(openPR) PM des summercamp of resistance - AK Presse
vom 26. August 2005
Haltlose Kriminalisierung von CamperInnen
Am Morgen des 26. August umstellte und durchsuchte eine Hundertschaft der Berliner Polizei das summercamp of resistance in Berlin. Anlass war laut
Durchsuchungsbefehl der vorgebliche Verdacht auf gefährliche Körperverletzung einer unbekannten Person.
Die im Schlaf überraschten CamperInnen sind empört über diese Unterstellung und verurteilen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft und der Polizei, die dadurch sozial und politisch engagierte Studierende unter dubiosen Vorwänden unter Generalverdacht stellen und kriminalisieren.
Fassungslos über das Demokratieverständnis der Berliner Staatsanwaltschaft fragen sich die TeilnehmerInnen des Camps, warum derartige Vorwürfe konstruiert werden, um mit allen Mitteln eine gewaltfreie soziale Bewegung zu kriminalisieren.
Um 8.30 Uhr stürmten bewaffnete Einsatzkräfte mit Polizeihunden auf das
Gelände und umstellten die Zelte der noch schlafenden CampteilnehmerInnen.
Unsanft geweckt durch das Trampeln dutzender Kampfstiefel und das Gebell der Polizeihunde wurden alle Zelte aufgerissen, durchsucht und abgefilmt, sowie alle CamperInnen einer Personalienkontrolle unterzogen. Das gesamte Gelände mit allen darauf befindlichen Gebäuden sowie Gemeinschaftszelte, Privatzelte und Personen wurden durchsucht.
Über drei Stunden durften die CamperInnen, unter denen sich auch Kleinkinder befanden, sich nicht von ihren Zelten entfernen oder an ihre Privatsachen gehen. Die Toilette durfte nur unter Aufsicht benutzt werden, während einige Beamte dazu geschmacklose Kommentare von sich gaben.
Erst auf das hartnäckige Fragen einiger empörter Camp-TeilnehmerInnen hin wurde einzelnen schließlich ein Durchsuchungsbefehl gezeigt.
Die Polizei indes wertet in ihrem Protokoll die Aktion als vollen Erfolg. Sichergestellt wurden dabei ein BVG-kritisches Plakat und einige zur "Vermummung" umfunktionierbare Kleidungsstücke.
Im Camp tauschten die beteiligten Menschen eine Woche lang Erfahrungen über die gelaufenen Proteste für freie Bildung und gegen die Kürzungen im Sozial- und Bildungswesen in den verschiedenen Städten aus. Die öglichkeit einer freien Bildung wurde mit unabhängigen Seminaren und Workshops vorgelebt. Gleichzeitig wurde der Versuch unternommen, einen selbstverwalteten Freiraum für die Verwirklichung eigener Ideen zu schaffen.
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Weiteres zum Summercamp of resistance: http://www.summercamp-of-resistance.org/
Kontakt: 0162-8776396
summercamp-of-resistance.org
Liselotte Meyer
Rosenstr.8
D-12555, Berlin
Germany











