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2,9 Millionen Forschungsopfer: Tierversuche nehmen weiter zu

02.11.201122:23 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Im Jahr 2010 starben rund 2,9 Millionen Wirbeltiere in deutschen Labors, 70.000 mehr als im Jahr zuvor. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche zeigt sich entsetzt über die aktuell veröffentlichte Tierversuchsstatistik des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Der Ärzteverein fordert von der Politik die Reißleine zu ziehen und endlich die tierversuchsfreie Forschung zu stärken. Das würde nicht nur Tieren unnötiges Leid ersparen, sondern ist beste Voraussetzung für eine sinnvolle Medizin für Menschen.



»Seit 1996 nimmt in Deutschland die Zahl der im Namen der Wissenschaft geopferten Tiere massiv zu, obwohl die Politik gebetsmühlenartig zusichert, Tierversuche zumindest reduzieren zu wollen«, kritisiert Dipl.-Biol. Silke Bitz von der Ärztevereinigung. Von den 2.856.316 Tieren insgesamt, waren rund zwei Millionen Mäuse, etwa 442.000 Ratten, 166.000 Fische, 89.000 Kaninchen, 27.000 Meerschweinchen, 3.004 Hunde, 2.789 Affen, 805 Katzen sowie Tiere zahlreicher anderer Arten.

»Besonders bei den Mäusen ist seit Jahren eine dramatische Zunahme zu beobachten«, erklärt Bitz. So wurden 2010 fast 90.000 Mäuse mehr verwendet als 2009. Dies ist vor allem auf die Gentechnik zurückzuführen. Der Anteil genmanipulierter Tiere, denen beispielsweise artfremde Gene eingeschleust werden, hat sich um 19 % auf 722.793 erhöht. Hinzu kommen die ‚Ausschuss’tiere in einer Größenordnung von bis zu 99 %, die nicht die gewünschten gentechnischen Defekte aufweisen und getötet werden, ohne in der offiziellen Statistik erfasst zu werden.

Besonders alarmierend ist nach Ansicht der Ärzte gegen Tierversuche auch der Anstieg bei den Affen. Im Jahr 2010 mussten fast 500 Affen mehr in Tierversuchen leiden als im Vorjahr.

»35 % der geopferten Tiere gehen auf das Konto der zweckfreien Grundlagenforschung. Aus reiner Forscherneugier oder unter dem Vorwand, Fortschritte in der Medizin zu erlangen, werden Tiere vergiftet, mit Krankheitserregern infiziert oder ihnen werden Elektroden in das Gehirn gesteckt oder fremde Gene in das Erbgut eingeschleust«, erläutert Bitz den alltäglichen Laboralltag für Millionen Tiere.

»Einen Nutzen aus Tierversuchen gibt es nicht, im Gegenteil, sie sind nicht nur grausam, sondern für den Menschen gefährlich«, meint Bitz und verweist auf die jährlich über 58.000 Arzneimitteltoten allein in Deutschland, die durch Einnahme von tiergetesteten und für sicher befundenen Medikamenten schwere Schäden erleiden oder sterben. Das ist nicht nur Tieren gegenüber verantwortungslos, sondern auch kranken Menschen, denen falsche Hoffungen gemacht werden, kritisiert der Ärzteverein.

Dass die Simulation menschlicher Krankheiten am Tier hinsichtlich der Übertragbarkeit auf den Menschen von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist, liegt nach Ansicht der Ärztevereinigung in der Natur der Sache: Tiere und Menschen unterscheiden sich in Körperbau, Organfunktionen und Stoffwechsel wesentlich voneinander, folglich kann ein und dieselbe Substanz zu völlig unterschiedlichen Reaktionen führen. Aspirin beispielsweise schädigt bei Hunden, Katzen, Affen, Ratten und Mäusen den Embryo, nicht aber beim Menschen. Umgekehrt waren extrem embryotoxisch wirkende Substanzen, wie das Schlafmittel Thalidomid (Contergan), im Routine-Tierversuch völlig unauffällig. Penicillin ist gut verträglich für Menschen, aber schädlich für Meerschweinchen und Arsen führt beim Menschen zum Tod, bei Schafen nicht.

Die Ärzte gegen Tierversuche sehen in der erneut gestiegenen Zahl der in der Forschung verbrauchten Tiere bei gleichzeitig zunehmenden Krankheiten und immer wieder bekannt werdenden Arzneimittelkatastrophen das Versagen des Systems Tierversuch bestätigt. Der Verein fordert umgehend auf diesem unethischen und wissenschaftlich falschen Weg zu wenden und sich konsequent den modernen Forschungsmöglichkeiten ohne Tierversuche zu widmen.

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