(openPR) Es ist die breite Bildkultur, wahrlich eine Bilderflut, die in unsere Lebenswelt eingedrungen ist wie kein anderes Medium und mehr Lebensbereiche umfasst denn je. Dabei ist in jenen Massenmarkt der Medien insbesondere die Neukonstellation des Ästhetischen eingedrungen, ja man kann sagen eine Omnipräsenz des Ästhetischen. Das Universum der Bilder scheint sich verselbstständigt zu haben.
Doch Daniel Bahrmann übt Zweifel am Bild. Was sehen wir wirklich? In einer Welt der Illusion – in einer Welt, in der das Bild keine Rückschlüsse mehr auf die Wirklichkeit zulässt sieht er die Offenbarung des Debakels zwischen Verlockung und Enttäuschung. Die Verlockung der manipulativen Schönheit der Bilder und die Enttäuschung über ihre Unnahbarkeit - oder die Enttäuschung über den schnellen Verlust der anfänglichen Euphorie.
“Quin etiam docui, qua possis arte parari; Et quod nunc ratio est, impetus ante fuit.” - „Ja, ich hab' auch gelehrt, wie dich gewinnen man könne. Und was Trieb nur vorher war, ist geregelte Kunst.“ So steht es geschrieben in Ovids „Remedia Amoris“ (V. 17-20) dessen Titel die Ausstellung trägt. Auf die triebhafte, aber auch kunstvolle Verführung folgt die Enttäuschung. Vielleicht die Enttäuschung über ihre Leere. Vielleicht die Enttäuschung über eine „geregelte Kunst“, eine genormte Kunst, die uns determiniert und letztlich den Zugang zum eigenen Ich, wenn man es pathetisch formulieren möchte, versperrt.
Diesem Thema widmet sich Daniel Bahrmann auf eine besondere Weise. Er fotografiert Bilder. Er erzeugt Bilder. Seine Motive sind Materialien aus der Medienwelt. Eine Art der Bildproduktion die darauf hindeutet was uns seine Kunst vermitteln soll. Denn seine Bilder beruhen eben nicht auf Tatsachen, sind keine Zeugnisse der Wirklichkeit. Eben so, wie seine Motive auch keine Rückschlüsse auf das Leben zulassen, denn auch sie sind nur Bilder.
Somit verstärkt Daniel Bahrmann das Paradoxon von Präsenz bei gleichzeitiger Absenz, dem jedes Bild, jede Fotografie zugrunde liegt. Denn die Objekte der Bilder sind nur für das Auge da, obwohl sie am Ort ihres Erscheinens, ihrer Präsentation, nicht existieren.
Annekathrin Kohout
Dresden
Daniel Bahrmann- Remedia amoris
Ausstellung in der Galerie Adam Ziege
vom 24.7. bis 22.8.2009
Vernissage am 24.7. 2009, 20.00 Uhr
geöffnet Di - Sa 16 - 20 Uhr













