-Interessierte bei den Behindertenbeauftragten der Fernhochschulen. Zudem ist je nach Studiengang studieren auch ohne Abitur möglich. Wer sich für ein Fernstudium interessiert, kann gezielt nach besonderen Zulassungsregeln für Menschen mit Behinderungen fragen.
Online-Betreuung nutzen
Ein großer Vorteil des Fernstudiums ist die umfassende Online-Betreuung der Studierenden. Die meisten Anbieter verfügen über einen virtuellen Campus mit vielen digitalen Angeboten. An der Fernuniversität Hagen gibt es zudem spezielle Mentoren für die Betreuung der Studierenden mit Behinderungen. Deren Bibliothek zum Beispiel verleiht Bücher auch über den Postweg.




