(openPR) In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie im Kastenmeiers in Dresden im Kurländer Palais neue Photographien von Daniel Bahrmann. Der Titel „Kult“ basiert auf dem vergrößertem Ausschnitt einer Überschrift des Abschnitts "Kultur" in einer Zeitschrift. Daniel Bahrmanns Fotografien sind selektierte Ausschnitte aus Zeitungen und Zeitschriften und widmen sich dem Debakel zwischen Verlockung und Enttäuschung, das der alltäglichen Bilderflut der Werbung inhärent ist. Die großformatigen Bildausschnitte von Gesichtern schöner Frauen sind nicht nur Projektionsfläche für Träume und Wünsche, sie zeigen auch Bahrmanns künstlerische Reaktion auf eine stilisierte mediale Umwelt. Seine Arbeitsweise ähnelt damit der Appropriation Art der achtziger Jahre in Amerika.
Appropriation Art beschäftigt sich mit vorgefundenem ästhetischem Material aus der Öffentlichkeit, wie Bildern aus der Werbefotografie, Pressefotografie, Archivbildern. Es kann sich dabei um exakte Kopien handeln oder es werden in der Kopie Manipulationen an Größe, Ausschnitt, Farbe, Material und Medium des Originals vorgenommen. Die Künstler der Appropriation Art, darunter sind bekannte Namen wie Cindy Sherman und Richard Prince, widmen sich meist den abstrakten Eigenschaften von Kunstwerken und des Kunstmarktes selbst. Sie problematisieren durch den Akt der Aneignung fundamentale Kategorien der Kunstwelt wie Autorschaft, Originalität, Kreativität, geistiges Eigentum, Signatur und Marktwert. Dabei konzentriert sie sich auf Paradoxien und Selbstwidersprüche und macht diese sichtbar und ästhetisch erfahrbar.
Richard Prince ist ein amerikanischer Maler und Fotograf und einer der frühen Vertreter der Appropriation Art. Bereits 1976 zeigte Prince seine Arbeiten in einer Einzelausstellung in einer New Yorker Galerie. Er beschäftigt sich den trivialen Mythen der amerikanischen Alltagskultur. Dabei verwendet er häufig Werbeanzeigen aus Zeitschriften, die er fotografiert und mit teilweise verändertem Ausschnitt, Körnigkeit oder Farbe wieder veröffentlicht. Er bezeichnet diese Art zu arbeiten als "refotografieren". Seine große Ausstellung in Kunstmuseum Wolfsburg im April 2002 beeinflusste maßgeblich die Arbeitsweise von Daniel Bahrmann, der damals bereits als Kunststudent begonnen hatte, zahlreiche Bilder aus den Medien abzufotografieren und hier nun eine Formulierung für seine fotografischen Arbeit fand. In seinen Arbeiten geht es um eine Analyse der Manipulation durch Werbung und gleichzeitige Vereinnahmung der suggestiven und simulativen Funktionsweisen der fotografierten Bilder.
Die Ausstellung im Kastenmeiers konzentriert sich dabei auf die besondere Raumsituation im Kurländer Palais. Die Photographien zeigen vor allem Ausschnitte von Gesichtern und Augenpartien, die durch die ihre Blicke scheinbar Kontakt mit dem Betrachter aufzunehmen wollen.













